Der Papst kommt …

Papstbesuch

Wir unterbrechen unseren Asturienbericht für eine aktuelle Berichterstattung:

… und keinen interessiert es ! Laut einer von der Bertelsmannstiftung und von Emnid durchgeführten Umfrage ist selbst für 58 % der Katholiken nicht wichtig, was der Papst so den lieben langen Tag tut und von sich gibt. Bei den restlichen Deutschen, evangelische Christen, Juden, Moslems und das sonst noch so rumläuft, sind es es sogar über 80 % und mehr, denen es egal ist, ob der Papst was sagt oder ob in Hamburg eine Tür zufällt. Was soll denn das ganze Theater mit dem Papstbesuch? Und warum maßt sich ein religiöses Oberhaupt an, als Staatsbesucher zu kommen, obwohl sein Mini-Staat eigentlich nicht lebensfähig ist und mehr symbolischen Charakter besitzt, ähnlich vielleicht der Mönchsrepublik auf dem Berg Athos, deren Mitglieder zum Glück nicht auf die Idee kommen,  in Fußballstadien aufzutreten und in Parlamenten vor Sünde, Modernismus und dem Teufel im Allgemeinen zu warnen.

Nun, wenigstens die „Benedetto-Schreier“ (Küng) sind es zufrieden und freuen sich. Das sollen sie auch, denn ihr Idol kommt vorbei. Das Programm ist umfangreich und hier zu finden … Wer möchte, kann sich im Shop auch zünftig mit allen möglichen Devotionalien ausstatten, vom Rosenkranz bis zur Leuchtkerze alles kaufen. Da gibt es auch die Route des Besuches und wir drücken die Daumen, dass der alte Mann das alles auch aushält und nicht ausgerechnet in der „Ketzerhochburg“ Deutschland schlappmacht. Gar nicht so witzig finden manche Bewohner an der Papstroute in Berlin den Besuch, denn sie müssen mit Scharfschützen auf den Dächern und geschlossenen Fenstern leben, wenn nicht, dann wird die Polizei so unangenehm wie einst die unheilige Inquisition, nachzulesen bei der taz…

Päpste haben es nicht einfach in deutschen Landen! Den ebenso unbotmäßigen Byzantinern konnte man wenigstens einen Kreuzzug auf den Hals schicken. Bei den deutschen Heiden half noch nicht mal so ein Kerl wie Karl V.  (Carols I. de Espanha) , der über die halbe Welt herrschte, aber nicht die Lehren eines Mönches aus Wittenberg in den Griff bekam. Die gegenseitigen Beschimpfungen haben aufgehört, auch lässt ein deutscher Kaiser keinen Papst mehr an der Engelsburg aufhängen, aber so richtig verstanden hat man sich bis heute nicht. Die Verständigung klappt selbst nicht, obwohl der Papst heuer in teutschen Landen geboren ist und ein großer Zeitungsverlag herumposaunt „Wir sind Papst“.

Da kommt er nun, der deutsche Dr. Faustus auf dem Thron der Päpste, der alles studiert hat und ein schlauer Kopf ist. Hat er den Deutschen etwas zu sagen? Oder gibt er nur Zugaben für den Benedetto-Fanclub, während der Chor „Mephistoteles“ zusammengestellt aus der ganzen vaticanischen Bagage dazu Halleluja singt.  Er ist der oberste vaticanische Beamte und deswegen wird er sich nicht bewegen. Herauskommen wird nur Heiliges (Eiliges?) Blablabla. Schade. Er hat wohl Angst ein schlechter Papst zu werden, und deswegen wird er auch einer. Den Fehler vieler seiner Amtsvorgänger.  Mutige und ungewöhnliche Männer gelangen nur selten auf diesen Posten.

„Die Katholiken in den deutschen Diözesen und überhaupt alle Christen in unserem Land liegen mir am Herzen.“, meint er. Und was katholisch und christlich ist, definiert selbstverständlich seine Besuchsheiligkeit! Warum liegen ihm nicht alle Menschen, die in Deutschland leben, egal ob katholisch, jüdisch oder muslemisch, egal ob reich oder arm, egal ob  Frau oder Mann, am Herzen ? Ich verstehe diesen Mann einfach nicht.

Das Motto des Ganzen lautet übrigens: „Wo Gott ist, da ist auch Zukunft“. Das hoffen wir! Aber was hat das mit dem Papst zu tun?

Euer To.

One thought on “Der Papst kommt …

  1. Die Katholische Kirche zieht sich einfach immer mehr in die fundamentalistische Ecke zurück. Die Beliebtheit sinkt also versucht es der Papst mit kernigen „Sprüchen“. Man könnte schon von einem populistischen Ansatz sprechen. Mit Dialog hat es wenig zu tun.

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