02/11/13

Weihnachten und Neujahr in Spanien

 Atlantikbrise 2013

Wir haben Weihnachten und Neujahr viele Leute vernachlässigt (auch die Weihnachtspost ist dieses Jahr nur unvollständig herausgegangen). Der Grund war unser Besuch bei Marie in Lugo/Spanien. Wir bitten alle um Entschuldigung und hoffen, ihr konntet es ein bißchen verstehen.

Wie ist nun Weihnachten in Spanien?  Empfunden sehr viel ruhiger als bei uns. Da Advent weitgehend unbekannt ist, beginnen z.B. die Weihnachtsmärkte erst am 23.12. und geWeihnachen Spanienhen meistens bis zum 06. Jan. (Heilige Drei Könige). An diesem Tag gibt es in Spanien die Geschenke, was sich von der Logik auch eher erschließt als das mysteriöse Erscheinen eines gutgelaunten dicken Herrn namens Weihnachtsmann (Könnte auch der Schneemann kommen!).

Unser persönliches Weihnachten lief so ab: Das Krippenspiel sahen wir uns in Maries Schule außerhalb von Lugo an. Am Heiligabend machten wir Gambas satt und beschenkten uns mit kleinen Dingen unter einem kleinen „Weihnachtsbaum“ (jedenfalls das, was wir noch in letzter Minute vor Ort bekamen).

Am 1. Weihnachtstag fuhren wir nach Santiago de Compostela (Bildergalerie): http://meinfigaro.de/inhalte/b7ff8925d25cadc7

Die restlichen Weihnachtstage blieben wir in Lugo: Melancholie der römischen Mauer in Lugo (Bildergalerie): http://meinfigaro.de/inhalte/969b9e05b4d47ff4

Allerdings machten wir einen kleinen Abstecher nach Portugal, um den „Hobbit“ in Originalsprache zu sehen. Da es uns in Lugo doch zu melancholisch wurde, machten wir eine eine kleine Winterreise an die Atlantikküste von Galicia: http://meinfigaro.de/inhalte/c4f699da58b7e641

und hier die kleine Ferienwohnunganlage, in der wir untergekommen sind: http://www.oplantio.com/
Anna, die das Haus betreut, kann aber nur spanisch (im Norden ist der Tourismus
überwiegend innerspanisch). Die Fotos sind nicht geschönt. Es ist wirklich sehr herrlich dort. Und wir waren im Winter da. Oder es war herrlich dort, weil wir im Winter da waren. Das kann natürlich auch sein.

Liebe Atlantikgrüße vom To.

03/7/12

Der Gesang des Wasserfalls, Atlantikbrise 15

Oneta-Fälle1

21. Reisetag: (zu Besuch bei den Xanas)… ist eine so schöne Musik. Der erste Fall unterhalb des Dorfes Oneta ist ca. 20m tief. Wir sitzen direkt daneben. Der Tag hat schön mit Frühstück im Hotel, dem besten Frühstück in ganz Spanien, begonnen und geht jetzt mit der Musik des Wassers weiter. Unser Spaziergang setzte sich an alten Mühlen und auf der Suche nach dem zweiten und dritten Fall fort. Der dritte Fall ging noch ca 11m tief. Warum der Weg dorthin schwer begehbar sein soll, war schwer zu verstehen. Wir sind durch den trockenen Mühlgraben marschiert und dann den Hang hinab. Der dritte Fall bildete einen Xana-See, eine Badewanne für die asturischen Nymphen. An dessen Rand konnten wir uns auf die Steine setzen, an diesem magischen Ort innehalten. Ich baute an den Rand des Wassers ein Steinmännchen, den Xanas zu sagen, dass Verwandte da waren.
Es sind die kleinen Dinge, die ich von diesem Tag in Erinnerung behalten möchte: Die alte Frau, die Marie so freundlich oberhalb der Wasserfälle angehalten hat; der verträumte Friedhof oberhalb von Oneta, wie eine Böcklin-Leinwand; die traurigen Augen des Kellners, der uns an der Hauptstraße bediente. Dazwischen tropfte und sang immer noch der Wasserfall, die Cascaden der Xanas, eine Melancholie, die schwer aus den Herzen der Sterblichen zu vertreiben ist.

Oneta-Fälle2

Der erste Oneta Fall

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Unsere Reisegesellschaft an den Fällen

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Die kleinen „Fälle“ zwischendurch und …

Oneta-Fälle5

der Weg im trockenen Mühlkanal mit …

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Blick in ein Mühlenhäuschen.

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Die tiefsten Oneta-Fälle, die wir erreichen konnten, Elfenbad und …

Oneta-Fälle8

der Gesang des Wassers.

Wir versuchen es am Besten mit Fußball: „Unsere U-19-Mannschaft“ spielte am Abend gegen Tschechien im Weltmeisterschaftsendspiel und dazu kehrten wir ins Hotel zurück. 3 : 2 ging das Spiel für Spanien aus, „Somos Campiones de todos!“ (Wir sind überall Champion!) titelten die Zeitungen am nächsten Tag. Wir jubelten mit und feierten mit Schoko-Churos, belgischen Bier und frischgepreßten Orangensaft aus der Hotelbar auf der Terrasse am Rande der Ría von Navia.

