Archive for November, 2011

Bodega „El Gaitero“, Atlantikbrise 11

Mittwoch, November 23rd, 2011

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Das Fass “Barcelona” in der Bodega “El Gaitero”

14. Reisetag: Wir besuchten erneut Villavivciosa, waren auf dem Kunsthandwerkermarkt und hatten das erste Mal Pech mit dem Essen (s.u. „Was wir empfehlen und was nicht“). Der zweite Teil des Tages war erfreulicher: Wir besuchten die Bodega „El Gaitero“ Es erwartete uns ein ähnliches Besuchsprogramm wie z.B. in den Freyburger Sektkellereien inkl. einer Degustación. Selbst ohne große Spanischkenntnisse ist die Führung interessant. In dieser Bodega wurde/wird mit der Champagnermethode der Sidra natural in einen spritzigen Apfelsekt verwandelt. Der Verarbeitungsprozess der Äpfel zu Sidra wird erklärt, eine Halle mit Fässern wartet und dahinter lauern wahre Riesenfässer mit den Namen der Länder,  in denen ausgewanderte Asturer und andere Spanier auf die Flaschen mit „El Gaitero“ warteten, die direkt von der Bodega über die Ría nach Übersee verschifft wurden. Im alten Bürogebäude der Firma, erbaut 1890, ist nun das von einer Stiftung betriebene Museum zu besuchen, das Exponate und Informationen zur Firmengeschichte bietet und auf jeden Fall besuchenswert ist. Wie sich die Firma durch die Zeit gerettet hat, demonstrieren Fotos mit dem Militärdiktator Primo de Rivera (regierte von 1923 - 30) und ein anderes Bild mit den Castros, den neuen Führern auf Cuba, die sich Sidra „El Gaitero“ zur Feier der Revolution schmecken ließen. Sidra El Gaitero, famosa en le mundo entero (wohlschmeckend auf der ganzen Welt)! Wir nahmen auf jeden Fall eine Kiste „El Gaitero“ mit.

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Im Museum der Bodega, alte Plakate und Fotos

15. und 16. Reisetag:

Einkaufen in Oviedo

Wir sind fast zwei Wochen in Asturien. Es herrscht ganz schlechtes Wetter, vor dem Haus ist es kalt und es nieselt ohne Unterlass. Annette und Marie sind früh aufgebrochen zu einem „Shoppingausflug“ nach Oviedo. Am Abend wird der „Salar der Estar“ voll mit Einkaufstüten sein, bedruckt mit den Namen der großen spanischen Modeketten. Es gab „rebajas“ oder auf asturisch „rebaxes“, auf Deutsch „Sommerschlussverkauf“.
Hannes und ich sind im Haus geblieben. Mein Wunsch, den ganzen Tag vor dem Haus zu sitzen und auf das Meer zu schauen, ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Ich sitze hier am schweren Holztisch und schaue durch das Fenster um den von Nebel- und Regenschwaden umzingelten Leuchtturm. Wir haben genug zu lesen mit, ein episches Computerspiel und ich schreibe auch eine Menge, z.B. diesen Bericht hier …

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Marie in Oviedo

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Einkaufsergebnisse

Leuchttürme, Atlantikbrise 10

Mittwoch, November 16th, 2011

13. Reisetag:

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Ich liebe Leuchttürme. Heute früh sind wir vom Haus hinüber zum Leuchtturm von Tazones gelaufen. Der Vormittag war nicht mehr ganz jung, aber der Ort Tazones wirkte ausgestorben wie um 6 Uhr früh. Erst auf dem Rückweg bekamen wir in der Bar Puerta einen café con leche serviert.

Der Leuchtturm liegt auf der Klippe unserem Haus gegenüber und ist im Jahre 1854 gebaut worden. Dementsprechend sieht seine Fassade viktorianisch aus mit Glas und Eisen. Der Wanderweg dorthin (und darüber hinaus) gehört zu einem der sechs markierten Wanderwege, die die Gemeinde Villaviciosa den Besuchern offeriert. Im Turismo in der Stadt erhält man dazu einen niedlichen Führer mit Kartenmaterial und einen Bleistift, um den entsprechenden Wanderstempel einzuruppeln.

