Meer und Zaubergarten, Atlantikbrise 12

 Toscaf

Der Werbeblock zwischendurch: To hat nun seinen eigenen Kaff!

Einen frühen Morgen später ist der Nieselregen fort. Ich genieße die Morgensonne, das Meer, das Licht darauf. Das Atlantiklicht ist mir so viel wert wie das Gesicht der Geliebten! Na, fast so viel wert!

Es sind wieder Boote ausgefahren. „Toscaf“ steht auf dem Geländer neben mir. Irgendwo weit über mir schreit eine Möwe. Es reicht mir, in diesen herrlich langen Ferien einfach nur auf das Meer zu schauen. Es ist nicht so, dass ich es verstehe, noch kann ich es ergründen. Aber ich fühle eine innige Verbundenheit. Vom Meer komme ich, zum Meer gehe ich. Hier in Asturien schauen sogar die Friedhöfe auf den Atlantik, als wollten sie anzeigen: Hier liegen zwar die Reste meines Körpers, aber meine Seele ist längst zum letzten Mal hinaus gefahren.

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ein typischer Friedhof über dem Meer in Asturien

Im Jurasic-Museum

Erstaunlich, was diese kleine Gegend am Atlantik bietet: Neben den zwei präromanischen Kirchen, die unbedingt besichtigt werden müssen (wenn man es nicht schon getan hat), gibt es z.B. auch kleine Ausflugsziele wie das Schulmuseum in Catabranes (leider geschlossen) und die kl. Kirche St. Juan aus dem 13. Jahrhundert am Stadtrand von Villaviciosa. Diese bot ein paar schöne Canecillos (Skulpturen unter dem Dach), eine alte Tür mit interessanten Beschlägen und ein schönes Portal. Das Vordach und der Arkadengang sind womöglich nicht Entstehungszeit. Ins Innere der kleinen Kirche konnten, dafür waren wir zu früh am Nachmittag da.

Canecillos

Canecillos romanicas an der Kirche St. Juan in Villaviciosa

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Detail vom Portal von St. Juan, Pilger oder die drei Könige ?

St. Juan

St. Juan von außen

Jurasic-Museum

im Jurasic-Museum

Trotz des Protestes von Marie fuhren wir danach ins Jurasic-Museum. An vielen Stellen an den Küsten von Asturien fanden sich Fußabdrücke von Dinosauriern und Funde aus der Jurazeit. Das Museum dazu wurde zwischen Ribadesella und Villaviciosa eingerichtet. Der Besuch hat sich schon wegen der Architektur gelohnt. Das Museum ist in Form eines Dinosaurier-Fußes gebaut und hat innen gewaltige Holzstrebengewölbe. Ansonsten waren  riesige Dinosaurier-Rekonstruktionen, Fossilien aus Asturien und viele Versteinerungen zu sehen. Am Mittwoch ist im Museum freier Eintritt. Deswegen war ganz schön was los! Auf der Rücktour kamen wir durch Lastres, ein faszinierend am Hang und an den Klippen hinaufgebauter Küstenort.
 17. Reisetag:

Der Strand von Rodiles

Da wir es am Vortag nicht geschafft haben, sind wir heute früh gleich zum Strand von Rodiles gefahren. Diese liegt genau gegenüber unserem Ferienhaus auf der anderen Seite der Ría. Wieder schien es erst 6 Uhr früh, so leer und verlassen wirkte alles, aber es war sicher schon 10 Uhr durch. Rodiles ist einer der längsten Strände Asturiens, befindet sich an der Mündung der Ría von Villaviciosa. Es geht sehr flach ins Wasser hinein und ist deswegen auch sehr Kinder geeignet. Doch im Moment waren wir fast alleine da und machten einen langen Strandspaziergang. Mit uns kamen auch andere Spaziergänger und erste Badegäste, eine Wellenreiterschule und erst als wir uns wieder zur Stadt aufmachten, kamen uns in einer langen Reihe von Autos die Tagesbesucher entgegen. Parkplätze sind übrigens ausreichend vorhanden!

