06/2/13

See zwischen Freyburg und Naumburg

Sommerhochwasser 2013, Teil 2:

100_6365

Regenfälle,  Regenfälle, zwischen Freyburg und Naumburg ist ein See entstanden

1. Juni: Wir versuchen zu unserem Wochenendhaus in Thüringen zu kommen. Die Zufahrtsstraßen waren bereits überschwemmt. Die Ilm, sonst ein kleiner Bach, ist übergelaufen und hat halb Bad Sulza überschwemmt. Unverrichteter Dinge kehrten wir wieder heim.

100_6376viele Häuser im Flutungsgebiet sind überschwemmt oder zumindest gefährdet

100_6379

manche Schilder erhalten eine völlig neue Bedeutung

100_6391

Das Wasser reicht bis an die Weinberge heran

100_6392

Ein neuer See ist entstanden

Und wie sieht es zu Hause aus? Stand 2. Juni, 11. Uhr.  Der Park ist vollgelaufen und auch über die ganze Peißnitz ist das Wasser gelaufen:100_6420Der Trinkbrunnen, den wir eben finanziert bekommen haben, liegt nun mitten im Wasser

100_6418Das Wasser reicht fast bis an Gut Gimritz heran. Hochwassernixen beschwören den Rückzug

100_6416

Bank mit Flussblick oder doch lieber trocken im Boot sitzen?

100_6423

Der Park ist jedenfalls vollgelaufen und ein einziger dunkler See

100_6424Die Sportplätze zwischen Peißnitz und Gimritzer Damm laufen aktuell gerade voll

Euer To.

01/18/11

Nichts Neues aus der Flut

Wir sind immer noch abgeschnitten. Nach wie vor keine Heitzung und kein Telefon. Das Wasser ist nur ganz wenig gesunken. Einige von den Damen, die dringenden Tätigkeiten nachgehen müssen, werden rausgepaddelt zur Haltestelle am Gimritzer Damm. Mit Gummistiefeln oder dem Geländewagen ist noch kein Durchkommen möglich. Ansonsten nichts Neues aus der Flut. Wir haben immer noch genug zu essen und zu trinken. Die abendliche Runde und die Gemeinsamkeit hat sich bis jetzt gehalten.

Gestern gab es hauptsächlich Nudeln, dass aber reichlich, dazu etliche Sossen aus Hackfleisch und Tomaten, aber auch aus Lachs und Spinat,  gefüllte Weinblätter und Würstchen kamen dazu.

Aus der geschlossenen Anstaltsinsel Euer To.

01/17/11

Kultur in der Flut

Von den gemeinsamen Abendessen habe ich ja bereits berichtet. Auch gestern gab es für die etwa 22 Gimritzer Eingeborenen wieder zahlreiche Leckereien aus verschiedenen Küchen: Cous-Cous und Lammkeule, Wild vom Haus am Fluß, Rosmarinkartoffeln und Gimritzer-scharfer Soße und vieles mehr. Als das leibliche Wohl aller gestillt war. Irgendwo hatte man auch noch Wein und Bier aufgetrieben, sorgte der mit einer neuen Prof. für Gimritzer Vor- und Frühgeschichte ausgestattete Junker Jörg vom Haus am Fluss für unser geistliches Wohl mit einem Vortrag über Gut Gimritz und die Insel Peißnitz in Geschichte und Gegenwart. Da sahen wir, wie schön die Gutbrücke war, die bis 1945 (bis zu ihrer Sprengung)  un unserem Zuhause führte. Wir erfuhren von den Dampfern, die einen Linienverkehr auf der Saale fuhren, bevor es eine Brücke von der Ziegelwiese zur Insel gab. Wir sahen romantische Bilder und Fotos. Saalepartie und Wiesenpartie sind hier die Stichwörte. Berühmte Persönlichkeiten wie der Dichter Eichendorff lernten im Bade Gimritz schwimmen. Die Romantikerin Luise Brachmann ertränkte sich hier in der Saale. Ihr ist der Stein im Gimritzer Park gwidmet. Alle diese Informationen sollen in ein Buch über Gut Gimritz und die Peißnitz münden. Temba hat schon Unterstützung angekündigt und wir Bewohner werden wohl jeder unser Scherflein dazu beitragen, dass etwas daraus wird. Werbung sei hier schon einmal dafür im Vorfeld gemacht.

Wir gingen früher schlafen und das mit bangen Gefühlen, wie sich die Flut weiter entwickelt. An eine Arbeitsaufnahme am Montag war angesichts der bis zum Gimritzer Damm überfluteten Straße noch nciht zu denken.

Euer To.