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Die Bucht von Tazones in der Morgendämmerung

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Wanderweg zum Leuchtturm

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Ein eher unspektakulärer “Landleuchtturm”

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Die Glasfassade der Jahrhundertwende

Faru Peñas und Aquarium Gijon

Nach dem zweiten Frühstück sind wir über Gijon zum zweiten Leuchtturm des Tages, dem Faru Peñas am Capo Peñas. Da es ein bedeckter Tag war und ein Sonntag, war es gar nicht so einfach einen Parkplatz zu finden (Das wird noch zur endlosen Geschichte heute). Im Kellergeschoß des außer Dienst gestellten Leuchtturms ist im Kellergeschoß ein kleines Museum zur Meereswelt vor dem Kap von Peñas untergebracht, das mit einem angrenzenden kilometerlangen Spaziergang an den Klippen den Besuch lohnt. Besonders beeindruckt hat uns, dass das Meer dort fast 5 km tief herab geht. In tiefen Meeresschluchten und Kavernen liefern sich Pottwale und Riesencalamare Kämpfe, bei denen fast immer die Wale Sieger bleiben, denn die Calamare sind ihre Hauptbeute. Im Museum gibt es einen schön simulierten Film, der diesen Kampf nachstellt. Auch die Männer, die von Booten aus auf die meeresumtosten Felsen und Felseninselchen klettern, um Muscheln zu ernten, waren bewunderswert.

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Blick auf die Meereswelt von Capo Peñas

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Kampf Riesencalamar gegen Pottwal

Wir gönnten uns nur einen Blick von der Klippe, denn wir wollten ins Schifffahrtsmuseum von Luanco. Leider fanden wir in der ganzen kleinen Stadt keinen Parkplatz und das Museum selbst hatte keinen. Schade !

Wir fuhren weiter nach Gijon. In der Großstadt begann das Trauerspiel fast von vorne, denn dort fanden wir das von Hannes gewünschte Aquarium zunächst nicht. Wir bedanken uns ganz herzlich beim hilfsbereiten Pizzakurier! Endlich gefunden und das Auto untergebracht, lohnte das direkt am Meer untergebrachte Aquarium einen Besuch: Der Eintrittspreis war bezahlbar, die Tierauswahl durchaus vergleichbar mit dem Weltausstellungsaquarium in Lisboa,  in der Anlage sogar etwas schöner, wundervolle Fischwelten blieben in Erinnerung.

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Das Aquarium in Gijon liegt direkt am Meer

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wir sind angekommen in der Wunderwelt des Aquarium

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Wundervolle Fischwelten!

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Auch die Architektur in der Umgebung gemahnte an Meer und Schifffahrt

Der Abend ist nicht so schön wie gestern, als wir schön draußen beim Sidra sitzen konnten. Draußen zieht Sturm auf oder zumindest eine Regenfront. Es hat keiner von uns mehr Lust zur Casa Rural zu gehen. Marie macht Schnittchen für alle. Wir sitzen im „Sala de Estar“. Auch von hier aus sieht man Leuchtturm und Meer …

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Das Wetter wurde schlechter, der Leuchtturm kaum zu sehen

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Marie machte Schnittchen aus asturischen Spezialitäten

Bis zur nächsten Atlantikbrise, Euer To.