Oneta-Fälle9

02/17/12

Riesencalamare, Atlantikbrise 14

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An Bord der Nautilus auf der Suche nach den Riesenkalamaren

20. Reisetag:
Luarca, durch das wir auf dem Weg nach Navia kamen, hatte sich am Ende als netter Ort entpuppt: Die kleine Stadt ist von beiden Seiten von Felsen eng umschlossen. Der Bebauung sind enge Grenzen gesetzt. Zudem zieht sich ein Bach durch den Ort bis zum Hafenbecken. Der Ort Luarca folgt gehorsam den Windungen. Über all dem erstrecken sich die Bögen des Viadukts der Eisenbahnstrecke Gijon nach El Ferrol. Gerade als wir ankamen, begann im Ort ein Kunsthandwerkermarkt und eine Banda von Dudelsackspielern zog mit der asturischen Fahne voran durch den Ort.
Wir waren nicht zur Besichtigung hier, sondern auf der Spur der Riesenkalamare, von denen wir im Leuchtturm auf dem Cabo Peña gehört hatten und die hier in der Tiefseeschlucht von Aviles leben. Lange ist die Existenz von solch meterlangen Kalamaren (die Weibchen mit Fangarmen von einer Länge bis 22 Meter lang) bezweifelt worden. Allerdings fanden sich in den Mägen von Pottwalen, deren bevorzugte Nahrung große Kalamare sind, die Überreste von gewaltigen Tintenfischen. Es wurden Tierteile oder ganze Teile angeschwemmt. Im Jahr 2001 begann in Spanien ein Forschungs-unternehmen, den Riesenkalamaren auf die Spur zu kommen, ihre Existenz wird seitdem nicht mehr bezweifelt. Zu viele Beweisstücke liegen seitdem vor. In der „Aula del Mar“ in Luarca sind teilweise die Forschungsergebnisse zu besichtigen. Natürlich sind hier keine lebendigen Tiere zu bestaunen, aber die meterlangen Präparate sind auch beeindruckend und ein Besuch ist deswegen dringend angeraten! Schautafeln sind allerdings rein auf Spanisch. Leider wird auf internationalen Besuch noch keine Rücksicht genommen. Das ist schade! Ja, und leider kann ich auch keine Beweisfotos vorlegen. Die riesigen Präparate ließen sich nicht aufs Foto bannen. Hier aber jemand, der es besser konnte… klick

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Fischerboote dieser Größe fingen Riesencalamare ein

Luarca

Ein Blick auf Hafen und Stadt Luarca

01/29/12

Spätsommer an der Ría von Navia, Atlantikbrise 13

Casona Naviega

Balkonblick von der Casona Naviega auf die Ría von Navia

18. bis 19. Reisetag:
Wein, leckere, in Knoblauch angebratene Chipirones, das war der Abschied von der Casa Rural. Der Leuchtturm leuchtete ein letztes Mal für uns. Wir verabschiedeten uns von dem herrlichen Atlantikblick, wir hatten ein letztes milchig-silbriges Morgenlicht. Es ging weiter.
Wir kamen jetzt in eine Gegend von Asturien gekommen, die mir vorher unbekannt war. Wir fuhren  auf der A8 an den Industrierevieren von Gijon und Aviles vorbei und danach nach Westen, immer nach Westen. Zuerst gab es noch einige kleine touristisch erschlossene Orte und kleine Strände, die wir ausmachen konnten, als wir die Wahnwitzkonstrukte der spanischen Viadukte überquerten, aber plötzlich gab es nur noch Wald, Berge und Atlantik. Die Stadt Luarca kam als nächstes, ein enger Ort, den wir bald verließen. Wir reisten noch ein Stück weiter nach Navia und bogen in die Berge ein, um uns ein letztes Quartier zu suchen. Hinter dem Castro von Coaña gab es nur noch die Bergstraße, uns wunderschön über das Tal von Navia erhebend. Beim nächsten Castro unter uns direkt an der Straße gelegen, machten wir eine Pause und kehrten nach Navia um. Direkt in der ruhigen Villengegend am Ortseingang fanden wir ein kleines Hotel, die „Casona Naviega“. Marie war überglücklich, das wir dort zwei Doppelzimmer bekamen.

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Die wilde Küste auf dem Weg nach Navia

 Castrokultur

Asturische Berglandschaft mit dem freigelegten Castro de Pendia

Die „Casona Naviega“

Die „Casona Naviega“, mit Blick auf die Ría, war einst eine Stadtvilla an der Ría gewesen. Zwei junge Leute, beide knapp über 30, hatten sie liebevoll und stilsicher zu einem Hotel ausgebaut. Alle Zimmer waren mit viel Liebe und voller Detailfreude eingerichtet. Was es da alles zu entdecken gab! Selbst Schuhputzzeug war im Schrank versteckt. Und alles mögliche mehr! Ob diese Liebe zum Detail und diese außergewöhnliche Anstrengung es allen schön zu machen auf die Dauer anhält? Wir wollen es hoffen und wünschen den beiden sehr viel Kraft.

