Paulinas erste Schneeballschlacht

Es ist Herbst gewordOberbayern1en und Paulina, unsere Gastschülerin aus Caracas/Venezuela hat sich inzwischen sehr gut eingelebt.  Sie ist bislang eine sehr ruhige Zeitgenossin, aber mit Zunahme der Deutschkenntnisse taut sie mehr auf. Bisher haben wir den Entschluss, während der Abwesenheit von Marie ein Gastkind aufzunehmen, nicht bereut. Sehr dankbar sind wir auch den Klassenkameradinnen von Marie, die Paulina sofort in ihre Gemeinschaft aufgenommen haben. Sie nimmt eine Menge Aktivitäten in Anspruch wie Jonglieren, Turnen, Baskettball usw. Das ist sehr schön.

Unsere herbstliche Familienfahrt zum Ausspannen haben wir diesmal nicht in den Norden, sondern nach Bayern unternommen, nicht nur, um endlich die Uhls zu besuchen, sondern auch Paulina ein Stückchen Bayern, dieses „typische Deutschland“,  zu zeigen.  Die AmmerseeeFerienunterkunft (Wohnung) war groß, aber sehr einfach und mit etwas spärlicher Einrichtung. Dafür aber sehr kostengünstig. Wir besuchten in dieser Woche das Kloster Andechs, das uns aber nicht so gut gefiel und das Bier schmeckt in Weilheim genauso gut. Der schönste Platz war der Kräutergarten direkt am Parkplatz, der von einer kleinen Pharmafirma betreut wird.  Erwähnen möchten wir aber den unterhalb des Klosters gelegenen Ammersee, auf dem wir eine Schiffstour machten. Der Salon im Innern des Schiffs hätte auch Marie gut gefallen. Das war so ein Hauch von alter Zeit und hätte sich Phileas Fogg zu uns gesellt, wir hätten uns nicht sehr gewundert.  Er hätte natürlich mit seiner Taschenuhr darauf geachtet, dass das Schiff auch abfährt. Passepartout hätte uns allen Tee gebracht …

Sehr schön gefiel mir auch der Besuch in Wessobrun: Überreste der alten Petrikirchepw5.JPG, Quellheiligtum und Tassilo-Linde usw. Aber am Schönsten empfand ich das Quellenhaus, dass sich ein Luxus gewöhnter Abt einst bauen ließ, zusammen mit den Forellenteichen (Truchas).  Das machte Hunger! Auf dem Peißenberg rund um die Wallfahrtskirche erlebte Paulina ihre erste Schneeballschlacht, denn wir bekamen in Bayern einen richtigen Kälteeinbruch mit.  Das konnten wir aber gut ertragen, denn unsere Gastgeber verwöhnten uns fast jeden Abend mit leckeren Essen verwöhnten.

Am Wochenende ließ uns das Kupfermuseum in Stich, dafür konnten wir aber noch mit den Gastgebern eine schöne Tour machen: Polling (Kirche, Kloster), Altenstadt (romanische Basilika, sehr sehenswert, wenn auch etwas überrestauriert), Wieskirche (Rokoko, japanische Wallfahrtskirche) und schließlich eine Talbrücke als tolles technisches Denkmal. Am Abend Weißwürste und Brezel, die mir wirklich gut geschmeckt haben. Ein toller bayrischer Abend ! Herzlichen Dank !

Aber das war noch nicht alles! Am Morgen hieß es gut aufstehen. Der Uhl hatte schon Winterreifen aufgezogen. Über Garmisch und Insbruck erreichten wir den Brenner. Paulina war an einem Tag in Österreich und Italien ! Nun ging es über den Jauchen-Pass (2000 m und Schneeballschlacht). Ich sah schon Südtiroler Burgen. Wir waren kurz vor Bozen. Zwischendurch gab es schon was vom Zwiebelkuchen. Aber die Tour ging weiter über das Timmelsjoch (2500 m). Der Pass war verschneit, aber noch offen. -7, aber steifer Wind, gefühlte -20 ! Auf der Rücktour machten wir (siehe Foto) eine ausgedehnte Schneeballschlacht und bauten den ersten Schneemann dieses Jahres (im Oktober !).  Danke schön für diese Supertour!pw4.JPG

Leider hieß es nun Abschied nehmen! Am Ammersee vorbei ging es auf der Rücktour zur Autobahn.  Paulina hatte einen kalten, aber schönen Eindruck vom „Süden“ bekommen …

Eine Neuheit hier im Blog gibt es noch, die ich am Ende erzählen möchte. Von Zeit zur Zeit werde ich  hier Fluss-Gedichte einstellen. Keine große Lyrik, aber Impressionen von unserem Leben in poetischer Form. Hier das „erste Fluss-Gedicht“… 

Einen schönen Herbst noch, der To.

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