Kultur in der Flut

Von den gemeinsamen Abendessen habe ich ja bereits berichtet. Auch gestern gab es für die etwa 22 Gimritzer Eingeborenen wieder zahlreiche Leckereien aus verschiedenen Küchen: Cous-Cous und Lammkeule, Wild vom Haus am Fluß, Rosmarinkartoffeln und Gimritzer-scharfer Soße und vieles mehr. Als das leibliche Wohl aller gestillt war. Irgendwo hatte man auch noch Wein und Bier aufgetrieben, sorgte der mit einer neuen Prof. für Gimritzer Vor- und Frühgeschichte ausgestattete Junker Jörg vom Haus am Fluss für unser geistliches Wohl mit einem Vortrag über Gut Gimritz und die Insel Peißnitz in Geschichte und Gegenwart. Da sahen wir, wie schön die Gutbrücke war, die bis 1945 (bis zu ihrer Sprengung)  un unserem Zuhause führte. Wir erfuhren von den Dampfern, die einen Linienverkehr auf der Saale fuhren, bevor es eine Brücke von der Ziegelwiese zur Insel gab. Wir sahen romantische Bilder und Fotos. Saalepartie und Wiesenpartie sind hier die Stichwörte. Berühmte Persönlichkeiten wie der Dichter Eichendorff lernten im Bade Gimritz schwimmen. Die Romantikerin Luise Brachmann ertränkte sich hier in der Saale. Ihr ist der Stein im Gimritzer Park gwidmet. Alle diese Informationen sollen in ein Buch über Gut Gimritz und die Peißnitz münden. Temba hat schon Unterstützung angekündigt und wir Bewohner werden wohl jeder unser Scherflein dazu beitragen, dass etwas daraus wird. Werbung sei hier schon einmal dafür im Vorfeld gemacht.

Wir gingen früher schlafen und das mit bangen Gefühlen, wie sich die Flut weiter entwickelt. An eine Arbeitsaufnahme am Montag war angesichts der bis zum Gimritzer Damm überfluteten Straße noch nciht zu denken.

Euer To.

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