Casona Naviega

In der Casona Naviega

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In der Casona Naviega

Der Ort Navia selbst schwankt zwischen Schönheit und Verfall, ein mondäner Badeort wie Ribedesella war es nie, eher eine Sommerfrische für die Arbeiter in den asturischen Kohlegruben. Navia mit seiner Umgebung versuchen sich im Moment mit dem Konzept des Parque Historico de Navia (Historischer Park von Navia) ein neues touristisches Vermarktungskonzept zu geben. Der Ort selbst liegt in einer schönen, sehr atlantisch geprägten Gegend, überschattet von dem gewaltigen Straßenviadukt und der Fabrik im Hinterland.
Navia ist ebenfalls eine Gründung von Alfonso dem Weisen, den wir bereits erwähnt haben. Der Charme der engen Gasse hat sich bis heute im Innenstadtbereich erhalten. Es machte Spaß, dort herumzuschlendern. Es war weniger touristisch, einfach eine normale Stadt mit Geschäften zum Einkaufen und für schöne Mitbringsel und skurrilen Trödelläden, vollgeramscht mit Büchern, Haushaltgegenständen, Orden, Büsten etc. z.T. eher Müll.
Unser kleines niedliches Hotel hatte kein Restaurant, so gingen ins große Nachbarhotel essen. Die Menü-Karte hing draußen vor der Tür. Der Comedor atmete den Neubau-Charme der siebziger Jahre, aber der Kellner war nett, ein kleiner Pechvogel, und das Essen war sehr gut und günstig. Wir gingen öfters dorthin und hinterher konnte man sich noch einen Moment an den Springbrunnen im parkähnlichen „Vorgarten“ setzen.

Ría de Navia

Ría de Navia

Navia

Abendstimmung in Navia

 

12/21/11

Meer und Zaubergarten, Atlantikbrise 12

 Toscaf

Der Werbeblock zwischendurch: To hat nun seinen eigenen Kaff!

Einen frühen Morgen später ist der Nieselregen fort. Ich genieße die Morgensonne, das Meer, das Licht darauf. Das Atlantiklicht ist mir so viel wert wie das Gesicht der Geliebten! Na, fast so viel wert!

Es sind wieder Boote ausgefahren. „Toscaf“ steht auf dem Geländer neben mir. Irgendwo weit über mir schreit eine Möwe. Es reicht mir, in diesen herrlich langen Ferien einfach nur auf das Meer zu schauen. Es ist nicht so, dass ich es verstehe, noch kann ich es ergründen. Aber ich fühle eine innige Verbundenheit. Vom Meer komme ich, zum Meer gehe ich. Hier in Asturien schauen sogar die Friedhöfe auf den Atlantik, als wollten sie anzeigen: Hier liegen zwar die Reste meines Körpers, aber meine Seele ist längst zum letzten Mal hinaus gefahren.

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ein typischer Friedhof über dem Meer in Asturien

Im Jurasic-Museum

Erstaunlich, was diese kleine Gegend am Atlantik bietet: Neben den zwei präromanischen Kirchen, die unbedingt besichtigt werden müssen (wenn man es nicht schon getan hat), gibt es z.B. auch kleine Ausflugsziele wie das Schulmuseum in Catabranes (leider geschlossen) und die kl. Kirche St. Juan aus dem 13. Jahrhundert am Stadtrand von Villaviciosa. Diese bot ein paar schöne Canecillos (Skulpturen unter dem Dach), eine alte Tür mit interessanten Beschlägen und ein schönes Portal. Das Vordach und der Arkadengang sind womöglich nicht Entstehungszeit. Ins Innere der kleinen Kirche konnten, dafür waren wir zu früh am Nachmittag da.

Canecillos

Canecillos romanicas an der Kirche St. Juan in Villaviciosa

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Detail vom Portal von St. Juan, Pilger oder die drei Könige ?

St. Juan

St. Juan von außen

Jurasic-Museum

im Jurasic-Museum

Trotz des Protestes von Marie fuhren wir danach ins Jurasic-Museum. An vielen Stellen an den Küsten von Asturien fanden sich Fußabdrücke von Dinosauriern und Funde aus der Jurazeit. Das Museum dazu wurde zwischen Ribadesella und Villaviciosa eingerichtet. Der Besuch hat sich schon wegen der Architektur gelohnt. Das Museum ist in Form eines Dinosaurier-Fußes gebaut und hat innen gewaltige Holzstrebengewölbe. Ansonsten waren  riesige Dinosaurier-Rekonstruktionen, Fossilien aus Asturien und viele Versteinerungen zu sehen. Am Mittwoch ist im Museum freier Eintritt. Deswegen war ganz schön was los! Auf der Rücktour kamen wir durch Lastres, ein faszinierend am Hang und an den Klippen hinaufgebauter Küstenort.
 17. Reisetag:

Der Strand von Rodiles

Da wir es am Vortag nicht geschafft haben, sind wir heute früh gleich zum Strand von Rodiles gefahren. Diese liegt genau gegenüber unserem Ferienhaus auf der anderen Seite der Ría. Wieder schien es erst 6 Uhr früh, so leer und verlassen wirkte alles, aber es war sicher schon 10 Uhr durch. Rodiles ist einer der längsten Strände Asturiens, befindet sich an der Mündung der Ría von Villaviciosa. Es geht sehr flach ins Wasser hinein und ist deswegen auch sehr Kinder geeignet. Doch im Moment waren wir fast alleine da und machten einen langen Strandspaziergang. Mit uns kamen auch andere Spaziergänger und erste Badegäste, eine Wellenreiterschule und erst als wir uns wieder zur Stadt aufmachten, kamen uns in einer langen Reihe von Autos die Tagesbesucher entgegen. Parkplätze sind übrigens ausreichend vorhanden!

