An der Ría von Villaviciosa, Atlantikbrise 8

 In diesen traurigen und nebligen Tagen habe ich zum Glück wieder etwas Zeit für eine Atlantikbrise, wie ich meine Reiseberichte aus Asturien nenne, kommen wir heute zum …

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Segelboot in der Bucht von Tazones

10. Reisetag:
Wir sind von den Bergen herunter. Es war ein herzlicher Abschied von den Leuten im Hotel „Alto de Estazadas“. Bei noch längerem Aufenthalt wären wir wahrscheinlich in die Familie aufgenommen worden!
Im Regen sind wir gekommen, im Regen sind wir bis Nava gefahren, um dort das Sidraria-Museum zu besichtigen. Es mochte am Regen gelegen haben, aber der Ort gefiel uns nicht, so ging die Reise weiter bis an die Ría de Villaviciosa. Den Ortsnamen muss ich erst einmal üben, um ihn aussprechen zu können. Zur Ría schreibt Roberto Cabo in seinem „Reiseführer Natur Spanen“:
„Nördlich der Kleinstadt Villaviciosa bilden Dünen, Wattflächen, Schilfröhrrichte und periodisch überschwemmte Wiesenflächen ein von den Gezeitenwechseln geprägtes Landschaftsmosaik.“
Eine faszinierende Landschaft!

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 Mündung der Ría von Villaviciosa

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„Unsere“ Casa Rural

Wir sind in der Casa Rural La Atalaya untergekommen. Die Zimmer sind neu eingerichtet und komfortabel. Der Blick geht direkt auf den Atlantik. Aber an die Ehebetten mit nur einer Decke werde ich mich nicht gewöhnen. Ein Restaurant ist an der Casa Rural (Landhaus) angegliedert, das mit einem etwas höheren Preis für das Menü als normal aufwartet, aber dafür eine ausgezeichnete Spoa de Marisco und viel, viel Essen für das Geld inkl. Wein und Nachtisch (Das leckerste Eis bisher in Spanien!) bietet. Zu empfehlen! Wir sitzen nun vor dem Eingang unter dem Vordach und unter Weinranken. Der Blick geht auf eine schöne Hortensie und dahinter auf das Meer, o Mar!, der Atlantik:

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11. Reisetag:

Das Haus oberhalb von Tazones

Leider hatte man in der Casa Rural nur für eine Nacht für uns Platz. Aber die Besitzer verfügten über ein schönes Ferienhaus in der Nähe oberhalb des stark frequentierten Küstenort Tazones. Wir schauten es uns an. Es war malerisch. Es ist eine einzeln stehende Villa an der Klippe oberhalb von Tazones. Zwei oder drei Wohnungen befinden sich darin, wir bekamen die größte mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern und einem großen Salon. Vom Haus konnten wir direkt auf das Meer, auf Tazones und auf den Leuchtturm gegenüber schauen.

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Blick auf Meer und Leuchtturm

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Mein Auto, mein Haus …

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Mein Haus, meine Terrasse …

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… und mein Salon.

Tazones ist ein malerischer Ort, einst nur ein armes Fischerdorf, heute Touristenmagnet. Eine große Hafenmauer und Wellenbrecherwürfel schützen die Bevölkerung vor der Flut. Einen kleinen Strand gibt es dort auch. Annette wäre am liebsten in jede kleine Gasse hinein gerannt. Trinken kann man dort etwas, auch einen gemütlichen Kaffee trinken, aber vom Essengehen ist abzuraten: Viel, viel teurer als in Ribadesella, Gijon oder Villaviciosa. Also nur mit großem Geldbeutel zu empfehlen. Zum Spazierengehen allerdings sehr schön. Auch kann man am Hafen Fisch kaufen …

Tazones

Tazones

12. Reisetag:

Villaviciosa

Der erste Nacht im Ferienhaus oberhalb von Tazones verlief ruhig und erholsam. Gegenüber wies der Leuchtturm den Schiffen den Weg. Ich hätte die ganze Nacht zuschauen mögen.
Wir fuhren nach Villaviciosa zum Einkaufen. Es ist wirklich eine sehr schöne und malerische Kleinstadt mit schönen Gassen und den typischen alten Häusern z.T. mit Glasbalkonen. Wir besuchten die Markthalle, trafen Karl I./V.  (Carlos I.) auf einem Platz und besuchten die Kirche St. Maria de Oliva mit dem hochmittelalterlichen Charme der Alfonso X.-Ära. Leider hatte eine spätere Zeit am Kirchenportal gewütet: Franzosen, Anarchisten oder Karlisten hatten die Heiligenköpfe abgeschlagen.

Villaviciosa

Villaviciosa ist auch im Regen schön

Villaviciosa

Die Kirche St. Maria de Oliva

Kirche St. Maria de Oliva

Die Madonna am Portal von St. Maria de Oliva

Villaviciosa

Markthalle von Villaviciosa, u.a. frischen Fisch gibt es hier zu kaufen

Carlos I. von Spanien, gleichzeitig Karl V. des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation landete am 19. September 1519 in Villaviciosa und betrat das erste Mal die spanische Erde, um seiner Mutter Juana das vereinigte Königreich von Kastilien-León und Aragón zu entreißen. Die Großen Spaniens begrüßten die Machtergreifung,  ließen die letzte Trastamarakönigin Juana für verrückt erklären und in der kastilischen Stadt Tordesillas in „Palastarrest“ gefangen halten. Auch wenn erst der Comunero-Aufstand der kastilischen Städte mühsam zu beseitigen war, begann hier in Villaviciosa der Aufstieg des Habsburgerreiches, in dem die Sonne nie unterging.

 Carlos Primero

Denkmal für Karl I. von Spanien / Karl V. des Heiligen Römischen Reiches in Villaviciosa

Bis zur nächsten Atlantikbrise, Euer To.

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