Ferien im Garten der alten Obstsorten

Über zwei Wochen entspannende Ferien verbrachten wir im Garten der alten Obstsorten in Winderatt zwischen Schleswig und Flensburg. Die Ostsee ist nahe, Schleswig mit seinen Museen (Haithabu und Landesmuseen) leicht erreichbar, Flensburg mit Einkaufsmöglichkeiten (viele Buchläden, ausgezeichneter Manga- und Spieleladen darunter, und natürlich unverschnittener Rum !) nicht weit und selbst ein Stückchen nach Dänemark zu fahren, lohnt sich sicher, was wir aber dieses Mal nicht geschafft haben. Aber auch die nähere Umgebung war für uns reizvoll: In einem Obstgarten zu wohnen, ist überhaupt das größte Erlebnis! So gab es selbst beim Winteraufenthalt überreichlich Äpfel zu essen. Die Obstverkostung im Herbst durch den Gastgeber selbst war ein besonderes Erlebnis und man behält anders als bei einer Weinverkostung einen klaren Kopf. Ich verrate es gleich: Vierländer Wohlschmecker war mein Favorit. Bald ist der Obstgarten auch mit einem Obstmuseum ausgestattet, dort kann die geschmeckte Erfahrung noch vertieft werden.
Ganz in der Nähe des Gartens der alten Obstsorten liegt der Winderatter See. Das dortige Stiftungsland gehorcht den Naturschutzgesetzen. Spazierengehen um den See ist aber erlaubt, sofern man sich nicht an den freilaufenden Rindern auf einigen Abschnitten stört, die „ihre“ Gebiete ganzjährig beweiden und auf ihre Art pflegen. Ein anderer Abschnitt führt auf einem Bohlenweg direkt durch Schilf und Moor. Ein Hügel hört auf den Namen „Grauburg“ und könnte nach der Form darauf hinweisen, dass hier im 12./13. Jahrhundert ein Herrensitz in Form einer Turmhügelburg stand. Archäologische Beweise dafür gibt es allerdings nicht. Bei Frost ließ sich der Seeweg auch im Winter herrlich wandern. Über den Matsch nach dem Auftauen schweigen wir lieber. Da war der Weg am Waldrand dann schöner.
Wieder in der Ferienwohnung lockt der Kachelofen und die anderen Annehmlichkeiten. Besonders der viele Platz, den wir einfach gewohnt sind: Zwei Bäder, zwei Schlafzimmer und ein Wohnraum geschnitten wie der Buchstabe L , wobei die kürzere Seite in einen Wintergarten ausläuft, noch einmal ein eigener Wohnraum und Eingangsbereich zugleich. Die Küche zwischen Wohn- und Schlafbereich ist mehr eine Diele und das Hin- und Hertragen des Geschirrs/Bestecks ist gewiss lästig, reicht aber für Ferienzwecke völlig aus. Auch sonst bietet uns die Wohnung allen Luxus: W-Lane, mit dem Notebook und Wii mit guter Geschwindigkeit ins Internet können, eine kleine Anlage für CD´s, Fernseher (leider ohne DVD-Player), Spülmaschine und Waschmaschine, Dusche und Badewanne. In der kleinen Dielenküche waren wir ja schon, aber da warten Überraschungen: Ein Päckchen Eier von den Hühnern der Gastgeber, ein Schlauch Apfelsaft und Äpfel satt gehören zum Service des Hauses. Ist jemand erkältet, gibt es eine Fläsche gesunden Fliederbeersaft als Draufgabe dazu. So fühlt man sich als Gast im Garten der alten Obstsorten sehr wohl.
Auch unseren Kindern war das alles Entspannung pur: Alles liegen lassen zu können, faulenzen, wie man früher sagte. Und wenn die „Alten“ sich nach dem 12-Uhr-Frühstück wirklich einmal losreißen konnten, musste kind ja nicht unbedingt mitkommen. Viele Ostseeabschnitte, Schleimündung und mehr erkundeten wir bereits im Herbst, jetzt im Winter kamen wir nur an die Landspitze von Holnis. Neben den bereits am Anfang erwähnten Ausflugszielen empfehlen wir noch den Besuch des malerischen Wasserschlosses Glücksburg, des Schlachtfeldes von Idstedt und des Danewerkes (den „Limes“ der Dänen), letzteren schafften wir diesmal nicht.
Am Ende noch der Link zu unserer Fotoserie, zum Garten der alten Obstsorten und zur Ferienwohnung direkt.

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