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Der Strand von Rodiles

Wellenreiter

Wellenreitenlernen an der Playa de Rodiles

Annette bestand auf einen Halt in Villaciosa, um ein weiteres Mal den Kunsthand-werkermarkt dort zu besuchen und Azabache-Schmuck zu kaufen. Azabache ist ähnlich wie Bernstein ein Fossil, hier aus dem Jura, es ist Baumharz oder besteht aus Baumbestandteile, versteinert. Es ist jetzt ein sehr schöner schwarzer Stein, in Spanien auch schwarzer Bernstein genannt. Das Kaffeetrinken in der bereits erwähnten Confiteria Colón haben wir sehr genossen. Gestärkt können wir uns deswegen dem nächsten Ausflugsziel zuwenden:

Der „Zaubergarten“ in Gijon

Wir waren am Botanischen Garten in Gijon schon beim letzten Ausflug vorbei gekommen. Ein Besuch war als kurzer Abendausflug geplant: Von Villaviciosa aus kamen wir schnell über die A 8 nach Gijon. Wir nahmen die Ausfahrt Hospital, schon waren wir da, eigener Parkplatz ist vorhanden. Vorweg gesagt: Es hatte sich gelohnt. Es war ein wundervoller langer Spaziergang, denn die Anlage ist gewaltig! Wir brauchten den ganzen Abend (bis 21 Uhr ist geöffnet), um einmal durchzulaufen. Und der B. Garten wird noch erweitert: Ein großes Tropenhaus ist in Planung.

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Zaubergarten in Gijon

Die Anlage ist nicht nur Botanischer Garten, sondern auch Park, Museum, Nutzgarten usw. mit tausenden von professionellen Hinweistafeln ausgestattet, die wir uns gar nicht alle in der Zeit durchlesen konnten. Toiletten, sogar Wickelräume, Ausruhplätze, Cafeterías etc. sind ausreichend vorhanden. Ein Kritikpunkt betraf uns nicht mehr, aber wir haben noch stets den Blick drauf: Erstens ist der Kinderteil + Museumspädagogik ganz am hinteren Ende des Parks sehr versteckt und dann dieser gar nicht im Betrieb, denn auch hier wurde gerade gebaut. Aber es gab noch zahlreiche andere Angebote, mit denen große und kleine Kinder durchaus beschäftigt werden konnten.
Wenn je das Wort „Zaubergarten“ auf etwas zutraf, dann für den botanischen Garten in Gijon. Es hätte uns nicht verwundert, wenn wir keinen Weg mehr heraus gefunden hätten. Aber das durfte nicht sein. Die Realität holte uns durch die Anwesenheit von Wachfrauen und -männern ein, die durch ihr bloßes Auftauchen die Besucher daran erinnerten, dass der Aufenthalt in diesem Paradies zeitlich begrenzt ist.

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Museumsexponate im botanischen Garten

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Marie im Wunderland des Zaubergartens

Kohl

Alte Nutzpflanzen (hier asturischer Kohl) und …

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Medizinpflanzen sind im Zaubergarten angepflanzt.

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Alles ist durchzogen von Wasserläufen

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und wundervolle Bäume stehen hier.

Fischbraten

Vom Zaubergarten wieder zurück zu den leiblichen Genüssen. Der Vorteil eines Ferienhauses ist, dass man dort auch kochen kann. Im Geschäft des Portu de Tazones, dort wo ein kleiner weiblicher Trasgu von etwa 1,5o Größe bedient, kauften wir 5 Pagellus bocavareos aus der Bucht von Tazones, dazu Rochenflügel. Fische und Flügel wurden lecker mit Zwiebeln gebraten. Es war etwa 1 kg Fisch und ergab eine feine Mahlzeit. Der El Gaitero-Cava schmeckte ausgezeichnet dazu.

11/23/11

Bodega „El Gaitero“, Atlantikbrise 11

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Das Fass „Barcelona“ in der Bodega „El Gaitero“

