Von Bergen, Käse und Römerstraßen, Atlantikbrise 6

Ich bloge wahrscheinlich noch bis in den Winter an meinen Asturienbericht, aber wir haben auch so viel erlebt! Hier kommt jedenfalls Teil 6 mit dem 7. bis 9. Reisetag:

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Hinaus aus der Brandung des Meeres und hinein in die Berge! Diese sind so nah am Meer gelegen, dass man am Morgen z.B. an der Playa von Guadamía baden gehen und am Nachmittag eine kleine Gebirgstour z.B. bis hinauf nach Covadonga machen könnte. Ach, immer und ewiges Covadonga! Wir zogen diesmal folgende Strecke vor: Von Ribadesella immer am Rio Sella entlang bis Ariondas. Da es ein Samstag war, war der kleine Fluss voll mit Bootstouristen in geführten Paddeltouren. In der Tat sah man den Sella kaum noch bei so vielen bunten Booten. In Ariondas, dem nächsten Ort, wurde uns vorgeführt, wie die Paddler auf das große Abenteuer vorbereitet wurden: Sie mußten sich im Kreis aufgestellen und ein Kursleiter erklärte die Kunst des Paddelhaltens, wie ein Paddel geführt und wie damit mit gesteuert wird. Es sah so herrlich skurril aus!
Dieses Drama ließen wir hinter uns und kamen in die erste Hauptstadt eines mittelalterlichen Spaniens: Cangas de Onis. Wir wollten es diesmal links liegen lassen und Covadonga mit Grotte, Kirche und Helden Pelayo gleichfalls. Abseits des Schlachtfeldtourismus sind wir dem Rio Cares gefolgt und hinein ins Cabrales-Tal gefahren. In Bulines wollten wir die Seilbahn nehmen, bekamen aber keinen Parkplatz mehr. Zu spät aufgestanden! Allerdings war das Panorama der Berge auch schon so atemberaubend genug.
Das touristische Zentrum von Cabrales ist Las Arenas de Cabrales. Dort ist auch Essengehen, Einkaufen und Übernachten möglich. Doch ist es noch lange nicht so überlaufen wie Cangas de Onis. Hinter Las Arenas setzten wir uns statt einer anstrengenden Gebirgswanderung einfach an ein Bachufer und ließen den Tag verstreichen. Bei so einem schönen fließenden Gewässer war bald alles vergessen: Wir sammelten Steine, lasen, fanden einen kleinen Frosch und kühlten unsere Füsse. Es zog Regen auf, wir mussten wieder fort, der Bach plätschert immer noch!

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Unser Ausruhbach

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Wir hatten uns im Vorfeld ein schönes Hotel ausgesucht, aber der Besitzer winkte nur ab. Dabei fuhren wir diesmal gar kein portugiesisches Auto! Stattdessen gab er uns die Visitenkarte eins 5-Sterne-Hotels, einer richtigen Massenunterkunft im Nachbarort. Also zurück nach Cabrales und dort in dem kleinen Ort Canales kamen wir im einfachen Hotel „Alto de las Estazadas“ unter. Der Panoramablick, der niedrige Preis und die Freundlichkeit der Leute dort, besonders der freundlichen und neugierigen Alten, entschädigte für die Einfachheit. Es ist einfach schön, wenn man am Morgen beim Schreiben gefragt wird: „Möchten Sie einen Kaffee?“ Sie verzieh mir rasch mein schlechtes Spanisch und verwickelte mich in ein Gespräch. Mit dem Schreiben wurde es selbstverständlich erst einmal nichts.

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