Wandertouren, Atlantikbrise 3

5. u. 6. Reisetag: Ein Besuch im „Turismo“ von Ribadesella sollte auf jeden Fall eingelegt werden, um den aktuellen Wanderführer dort kostenlos zu bekommen. Unter dem Titel „0 – 900: El paraíso del caminante“ (Wandererparadies) schlägt das Fremdenverkehrsamt 15 Wandertouren rund um den Ort Ribadesella vor. Das geht von einem leichten Spaziergang rund um die Stadt bis zu Gebirgstouren in der Umgebung. Von dem Rundwanderweg über Collera, Meluerda, Camangu und den Jakobsweg zurück, habe ich bereits geredet. Bei unserem letzten Ribadesellabesuch habe wir auch die „Mühlentour“ an den Wassermühlen bei Tresmonte vorbei gemacht und können zumindest den Teil an den Mühlen empfehlen. Diesmal wählten wir eine
Klippenwanderung,
im Führer aus dem „Turismo“ ist das die Nr.4, „Ruta de Orientación, mit 7,6 km Länge und einer mittleren Schwierigkeit angegeben. Diese möchte ich sofort auf „leicht“ korrigieren, ein schöner Morgenspaziergang also, locker in zwei Stunden zu schaffen. Wir hatten am Tag zuvor in Toriellu zu Abend gegessen und stellten unseren Seat León auf dem dortigen Parkplatz an der Hauptstraße ab, der zum Teil auch der Gemeinde gehört. Von dort ist durch enge Gassen von Toriellu die „Plaza con fuente“, die Eisenbahnbrücke und damit der Wanderweg gemütlich zu erreichen. Wir sind nun in entgegengesetzter Richtung wie im Führer empfohlen gelaufen, kamen damit aber gut zurecht. Eine andere Möglichkeit ein Auto abzustellen, besteht übrigens, besteht direkt am Picknickplatz oberhalb der kleinen Ría von Guadamía.

Heidekraut und immer die Berge im Blick, so ist der Weg zu den Klippen, gleich springt ein “Kerkeling” aus dem Gebüsch !
Außerhalb von Toriellu verwandelte sich die Route in einen Karrenweg zwischen Wiesen und Heidekraut, von Zeit zur Zeit gab es auch ein kleines abgezäunte Gärtchen. Plötzlich tauchte vor uns ein „Kerkeling“ auf, der sich wohl verlaufen hatte, denn den Jakobsweg hatten wir bereits hinter uns gelassen. Zwei Eukalyptuswäldchen später traten wir durch ein kleines Pförtchen und die Klippen und der Atlantik lagen vor uns. Die Klippen sind mit Elektrozäunen abgesperrt, denn hier werden direkt am Meer Kühe und Ziegen gehalten. Diese sind harmlos !

Die Klippen sind erreicht, der vom Meer ausgewaschene Kalkstein sieht aus wie ein alter Knochen eines Drachens

Kurze Pause, die Beine von den Klippen baumeln lassen …
Dieser Spazierweg am Meer auf den z.T. ausgehöhlten Klippen, die Brücken, Tore und tückische Löcher bilden, auch scharfe Felsenzähne, die dem Meer trotzen, ist urtümlich und beeindruckend und endet oberhalb der Ría von Guadamía.

Felsentor auf den Klippen

Der Chef der Klippen

Hier genossen wir kurz den Ausblick auf den kleinen Badestrand bei Ebbe. Der weitere Weg führt zurück nach Cuerres und danach durch die Straßen des Ortes wieder zurück zum Parkplatz von Toriellu.

Die Playa bei Ebbe
Tosende Brandung
In der Nacht hatte es geregnet, aber wir sind an die Playa de Guadamía gefahren, dorthin wo der gleichnamige Bach sich durch die Klippen einen etwa 500 – 600m langen Einschnitt in die Klippenwand in Richtung Meer gegraben hatte. Es war wie am Vortag Ebbe und wir konnten auf dem Sand bis zum Ausgang der Ría laufen, immer wieder den Zustrom des Baches durchquerend. Dort schäumte die Brandung und tobte. Es war herrlich auf das Meer zu schauen. Das Geräusch der Brandung müsste man in Dosen abfüllen lassen. Es war heute nicht möglich, weit herauszuschwimmen, aber selbst nach einem kurzen Meerbad fühlt man sich herrlich erfrischt. Kleine Plattfische tarnten sich im Sand. Ich hätte dort stundenlang sein können.

Playa de Guadamía bei Ebbe, diesmal auf der Suche nach dem Meer

Die Klippen aus der Brandung heraus besehen

Auf die andere Seite geblickt, ist alles etwas ruhiger, aber dann:

Nach einer gemütlichen Mittagspause kehrten wir zu den Klippen zurück. Nun war Flut und die Brandung tobte, prallte, donnerte gegen die Karstfelsen, dass das Wasser nur so schäumte und hochspritzte. Die Ría war inzwischen vollgelaufen. Kaum zu glauben, dass wir da unten vor wenigen Stunden noch standen und herumliefen. Dazu herrschte ein wundervolles Licht! Wir machten ein paar schöne Fotos und ließen es uns zwischen den Klippen gut gehen, bis es uns zu wild und zu feucht wurde.

Da hatte wir eben noch gebadet !

Was für ein phantastisches (Sturm-) Licht an diesem Tag !

Ich wagte mich zwischen die Klippen in die Brandung, …

während Marie sich in der Rolle der Sturmbraut gefiel.

Da wurde sie wenigstens nicht so nass wie ich …
Hoffentlich bis zum 4 Teil wieder trocken,
Euer To.