Spätsommer an der Ría von Navia, Atlantikbrise 13

Casona Naviega

Balkonblick von der Casona Naviega auf die Ría von Navia

18. bis 19. Reisetag:
Wein, leckere, in Knoblauch angebratene Chipirones, das war der Abschied von der Casa Rural. Der Leuchtturm leuchtete ein letztes Mal für uns. Wir verabschiedeten uns von dem herrlichen Atlantikblick, wir hatten ein letztes milchig-silbriges Morgenlicht. Es ging weiter.
Wir kamen jetzt in eine Gegend von Asturien gekommen, die mir vorher unbekannt war. Wir fuhren  auf der A8 an den Industrierevieren von Gijon und Aviles vorbei und danach nach Westen, immer nach Westen. Zuerst gab es noch einige kleine touristisch erschlossene Orte und kleine Strände, die wir ausmachen konnten, als wir die Wahnwitzkonstrukte der spanischen Viadukte überquerten, aber plötzlich gab es nur noch Wald, Berge und Atlantik. Die Stadt Luarca kam als nächstes, ein enger Ort, den wir bald verließen. Wir reisten noch ein Stück weiter nach Navia und bogen in die Berge ein, um uns ein letztes Quartier zu suchen. Hinter dem Castro von Coaña gab es nur noch die Bergstraße, uns wunderschön über das Tal von Navia erhebend. Beim nächsten Castro unter uns direkt an der Straße gelegen, machten wir eine Pause und kehrten nach Navia um. Direkt in der ruhigen Villengegend am Ortseingang fanden wir ein kleines Hotel, die „Casona Naviega“. Marie war überglücklich, das wir dort zwei Doppelzimmer bekamen.

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Die wilde Küste auf dem Weg nach Navia

 Castrokultur

Asturische Berglandschaft mit dem freigelegten Castro de Pendia

Die „Casona Naviega“

Die „Casona Naviega“, mit Blick auf die Ría, war einst eine Stadtvilla an der Ría gewesen. Zwei junge Leute, beide knapp über 30, hatten sie liebevoll und stilsicher zu einem Hotel ausgebaut. Alle Zimmer waren mit viel Liebe und voller Detailfreude eingerichtet. Was es da alles zu entdecken gab! Selbst Schuhputzzeug war im Schrank versteckt. Und alles mögliche mehr! Ob diese Liebe zum Detail und diese außergewöhnliche Anstrengung es allen schön zu machen auf die Dauer anhält? Wir wollen es hoffen und wünschen den beiden sehr viel Kraft.

Casona Naviega

In der Casona Naviega

Casona Naviega2

In der Casona Naviega

Der Ort Navia selbst schwankt zwischen Schönheit und Verfall, ein mondäner Badeort wie Ribedesella war es nie, eher eine Sommerfrische für die Arbeiter in den asturischen Kohlegruben. Navia mit seiner Umgebung versuchen sich im Moment mit dem Konzept des Parque Historico de Navia (Historischer Park von Navia) ein neues touristisches Vermarktungskonzept zu geben. Der Ort selbst liegt in einer schönen, sehr atlantisch geprägten Gegend, überschattet von dem gewaltigen Straßenviadukt und der Fabrik im Hinterland.
Navia ist ebenfalls eine Gründung von Alfonso dem Weisen, den wir bereits erwähnt haben. Der Charme der engen Gasse hat sich bis heute im Innenstadtbereich erhalten. Es machte Spaß, dort herumzuschlendern. Es war weniger touristisch, einfach eine normale Stadt mit Geschäften zum Einkaufen und für schöne Mitbringsel und skurrilen Trödelläden, vollgeramscht mit Büchern, Haushaltgegenständen, Orden, Büsten etc. z.T. eher Müll.
Unser kleines niedliches Hotel hatte kein Restaurant, so gingen ins große Nachbarhotel essen. Die Menü-Karte hing draußen vor der Tür. Der Comedor atmete den Neubau-Charme der siebziger Jahre, aber der Kellner war nett, ein kleiner Pechvogel, und das Essen war sehr gut und günstig. Wir gingen öfters dorthin und hinterher konnte man sich noch einen Moment an den Springbrunnen im parkähnlichen „Vorgarten“ setzen.

Ría de Navia

Ría de Navia

Navia

Abendstimmung in Navia

 

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