Archive for Februar, 2012

Riesencalamare, Atlantikbrise 14

Freitag, Februar 17th, 2012

Astur14a

An Bord der Nautilus auf der Suche nach den Riesenkalamaren

20. Reisetag:
Luarca, durch das wir auf dem Weg nach Navia kamen, hatte sich am Ende als netter Ort entpuppt: Die kleine Stadt ist von beiden Seiten von Felsen eng umschlossen. Der Bebauung sind enge Grenzen gesetzt. Zudem zieht sich ein Bach durch den Ort bis zum Hafenbecken. Der Ort Luarca folgt gehorsam den Windungen. Über all dem erstrecken sich die Bögen des Viadukts der Eisenbahnstrecke Gijon nach El Ferrol. Gerade als wir ankamen, begann im Ort ein Kunsthandwerkermarkt und eine Banda von Dudelsackspielern zog mit der asturischen Fahne voran durch den Ort.
Wir waren nicht zur Besichtigung hier, sondern auf der Spur der Riesenkalamare, von denen wir im Leuchtturm auf dem Cabo Peña gehört hatten und die hier in der Tiefseeschlucht von Aviles leben. Lange ist die Existenz von solch meterlangen Kalamaren (die Weibchen mit Fangarmen von einer Länge bis 22 Meter lang) bezweifelt worden. Allerdings fanden sich in den Mägen von Pottwalen, deren bevorzugte Nahrung große Kalamare sind, die Überreste von gewaltigen Tintenfischen. Es wurden Tierteile oder ganze Teile angeschwemmt. Im Jahr 2001 begann in Spanien ein Forschungs-unternehmen, den Riesenkalamaren auf die Spur zu kommen, ihre Existenz wird seitdem nicht mehr bezweifelt. Zu viele Beweisstücke liegen seitdem vor. In der „Aula del Mar“ in Luarca sind teilweise die Forschungsergebnisse zu besichtigen. Natürlich sind hier keine lebendigen Tiere zu bestaunen, aber die meterlangen Präparate sind auch beeindruckend und ein Besuch ist deswegen dringend angeraten! Schautafeln sind allerdings rein auf Spanisch. Leider wird auf internationalen Besuch noch keine Rücksicht genommen. Das ist schade! Ja, und leider kann ich auch keine Beweisfotos vorlegen. Die riesigen Präparate ließen sich nicht aufs Foto bannen. Hier aber jemand, der es besser konnte… klick

Astur14b

Fischerboote dieser Größe fingen Riesencalamare ein

Luarca

Ein Blick auf Hafen und Stadt Luarca

Zurück in die Geburtsstadt

Montag, Februar 6th, 2012

Lübeck

Das Holstentor, wie es jeder kennt. Im Hintergrund rechts St. Petri, sowie alte Speichergebäude und Giebelhäuser

… Lübeck. Eine sehr bezaubernde Freundin fragte mich gerade via Mail: “Was macht ihr denn in Lübeck?” Ich möchte es ihr kurz beantworten: Ich bin in der Hansestadt an der Ostsee geboren und aufgewachsen. Und befinde mich damit in guter Gesellschaft: August Hermann Francke, Friedrich Overbeck, die Brüder Mann und Erich Mühsam sind hier geboren und aufgewachsen. Nicht dass ich mich mit diesen berühmten Herren vergleichen möchte. Aber ich teile nun mal das Schicksal mit ihnen, die pitoreske Stadt verlassen zu haben, um irgendwo anders auf eigenen Füßen zu stehen.

Wir sind in diesen Winterferien also nicht nach Winderatt und Flensburg gefahren, sondern nach Lübeck. Mitten in der Altstadt, in einem “Rosenruine” genannten Gängehaus in der Fleischhauerstraße haben wir uns für eine Woche einquartiert. Das Vorderhaus  ist ein Giebelhaus von 1285. Es ist eine Reise in die Vergangenheit. Wir werden trotz der Kälte durch die alte Hansestadt spazierengehen und  die Museen der Stadt Lübeck besichtigen. Einige davon jedenfalls!

Es ist eine Reise in die Vergangenheit. An keinem Ort der Welt wie am Geburtsort ist das Gefühl so stark, dass man alt geworden ist. Ich hätte nicht zurückkehren sollen, auch wenn mich die Kinder überredet haben.  Die schönen Mädchen der Vergangenheit, sind heute grauhaarige Frauen an der Supermarktkasse, mit der Zigarette an der Straßenecke und dickvermummt auf der Straße. Das Schlimmste: Der kleine Buchladen, in dem mir Frau Roggenkamp gute Literatur empfohlen hat, ist auch nicht mehr.

Für Heute, der To.

Lübeck

Blick von einer (modernen) Travebrücke auf St. Petri (rechts) und St. Marien