Die wilden Pferde Asturiens, Atlantikbrise 9

Dienstag, November 8th, 2011

Nach dem Mittagessen besuchten wir das kleine Ökomuseum in Arqüeru. Das Thema dieses Museums sind die Asturcones, die Wildpferde Asturiens. Es beinhaltet eine herkömmliche zweisprachige Ausstellung (leider nur spanisch und asturisch) mit Schautafeln und Exponaten, schon sehr professionell gemacht und über Dorfmuseumsniveau weit  hinaus gehend. Unbedingt zum Besuch empfohlen ! Außerdem sind da natürlich die „lebenden Ausstellungsstücke“: Vier Asturcon-Pferde, dazu kommen Schafe, Schweine, Hühner. Bei allen Tieren wurden nur alte asturische Rassen genommen, die ihren Ursprung im Mittelalter oder bei den Asturcones im Altertum haben. Nach der Unterwerfung durch die Römer unter Kaiser Augustus verdingten sich viele der asturischen Reiter bei den Legionen als Auxiliare (Hilfstruppen). Sie stellten rund ein halbes Dutzend Kohorten an allen Grenzen des Reiches und man kann deshalb sagen: Die Reiter Roms ritten Asturcones!

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Asturcones im Museum

Im Gegensatz zu der „Früchtepflügefarm“, die wir auch an diesem Tag besuchten (leckeres Früchteeis!) ist das Museum über die Asturcones noch sehr unbekannt und wenig überlaufen. Aber ich empfehle es besonders deswegen, weil es dort etwas ursprüngliches und typisches über Asturien, die Asturer und ihre Pferde zu erfahren gibt.
Wir besitzen in unserem Archäologischen Landesmuseum den berühmten fränkischen Reiter aus Hornstedt. Wenn wir heute wissen würden, welches Pferd jener Reiter benutzt hatte ! Die Asturer haben romanische Abb. von ihren mittelalterlichen Reitern, die zusammen mit den Kastiliern im gemeinsamen Königreich in die Schlacht gegen die Mauren ritten. Diese Pferde waren Asturcones! Wenn wir heute ähnliche Klarheit über die Pferde der Franken oder der ottonischen Sachsen hätten!

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Asturischer Reiterkrieger auf Asturcon (9. Jhd. San Miquel de LLiño)

Heute hat diese alte Rasse für uns die Größe von Reitponies, aber ihr Maß war im Altertum sogar noch einige cm kleiner. Doch waren dies die Reitpferde Roms und später der Reconquista! Immer noch leben einige wenige Asturcones wild  in den Bergen Asturiens. Allein im östlich von Villaviciosa gelegenen Gebirgszug Sierra del Sueve leben noch über 100 Tiere der Asturcones. Insgesamt sind 1500 Asturcones in Asturien registriert.

Euer To.

An der Ría von Villaviciosa, Atlantikbrise 8

Donnerstag, November 3rd, 2011

 In diesen traurigen und nebligen Tagen habe ich zum Glück wieder etwas Zeit für eine Atlantikbrise, wie ich meine Reiseberichte aus Asturien nenne, kommen wir heute zum …

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Segelboot in der Bucht von Tazones

10. Reisetag:
Wir sind von den Bergen herunter. Es war ein herzlicher Abschied von den Leuten im Hotel „Alto de Estazadas“. Bei noch längerem Aufenthalt wären wir wahrscheinlich in die Familie aufgenommen worden!
Im Regen sind wir gekommen, im Regen sind wir bis Nava gefahren, um dort das Sidraria-Museum zu besichtigen. Es mochte am Regen gelegen haben, aber der Ort gefiel uns nicht, so ging die Reise weiter bis an die Ría de Villaviciosa. Den Ortsnamen muss ich erst einmal üben, um ihn aussprechen zu können. Zur Ría schreibt Roberto Cabo in seinem „Reiseführer Natur Spanen“:
“Nördlich der Kleinstadt Villaviciosa bilden Dünen, Wattflächen, Schilfröhrrichte und periodisch überschwemmte Wiesenflächen ein von den Gezeitenwechseln geprägtes Landschaftsmosaik.“
Eine faszinierende Landschaft!