14. Reisetag: Wir besuchten erneut Villavivciosa, waren auf dem Kunsthandwerkermarkt und hatten das erste Mal Pech mit dem Essen (s.u. „Was wir empfehlen und was nicht“). Der zweite Teil des Tages war erfreulicher: Wir besuchten die Bodega „El Gaitero“ Es erwartete uns ein ähnliches Besuchsprogramm wie z.B. in den Freyburger Sektkellereien inkl. einer Degustación. Selbst ohne große Spanischkenntnisse ist die Führung interessant. In dieser Bodega wurde/wird mit der Champagnermethode der Sidra natural in einen spritzigen Apfelsekt verwandelt. Der Verarbeitungsprozess der Äpfel zu Sidra wird erklärt, eine Halle mit Fässern wartet und dahinter lauern wahre Riesenfässer mit den Namen der Länder,  in denen ausgewanderte Asturer und andere Spanier auf die Flaschen mit „El Gaitero“ warteten, die direkt von der Bodega über die Ría nach Übersee verschifft wurden. Im alten Bürogebäude der Firma, erbaut 1890, ist nun das von einer Stiftung betriebene Museum zu besuchen, das Exponate und Informationen zur Firmengeschichte bietet und auf jeden Fall besuchenswert ist. Wie sich die Firma durch die Zeit gerettet hat, demonstrieren Fotos mit dem Militärdiktator Primo de Rivera (regierte von 1923 – 30) und ein anderes Bild mit den Castros, den neuen Führern auf Cuba, die sich Sidra „El Gaitero“ zur Feier der Revolution schmecken ließen. Sidra El Gaitero, famosa en le mundo entero (wohlschmeckend auf der ganzen Welt)! Wir nahmen auf jeden Fall eine Kiste „El Gaitero“ mit.

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Im Museum der Bodega, alte Plakate und Fotos

15. und 16. Reisetag:

Einkaufen in Oviedo

Wir sind fast zwei Wochen in Asturien. Es herrscht ganz schlechtes Wetter, vor dem Haus ist es kalt und es nieselt ohne Unterlass. Annette und Marie sind früh aufgebrochen zu einem „Shoppingausflug“ nach Oviedo. Am Abend wird der „Salar der Estar“ voll mit Einkaufstüten sein, bedruckt mit den Namen der großen spanischen Modeketten. Es gab „rebajas“ oder auf asturisch „rebaxes“, auf Deutsch „Sommerschlussverkauf“.
Hannes und ich sind im Haus geblieben. Mein Wunsch, den ganzen Tag vor dem Haus zu sitzen und auf das Meer zu schauen, ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Ich sitze hier am schweren Holztisch und schaue durch das Fenster um den von Nebel- und Regenschwaden umzingelten Leuchtturm. Wir haben genug zu lesen mit, ein episches Computerspiel und ich schreibe auch eine Menge, z.B. diesen Bericht hier …

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Marie in Oviedo

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Einkaufsergebnisse

11/16/11

Leuchttürme, Atlantikbrise 10

13. Reisetag:

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Ich liebe Leuchttürme. Heute früh sind wir vom Haus hinüber zum Leuchtturm von Tazones gelaufen. Der Vormittag war nicht mehr ganz jung, aber der Ort Tazones wirkte ausgestorben wie um 6 Uhr früh. Erst auf dem Rückweg bekamen wir in der Bar Puerta einen café con leche serviert.

Der Leuchtturm liegt auf der Klippe unserem Haus gegenüber und ist im Jahre 1854 gebaut worden. Dementsprechend sieht seine Fassade viktorianisch aus mit Glas und Eisen. Der Wanderweg dorthin (und darüber hinaus) gehört zu einem der sechs markierten Wanderwege, die die Gemeinde Villaviciosa den Besuchern offeriert. Im Turismo in der Stadt erhält man dazu einen niedlichen Führer mit Kartenmaterial und einen Bleistift, um den entsprechenden Wanderstempel einzuruppeln.

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Die Bucht von Tazones in der Morgendämmerung

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Wanderweg zum Leuchtturm

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Ein eher unspektakulärer „Landleuchtturm“

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Die Glasfassade der Jahrhundertwende

Faru Peñas und Aquarium Gijon

Nach dem zweiten Frühstück sind wir über Gijon zum zweiten Leuchtturm des Tages, dem Faru Peñas am Capo Peñas. Da es ein bedeckter Tag war und ein Sonntag, war es gar nicht so einfach einen Parkplatz zu finden (Das wird noch zur endlosen Geschichte heute). Im Kellergeschoß des außer Dienst gestellten Leuchtturms ist im Kellergeschoß ein kleines Museum zur Meereswelt vor dem Kap von Peñas untergebracht, das mit einem angrenzenden kilometerlangen Spaziergang an den Klippen den Besuch lohnt. Besonders beeindruckt hat uns, dass das Meer dort fast 5 km tief herab geht. In tiefen Meeresschluchten und Kavernen liefern sich Pottwale und Riesencalamare Kämpfe, bei denen fast immer die Wale Sieger bleiben, denn die Calamare sind ihre Hauptbeute. Im Museum gibt es einen schön simulierten Film, der diesen Kampf nachstellt. Auch die Männer, die von Booten aus auf die meeresumtosten Felsen und Felseninselchen klettern, um Muscheln zu ernten, waren bewunderswert.

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Blick auf die Meereswelt von Capo Peñas

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Kampf Riesencalamar gegen Pottwal

Wir gönnten uns nur einen Blick von der Klippe, denn wir wollten ins Schifffahrtsmuseum von Luanco. Leider fanden wir in der ganzen kleinen Stadt keinen Parkplatz und das Museum selbst hatte keinen. Schade !