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Der Strand von Rodiles

Wellenreiter

Wellenreitenlernen an der Playa de Rodiles

Annette bestand auf einen Halt in Villaciosa, um ein weiteres Mal den Kunsthand-werkermarkt dort zu besuchen und Azabache-Schmuck zu kaufen. Azabache ist ähnlich wie Bernstein ein Fossil, hier aus dem Jura, es ist Baumharz oder besteht aus Baumbestandteile, versteinert. Es ist jetzt ein sehr schöner schwarzer Stein, in Spanien auch schwarzer Bernstein genannt. Das Kaffeetrinken in der bereits erwähnten Confiteria Colón haben wir sehr genossen. Gestärkt können wir uns deswegen dem nächsten Ausflugsziel zuwenden:

Der „Zaubergarten“ in Gijon

Wir waren am Botanischen Garten in Gijon schon beim letzten Ausflug vorbei gekommen. Ein Besuch war als kurzer Abendausflug geplant: Von Villaviciosa aus kamen wir schnell über die A 8 nach Gijon. Wir nahmen die Ausfahrt Hospital, schon waren wir da, eigener Parkplatz ist vorhanden. Vorweg gesagt: Es hatte sich gelohnt. Es war ein wundervoller langer Spaziergang, denn die Anlage ist gewaltig! Wir brauchten den ganzen Abend (bis 21 Uhr ist geöffnet), um einmal durchzulaufen. Und der B. Garten wird noch erweitert: Ein großes Tropenhaus ist in Planung.

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Zaubergarten in Gijon

Die Anlage ist nicht nur Botanischer Garten, sondern auch Park, Museum, Nutzgarten usw. mit tausenden von professionellen Hinweistafeln ausgestattet, die wir uns gar nicht alle in der Zeit durchlesen konnten. Toiletten, sogar Wickelräume, Ausruhplätze, Cafeterías etc. sind ausreichend vorhanden. Ein Kritikpunkt betraf uns nicht mehr, aber wir haben noch stets den Blick drauf: Erstens ist der Kinderteil + Museumspädagogik ganz am hinteren Ende des Parks sehr versteckt und dann dieser gar nicht im Betrieb, denn auch hier wurde gerade gebaut. Aber es gab noch zahlreiche andere Angebote, mit denen große und kleine Kinder durchaus beschäftigt werden konnten.
Wenn je das Wort „Zaubergarten“ auf etwas zutraf, dann für den botanischen Garten in Gijon. Es hätte uns nicht verwundert, wenn wir keinen Weg mehr heraus gefunden hätten. Aber das durfte nicht sein. Die Realität holte uns durch die Anwesenheit von Wachfrauen und -männern ein, die durch ihr bloßes Auftauchen die Besucher daran erinnerten, dass der Aufenthalt in diesem Paradies zeitlich begrenzt ist.

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Museumsexponate im botanischen Garten

Marie wunderland

Marie im Wunderland des Zaubergartens

Kohl

Alte Nutzpflanzen (hier asturischer Kohl) und …

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Medizinpflanzen sind im Zaubergarten angepflanzt.

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Alles ist durchzogen von Wasserläufen

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und wundervolle Bäume stehen hier.

Fischbraten

Vom Zaubergarten wieder zurück zu den leiblichen Genüssen. Der Vorteil eines Ferienhauses ist, dass man dort auch kochen kann. Im Geschäft des Portu de Tazones, dort wo ein kleiner weiblicher Trasgu von etwa 1,5o Größe bedient, kauften wir 5 Pagellus bocavareos aus der Bucht von Tazones, dazu Rochenflügel. Fische und Flügel wurden lecker mit Zwiebeln gebraten. Es war etwa 1 kg Fisch und ergab eine feine Mahlzeit. Der El Gaitero-Cava schmeckte ausgezeichnet dazu.

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