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 Mündung der Ría von Villaviciosa

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“Unsere” Casa Rural

Wir sind in der Casa Rural La Atalaya untergekommen. Die Zimmer sind neu eingerichtet und komfortabel. Der Blick geht direkt auf den Atlantik. Aber an die Ehebetten mit nur einer Decke werde ich mich nicht gewöhnen. Ein Restaurant ist an der Casa Rural (Landhaus) angegliedert, das mit einem etwas höheren Preis für das Menü als normal aufwartet, aber dafür eine ausgezeichnete Spoa de Marisco und viel, viel Essen für das Geld inkl. Wein und Nachtisch (Das leckerste Eis bisher in Spanien!) bietet. Zu empfehlen! Wir sitzen nun vor dem Eingang unter dem Vordach und unter Weinranken. Der Blick geht auf eine schöne Hortensie und dahinter auf das Meer, o Mar!, der Atlantik:

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11. Reisetag:

Das Haus oberhalb von Tazones

Leider hatte man in der Casa Rural nur für eine Nacht für uns Platz. Aber die Besitzer verfügten über ein schönes Ferienhaus in der Nähe oberhalb des stark frequentierten Küstenort Tazones. Wir schauten es uns an. Es war malerisch. Es ist eine einzeln stehende Villa an der Klippe oberhalb von Tazones. Zwei oder drei Wohnungen befinden sich darin, wir bekamen die größte mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern und einem großen Salon. Vom Haus konnten wir direkt auf das Meer, auf Tazones und auf den Leuchtturm gegenüber schauen.

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Blick auf Meer und Leuchtturm

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Mein Auto, mein Haus …

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Mein Haus, meine Terrasse …

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… und mein Salon.

Tazones ist ein malerischer Ort, einst nur ein armes Fischerdorf, heute Touristenmagnet. Eine große Hafenmauer und Wellenbrecherwürfel schützen die Bevölkerung vor der Flut. Einen kleinen Strand gibt es dort auch. Annette wäre am liebsten in jede kleine Gasse hinein gerannt. Trinken kann man dort etwas, auch einen gemütlichen Kaffee trinken, aber vom Essengehen ist abzuraten: Viel, viel teurer als in Ribadesella, Gijon oder Villaviciosa. Also nur mit großem Geldbeutel zu empfehlen. Zum Spazierengehen allerdings sehr schön. Auch kann man am Hafen Fisch kaufen …

Tazones

Tazones

12. Reisetag:

Villaviciosa

Der erste Nacht im Ferienhaus oberhalb von Tazones verlief ruhig und erholsam. Gegenüber wies der Leuchtturm den Schiffen den Weg. Ich hätte die ganze Nacht zuschauen mögen.
Wir fuhren nach Villaviciosa zum Einkaufen. Es ist wirklich eine sehr schöne und malerische Kleinstadt mit schönen Gassen und den typischen alten Häusern z.T. mit Glasbalkonen. Wir besuchten die Markthalle, trafen Karl I./V.  (Carlos I.) auf einem Platz und besuchten die Kirche St. Maria de Oliva mit dem hochmittelalterlichen Charme der Alfonso X.-Ära. Leider hatte eine spätere Zeit am Kirchenportal gewütet: Franzosen, Anarchisten oder Karlisten hatten die Heiligenköpfe abgeschlagen.

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Villaviciosa ist auch im Regen schön

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Die Kirche St. Maria de Oliva

Kirche St. Maria de Oliva

Die Madonna am Portal von St. Maria de Oliva

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Markthalle von Villaviciosa, u.a. frischen Fisch gibt es hier zu kaufen

Carlos I. von Spanien, gleichzeitig Karl V. des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation landete am 19. September 1519 in Villaviciosa und betrat das erste Mal die spanische Erde, um seiner Mutter Juana das vereinigte Königreich von Kastilien-León und Aragón zu entreißen. Die Großen Spaniens begrüßten die Machtergreifung,  ließen die letzte Trastamarakönigin Juana für verrückt erklären und in der kastilischen Stadt Tordesillas in “Palastarrest” gefangen halten. Auch wenn erst der Comunero-Aufstand der kastilischen Städte mühsam zu beseitigen war, begann hier in Villaviciosa der Aufstieg des Habsburgerreiches, in dem die Sonne nie unterging.

 Carlos Primero

Denkmal für Karl I. von Spanien / Karl V. des Heiligen Römischen Reiches in Villaviciosa

Bis zur nächsten Atlantikbrise, Euer To.