Wir fuhren weiter nach Gijon. In der Großstadt begann das Trauerspiel fast von vorne, denn dort fanden wir das von Hannes gewünschte Aquarium zunächst nicht. Wir bedanken uns ganz herzlich beim hilfsbereiten Pizzakurier! Endlich gefunden und das Auto untergebracht, lohnte das direkt am Meer untergebrachte Aquarium einen Besuch: Der Eintrittspreis war bezahlbar, die Tierauswahl durchaus vergleichbar mit dem Weltausstellungsaquarium in Lisboa,  in der Anlage sogar etwas schöner, wundervolle Fischwelten blieben in Erinnerung.

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Das Aquarium in Gijon liegt direkt am Meer

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wir sind angekommen in der Wunderwelt des Aquarium

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Wundervolle Fischwelten!

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Auch die Architektur in der Umgebung gemahnte an Meer und Schifffahrt

Der Abend ist nicht so schön wie gestern, als wir schön draußen beim Sidra sitzen konnten. Draußen zieht Sturm auf oder zumindest eine Regenfront. Es hat keiner von uns mehr Lust zur Casa Rural zu gehen. Marie macht Schnittchen für alle. Wir sitzen im „Sala de Estar“. Auch von hier aus sieht man Leuchtturm und Meer …

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Das Wetter wurde schlechter, der Leuchtturm kaum zu sehen

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Marie machte Schnittchen aus asturischen Spezialitäten

Bis zur nächsten Atlantikbrise, Euer To.

11/8/11

Die wilden Pferde Asturiens, Atlantikbrise 9

Nach dem Mittagessen besuchten wir das kleine Ökomuseum in Arqüeru. Das Thema dieses Museums sind die Asturcones, die Wildpferde Asturiens. Es beinhaltet eine herkömmliche zweisprachige Ausstellung (leider nur spanisch und asturisch) mit Schautafeln und Exponaten, schon sehr professionell gemacht und über Dorfmuseumsniveau weit  hinaus gehend. Unbedingt zum Besuch empfohlen ! Außerdem sind da natürlich die „lebenden Ausstellungsstücke“: Vier Asturcon-Pferde, dazu kommen Schafe, Schweine, Hühner. Bei allen Tieren wurden nur alte asturische Rassen genommen, die ihren Ursprung im Mittelalter oder bei den Asturcones im Altertum haben. Nach der Unterwerfung durch die Römer unter Kaiser Augustus verdingten sich viele der asturischen Reiter bei den Legionen als Auxiliare (Hilfstruppen). Sie stellten rund ein halbes Dutzend Kohorten an allen Grenzen des Reiches und man kann deshalb sagen: Die Reiter Roms ritten Asturcones!

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Asturcones im Museum

Im Gegensatz zu der „Früchtepflügefarm“, die wir auch an diesem Tag besuchten (leckeres Früchteeis!) ist das Museum über die Asturcones noch sehr unbekannt und wenig überlaufen. Aber ich empfehle es besonders deswegen, weil es dort etwas ursprüngliches und typisches über Asturien, die Asturer und ihre Pferde zu erfahren gibt.
Wir besitzen in unserem Archäologischen Landesmuseum den berühmten fränkischen Reiter aus Hornstedt. Wenn wir heute wissen würden, welches Pferd jener Reiter benutzt hatte ! Die Asturer haben romanische Abb. von ihren mittelalterlichen Reitern, die zusammen mit den Kastiliern im gemeinsamen Königreich in die Schlacht gegen die Mauren ritten. Diese Pferde waren Asturcones! Wenn wir heute ähnliche Klarheit über die Pferde der Franken oder der ottonischen Sachsen hätten!

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Asturischer Reiterkrieger auf Asturcon (9. Jhd. San Miquel de LLiño)

Heute hat diese alte Rasse für uns die Größe von Reitponies, aber ihr Maß war im Altertum sogar noch einige cm kleiner. Doch waren dies die Reitpferde Roms und später der Reconquista! Immer noch leben einige wenige Asturcones wild  in den Bergen Asturiens. Allein im östlich von Villaviciosa gelegenen Gebirgszug Sierra del Sueve leben noch über 100 Tiere der Asturcones. Insgesamt sind 1500 Asturcones in Asturien registriert.

Euer To.

11/3/11

An der Ría von Villaviciosa, Atlantikbrise 8

 In diesen traurigen und nebligen Tagen habe ich zum Glück wieder etwas Zeit für eine Atlantikbrise, wie ich meine Reiseberichte aus Asturien nenne, kommen wir heute zum …

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Segelboot in der Bucht von Tazones

10. Reisetag:
Wir sind von den Bergen herunter. Es war ein herzlicher Abschied von den Leuten im Hotel „Alto de Estazadas“. Bei noch längerem Aufenthalt wären wir wahrscheinlich in die Familie aufgenommen worden!
Im Regen sind wir gekommen, im Regen sind wir bis Nava gefahren, um dort das Sidraria-Museum zu besichtigen. Es mochte am Regen gelegen haben, aber der Ort gefiel uns nicht, so ging die Reise weiter bis an die Ría de Villaviciosa. Den Ortsnamen muss ich erst einmal üben, um ihn aussprechen zu können. Zur Ría schreibt Roberto Cabo in seinem „Reiseführer Natur Spanen“:
„Nördlich der Kleinstadt Villaviciosa bilden Dünen, Wattflächen, Schilfröhrrichte und periodisch überschwemmte Wiesenflächen ein von den Gezeitenwechseln geprägtes Landschaftsmosaik.“
Eine faszinierende Landschaft!

