05/7/13

Reise nach Bad Gandersheim

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Annette nahm am Wochenende im Zentrum für Salutogenese am Symposium 2013 teil. Das Thema war dieses Jahr „berühren – berühren lassen – berührt sein“. Frau Doktor hielt selbst einen Vortrag unter dem Titel „‘Be-hand-lung‘: Manuelle Medizin als Therapie an der Schnittstelle von Körper und Psyche“, während ich es mir in der Bad Gandersheimer Sonne gut gehen ließ und im Ausgrabungsband der Königin Editha las.

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 Entspannung im Zentrum für Salutogenese

Gandersheim und Ottonen, da war doch noch etwas ! Natürlich das Stift Gandersheim, 852 gegründet, war das erste „Hauskloster'“ ostfränkisch-deutscher Adliger und blieb für 100 Jahre das wichtigste Kloster der Ottonen, bis es vom Stift Quedlinburg abgelöst wurde. Jutta Gladen hat in ihrem Buch „Auf den Spuren Otto des Grossen“ (2001, S. 151) die Rolle von Gandersheim etc. so kurz wie treffend beschrieben:

„Frauenklöster und -stifte waren nicht nur Zentren des Gebets und Versorgungseinrichtungen für adlige Töchter. Sie bildeten neben den Bischofssitzen die Orte, in den Kulturtechniken wie Lesen (Latein) und Schreiben vermittelt wurden, in denen Handschriften entweder selbst angefertigt oder in Auftrag gegeben wurden …“

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Das blieb vom Stift Gandersheim: Die Stiftskirche

Das Frauenstift Gandersheim brachte die erste uns bekannte Dichterin und Historikerin auf deutschen Bodern hervor (allerdings schrieb  sie nicht auf deutsch bzw. altsächsisch, sondern auf Latein): Hrotsvit (Roswitha) von Gandersheim (*ca. 935, + ca. 975). Ihr Werk ist umfangreich, besteht aus Verslegenden, Dramen und historischen Epen. Ihre „gesta Ottonis I.“ wird oft als historische Quelle benutzt, ohne im eigentlichen Sinne eine zu sein.

Wer sich in die Welt der Roswitha von Gandersheim einlesen möchte, hier als Probe der Dramen der Roswitha…

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Roswitha und Kaiser Otto I., Skulpturengruppe in Bad Gandersheim