09/8/10

Obermosel (Urlaubsnachlese 1)

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Der August war  regnerisch und die Ferien sind schon wieder vorbei. Man flucht darüber, aber wir erinnern uns auch gern. Dieses Jahr war unser Urlaub zweigeteilt. Marie, frisch aus Tokio zurück, war zumindest beim ersten Teil mit dabei:

100_1903.JPGAn der Obermosel

Ein Ferienziel, was wir sehr gut für Kultur- und Erholungsferien empfehlen können, ist das Gebiet an der Obermosel südlich von Trier an der Grenze nach Luxemburg. Beide Städte allein sind ja schon eine Reise wert. Wir kamen direkt an der Mosel im Ort Wellen unter, der eher durch Gediegenheit als Schönheit besticht, allerdings gibt es auch hier einige nette Ecken zu entdecken und ein Restaurant vor Ort ist auch nicht zu verachten. Das netteste in Wellen ist allerdings unsere Ferienwohnung gewesen, die wir auch uneingeschränkt weiterempfehlen können: Huetti`s Ferienwohnung. Da haben wir also gewohnt.  Das Häuschen besaß einen großen Raum mit Küchenecke, eine Sofaecke und eine Essecke. Oben gab es eine Schlafgalerie, ein weiteres Schlafzimmer und ein großzügiges Bad.  Draußen gab es eine Terrasse, leider nicht mit Ausblick auf die Mosel.  Hier konnten wir die Füße hochlegen, wenn es zu warm war (tatsächlich, es gab im Juli einige warme Tage!) und da Fahrräder zum Haus gehörten, boten sich kleine Fahrradtouren entlang der Mosel entweder auf deutscher oder luxemburgischer Seite an. Weitere Ausflugsziele mit dem Rad oder dem Auto gibt es in Hülle und Fülle:

neu1.jpgWir nahmen zuerst Saarburg in Angriff. Der Ort besticht besonders durch seinen Wasserfall mitten im Ort. Saarburg ist eine ottonische Gründung im Bereich des Herzogtums Lothringen, ähnlich wie Vianden. Davon ist natürlich nicht mehr viel zu sehen. So wie auf diesem verlinkten Bild kann man sich vielleicht auch die frühe Saarburg vorstellen. Auf dem Rückweg von diesem Ausflug besuchten wir den Forellenhof bei Trassem. 4 frische Forellen, die wir im Ferienhaus lecker und mit Schinken umwickelt gebraten haben.

Als wir nach Trier  fuhren, war es wieder sehr heiß. Und die Kinder sind zudem in einem Alter, in ihnen Sehenswürdigkeiten nicht viel bedeuten: Die eine macht sich richtig hübsch und möchte im Buchladen Lernsachen kaufen (Lobenswert!), der andere braucht nur „Total War Rome“. Da fällt es schwer, noch zu etwas Kultur zu kommen. Immerhin haben wir die Konstantin-Bassilika, die Kaiserthermen und den Dom besucht. Danach gab es Eis. Es war aber auch wieder sehr gut temperiert. Hätten wir gewußt, dass es nicht lange anhält, hätten wir es mehr genossen! neu10.jpgMarie in den Kaiserthermen:

Es scheint ohnehin eine gastronomische Reise zu sein: Nach den leckeren Forellen zwei Tage zuvor fuhren Annette und ich am heutigen Tag über die Moselhänge hinweg zu einem Käsemarkt, kauften örtliche Produkte: Knoblauchkäse, Rustico (alter Käse), Apfelsaft und Cidre. Am Abend gab es unsere erste Fahrradtour an der Mosel entlang und über Luxemburg wieder zurück.

Der nächste Ausflug ging nach Luxemburg hinein, wir besichtigten die Burg Beauford (Wasserburg ca. 1150,  evt. auf antiken u. völkerwanderungszeitlichen Grundmauern):

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 Die Burg Beauford

neu13.jpgEine schöne Ruine! Und auch die Gegend hier, das Müllerthal können wir sehr empfehlen. Nach einem Eis fuhren wir wieder nach Hause. Den Ausflug nach Metz meiner zwei kleinen Frauen habe ich nicht mitgemacht, sondern habe den Tag mit Lesen, Schreiben, Malen und in der Völkerwanderungszeit zugebracht. Die Frauen waren grandios einkaufen. Aber ich bekam auch etwas mitgebracht: Ein Buch über Steampunk. Am Abend hatte ich endlich das Gefühl, im Urlaub zu sein und mich etwas zu entspannen. Noch zwei Ausflüge schlossen sich an: Mit Hannes fuhren wir in den Wolfspark  nach Merzig und Annette und die Kinder fuhren an einem Tag noch einmal nach Luxemburg-Stadt. Ich bin nicht mitgefahren. Es ist nicht so, dass mich nichts mehr interessiert. Früher habe ich mich auf jede Kirche, jedes Museum gestürzt, heute bin ich eingeschränkter geworden, nicht gleichgültig und auch nicht Interessenlos. Alles hat seine Berechtigung, aber nicht alles ist für mich. Die Aufnahmefähigkeit eines Menschen ist begrenzt.

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Im Wolfspark in Merzig

Eine letzte Fahrradtour im Gewitterregen, ein letzter Morgen und ein letzter Blick auf die Mosel, dann waren die Ferien hier vorbei. Die Hitze ist schon vor uns gegangen. Mit dem Weintrinken in Luxemburg 100_1911.JPGklappte es auch nicht.

Auf der Rücktour fuhren wir am Disibodenberg vorbei und besuchten unsere Winzer Luise von Racknitz-Adams und Matthias Adams. Dazu sind wir von der Mosel über den Hunsrück an die Nahe gefahren. In Odernheim befindet sich der Disibodenberg, dort, wo einst die Heilige Hildegard ihre erste Klause hatte.  Der Berg mit den Klosterruinen gehörte einst zum Weingut und wird jetzt von einer Stiftung betrieben. Immer noch sind Grundmauern von Kirche und z. T. erhaltene Giebel und Hausmauern aus dem Hochmittelalter sehr beeindruckend. Auch hier gibt es Ursprünge in die Ottonenzeit. Ein alter Bekannter, nämlich Willigis von Mainz, war ihr maßgeblich beteiligt. Vielleicht schaffe ich es in den nächsten Tagen noch einige Fotos vom Disibodenberg einzustellen und den zweiten Teil der Urlaubsnachlese folgen zu lassen. Unseren Winzern sei noch mal herzlich gedankt für die Möglichkeit die Klosterruinen besichtigen zu dürfen.

Für heute genug, Euer To.