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 Mündung der Ría von Villaviciosa

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„Unsere“ Casa Rural

Wir sind in der Casa Rural La Atalaya untergekommen. Die Zimmer sind neu eingerichtet und komfortabel. Der Blick geht direkt auf den Atlantik. Aber an die Ehebetten mit nur einer Decke werde ich mich nicht gewöhnen. Ein Restaurant ist an der Casa Rural (Landhaus) angegliedert, das mit einem etwas höheren Preis für das Menü als normal aufwartet, aber dafür eine ausgezeichnete Spoa de Marisco und viel, viel Essen für das Geld inkl. Wein und Nachtisch (Das leckerste Eis bisher in Spanien!) bietet. Zu empfehlen! Wir sitzen nun vor dem Eingang unter dem Vordach und unter Weinranken. Der Blick geht auf eine schöne Hortensie und dahinter auf das Meer, o Mar!, der Atlantik:

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11. Reisetag:

Das Haus oberhalb von Tazones

Leider hatte man in der Casa Rural nur für eine Nacht für uns Platz. Aber die Besitzer verfügten über ein schönes Ferienhaus in der Nähe oberhalb des stark frequentierten Küstenort Tazones. Wir schauten es uns an. Es war malerisch. Es ist eine einzeln stehende Villa an der Klippe oberhalb von Tazones. Zwei oder drei Wohnungen befinden sich darin, wir bekamen die größte mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern und einem großen Salon. Vom Haus konnten wir direkt auf das Meer, auf Tazones und auf den Leuchtturm gegenüber schauen.

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Blick auf Meer und Leuchtturm

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Mein Auto, mein Haus …

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Mein Haus, meine Terrasse …

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… und mein Salon.

Tazones ist ein malerischer Ort, einst nur ein armes Fischerdorf, heute Touristenmagnet. Eine große Hafenmauer und Wellenbrecherwürfel schützen die Bevölkerung vor der Flut. Einen kleinen Strand gibt es dort auch. Annette wäre am liebsten in jede kleine Gasse hinein gerannt. Trinken kann man dort etwas, auch einen gemütlichen Kaffee trinken, aber vom Essengehen ist abzuraten: Viel, viel teurer als in Ribadesella, Gijon oder Villaviciosa. Also nur mit großem Geldbeutel zu empfehlen. Zum Spazierengehen allerdings sehr schön. Auch kann man am Hafen Fisch kaufen …

Tazones

Tazones

12. Reisetag:

Villaviciosa

Der erste Nacht im Ferienhaus oberhalb von Tazones verlief ruhig und erholsam. Gegenüber wies der Leuchtturm den Schiffen den Weg. Ich hätte die ganze Nacht zuschauen mögen.
Wir fuhren nach Villaviciosa zum Einkaufen. Es ist wirklich eine sehr schöne und malerische Kleinstadt mit schönen Gassen und den typischen alten Häusern z.T. mit Glasbalkonen. Wir besuchten die Markthalle, trafen Karl I./V.  (Carlos I.) auf einem Platz und besuchten die Kirche St. Maria de Oliva mit dem hochmittelalterlichen Charme der Alfonso X.-Ära. Leider hatte eine spätere Zeit am Kirchenportal gewütet: Franzosen, Anarchisten oder Karlisten hatten die Heiligenköpfe abgeschlagen.

Villaviciosa

Villaviciosa ist auch im Regen schön

Villaviciosa

Die Kirche St. Maria de Oliva

Kirche St. Maria de Oliva

Die Madonna am Portal von St. Maria de Oliva

Villaviciosa

Markthalle von Villaviciosa, u.a. frischen Fisch gibt es hier zu kaufen

Carlos I. von Spanien, gleichzeitig Karl V. des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation landete am 19. September 1519 in Villaviciosa und betrat das erste Mal die spanische Erde, um seiner Mutter Juana das vereinigte Königreich von Kastilien-León und Aragón zu entreißen. Die Großen Spaniens begrüßten die Machtergreifung,  ließen die letzte Trastamarakönigin Juana für verrückt erklären und in der kastilischen Stadt Tordesillas in „Palastarrest“ gefangen halten. Auch wenn erst der Comunero-Aufstand der kastilischen Städte mühsam zu beseitigen war, begann hier in Villaviciosa der Aufstieg des Habsburgerreiches, in dem die Sonne nie unterging.

 Carlos Primero

Denkmal für Karl I. von Spanien / Karl V. des Heiligen Römischen Reiches in Villaviciosa

Bis zur nächsten Atlantikbrise, Euer To.

10/17/11

Ein Abend im Alto de las Estazadas, Atlantikbrise 7

Panorama

Eine Bar in Arenas

Wir sind wieder in Las Arenas, Annette und Hannes besichtigen das Käsemuseum und die Höhlen, in denen der Cabrales-Käse reift, während Marie und ich in einer Bar geblieben sind und die Mittagshitze abwarten. Ich gehe einer Lieblingsbeschäftigung von mir nach, in einer span. Bar zu sitzen und den Tag entspannt verstreichen zu lassen. Nehmen wir als Beispiel diese Bar in Arenas, die auch wirklich etwas hat: Holz, Naturstein, Kacheln, dazu skurrile Uhren und alte Haushaltgegenstände an den Wänden. Das wird ergänzt durch den ältliche Barmann hinter seinem Holztresen. Er trägt natürlich Hemd und Pullunder. Ein Original darf nicht fehlen: Ein Mann, der am äußersten Rand des Tresen sitzt, sieht aus wie Don Quixote persönlich.
Durch die geöffnete Tür sehe ich nach draußen: Auch das Ambiente dort ist beachtenswert: Zwar liegt die Bar an der Hauptstraße, aber gegenüber ist eine alte Mauer, eine Straßenlaterne, ein altes Steinhaus mit Holzfenstern und ein Feigenbaum. Ab und zu laufen interessante oder lustige Leute vorbei. Oder: Im Fernsehen läuft „Tour de France“. Da immer Spanier mitfahren, wird das von den alten Männer lautstark kommentiert. Sie lassen sich auch durch Dopingvorwürfe nicht von der Begeisterung abhalten. „Don Quixote“ stellt sich hinzu, wird aber von den anderen links liegen gelassen.  Auch die Barfrau Maria ist interessant: Viel zu dünn, angespannt, konzentriert, macht sie sich mit Raumspray dran, den Comedor (Speisesaal) nebenan wieder frisch zu bekommen, die hübsche Nase immer voran, der haben Alkohol, Zigaretten und fünfunddreißig Jahre noch nichts anhaben können.

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Die Berge, bevor wir uns verirrten

 Calzada Romana

Heute wollten wir wandern. Marie blieb solange am Bach in Arenas sitzen. Der erste Wanderweg führte uns, weil wir den falschen Abzweig nahmen, nur zu einer Finca mit Ziegen und Katzen. Am Nachmittag probierten wir es noch einmal, ob wir die Calzada Romana, die Römerstraße, finden würden. Tatsächlich stießen wir am Hang auf die ersten Reste. Später fanden wir die vollständige Straße vor, die sich in Serpentinen die Berge hinaufwand. Im Gegensatz zu der gewaltigen Heeresstraße, die wir in den Sierra de Gredos vorfanden, war dies eine kleine Straße, gerade mal zwei Legionäre oder ein kleiner Karren hätten in dieser Breite Platz gefunden. Und doch musste dies eine der Hauptverkehrsadern aus den Süden der iberischen Provinzen nach Asturien gewesen sein.

Römerstraße Asturien Calzada Romana

Römerstraße, Calzada romana

 Römerstraße Asturien Calzada Romana

Es war schwül und ich quälte mich hinter Annette her immer höher hinauf. Sie schritt fröhlich voran und die Wärme schien ihr nichts auszumachen. An einem bestimmten Punkt wollten wir umkehren, da es bereits spät war. Das Wetter nahm uns die Entscheidung ab: Plötzlich bauten sich um uns herum Wolken auf, die Bergspitzen verschwanden daran und die dunkle Regen- und Gewittermacht begann von oben die Hänge herunter zu marschieren. Wir bliesen zum Rückzug.

Astur118

Gleich fällt uns der Himmel auf den Kopf

Die Strecke unterhalb der Calzada Romana erschien mir als  Weg der „Ents“ (Baumwesen aus dem „Herrn der Ringe“ von Tolkien): Zahlreiche knorrige Nussbäume bewachten den Weg und die Römerstraße. Sie schliefen, konnten aber jederzeit erwachen, träumten von der Zeit, als die Hänge und der Wald ihnen allein gehört hatte. Es begann im Halbdunkel gruselig zu werden. Die Frau, die ihre Hunde ausführte, lachte wohl klammheimlich über uns. Kaum waren wir im Hotel zurück, fiel uns der Himmel auf dem Kopf und es begann zu regnen.

Ein Abend im Alto de las Estazadas

Wir konnten den dunklen Wolken, den Ents und den Geistern der Legionäre rechtzeitig entkommen: Wir setzten uns in die Bar des Hotels, spielten „Siedler von Catan“ und bekamen von der alten Frau, die am Abend den Dienst an der Hotelbar übernahm, eine riesige Platte mit Wurst, Käse und Schinken hingestellt. Mit zwei anderen Gästen stritt sie herum, weil es ihr zu aufwändig war, noch ein Omelett (Tortilla francesa) zu machen. Danach stritten die beiden Herren, ein Alter und ein Junger, Onkel und Neffe oder Vater und Sohn,  miteinander weiter herum: Es ging um die Finanzschwierigkeiten Spaniens, die Unzufriedenheit im Land und um die Demokratie. Am Tresen waren inzwischen zwei junge Männer erschienen, die sich Gin und Limonade mischen ließen. Aber auch da gab es Probleme: Der Gin war alle und der Korpulentere der beiden fühlte sich von der alten Frau benachteiligt. Hastdunichtgesehen verschwand er trotz des Protestes der Alten in der Küche und kam mit einer vollen Flasche Gin wieder. Er goss sich damit das Glas voll. So ging es zu am Abend auf dem Alto de las Estazadas, während von draußen der Regen gegen die Fenster trommelte.