01/15/11

Die zweite Welle

Die Familie ist zum Wochenende wieder zurückgekommen, obwohl die Heizung in unserem Haus immer noch nicht geht. Auch kein warmes Wasser ! Wir gehen zum Duschen oder Baden zu den Nachbarn. Zwischenzeitlich sank das Wasser so, dass man mit Gummistiefeln zum Gimritzer Damm herüberwaten konnte. Das ist nun vorbei. Die ganze Straße bis zu unserer Brücke über die wilde Saale ist wieder überflutet. Auf meinem persönlichen Pegel auf der Treppe herunter des Flusses heißt das: Gestern abend: Noch 5 Stufen frei, heute früh: 4 Stufen frei, Stand heute abend: Noch drei Stufen frei. Wir werden demnächst einen eigenen Pegel bauen, ganz klar. Das ist jetzt also die zweite Welle des Hochwassers. Wir finden uns wieder zusammen, um gemeinsam zu essen. Wir wissen ja jetzt, was auf uns zu kommt und bleiben gelassen. Bei den Verantwortlichen der Stadt bekommt man eher das Gefühl, sie werden langsam nervös und unberechenbar …

Von der Insel, der To.

01/13/11

Paddeln im Gimritzer Park

Im Moment läßt der Stress etwas nach, der Pegelstand sinkt und wir können uns etwas Spaß erlauben, wie zum Beispiel im Gimritzer Park zu paddeln:

Das ist allerdings nicht zur Nachahmung empfohlen, besonders nicht mit Fahrzeugen, die dafür nicht geeignet sind. Wasserströmung, besonders bei Hochwasser sind außerordentlich tückisch. 

Aber der Feuerwehrhauptmann war heute früh kurz da und teilte uns mit, dass die Talsperren jetzt geöffnet werden, um die nächste Welle aus dem Thüringer Wald abfangen zu können: 2/3 noch des Schnees werden schmelzen und Starkregen wird dort herunterkommen. Die Flut könnte noch 20 cm höher werden als der Höchststand den wir jetzt hatten.

Heute hat die Volkssolidarität das Essen gespendet. Dafür ganz herzlichen Dank! Es wird ein ruhiger Abend.

 

Euer To.

01/13/11

Pegelstand sinkt

Hoffnung ist in Sicht. Um 10 cm ist das Wasser seit dem Abendbrot gesunken. Ein Hoffnungsschimmer. Aber ich wollte etwas anderes erzählen. Ein Geschichte, die von 12 Aufrechten handelt, die auf Gut Gimritz mitten in den Fluten ausharren, gemeinsam die Pumpen kontrollieren, die Pegelstände ablesen und sogar gemeinsam Abendbrot essen, Wein trinken und lachen, obwohl einige unten ihnen nicht unbedingt bis dahin Freunde waren. Ich finde auch das einen Hoffnungsschimmer. Ich glaube, etwas anders wird es schon sein nach dem Hochwasser. Vielleicht sogar etwas besser.

Im Auftrag des Deichgrafen, Euer To.

01/12/11

Hochwasserrundgang

Heute bin ich in den Mittagsstunden einmal um Gut Gimritz gegangen und habe Fotos von der Hochwasserlage (Stand 12.01.2011, etwa 13 Uhr) gemacht. Hier das Ergebnis:

Annette, Hannes und Marie sind seit gestern zusammen mit den meisten Bewohnern von Gut Gimritz evakuiert und leben und schlafen momentan in Annettes Praxis. Hier halten noch fast ein Dutzend Leute aus, kontrollieren den Hochwasserstand und die zwei Pumpen, die den Heizungskeller auspumpen. Heizung haben wir trotzdem nicht mehr. Strom soll bleiben, solange die Lage an der Eissporthalle stabil bleibt. Soweit die Lage momentan.

Alles Liebe Euer To.

11/30/10

Schneewinter schon wieder!

Nicht schon wieder ! Es ist Ende Nov. 2010 und der nächste Schneewinter ist über uns hereingebrochen. Wir hatten doch eben erst 3 Monate lang Schneewinter. Das Gefühl beschleicht mich, es war noch gar nicht richtig Sommer und schon liegt wieder Schnee. Ich kämpfe mich am Morgen mühsam durch den Gimritzer Park, um dann mitzubekommen, dass in der Stadt Halle rings herum alles zusammenbricht. Halleforum berichtet darüber hier … Wir leben ja auch in Südandalusien und es gibt bei uns nie Winter, oder? Dabei geht es auch nicht nur um den Winterdienst, der war schon überall aktiv, sondern um die Unvernunft der Leute, die überhöhte Geschwindigkeit und auch das mangelnde Engagement der Privatleute vor Ihrem eigenen Haus mal was zu tun. Firmen eingeschlossen. Auf meinem Weg komme ich am ADAC-Laden vorbei. Immer um Fahrsicherheit bemüht, kann man nicht mal Schnee und Eis vor dem eigenen Laden wegräumen! Der Weg am Schaufenster gleicht einer optimalen Schlitterbahn. Dann bitte aber auch nicht über nicht geräumte Autobahnen schimpfen, liebe PS-Fetischisten vom ADAC.

Immerhin, das muss man positiv sehen, kommt dadurch wesentlich besser Advent- und Weihnachtsstimmung auf. Und das ist doch auch was Schönes, findet jedenfalls

Euer To.

11/19/10

Novemberhochwasser

So ähnlich sah es heute früh im Gimritzer Park aus (Foto: Archiv Gimritzer Bote). So hoch war es dieses Jahr noch nie. Auf dem Weg zur Arbeit musste ich um die überfluteten Stellen herum Slalom laufen, um zur Schafsbrücke zu gelangen. Auch dort stand das Wasser schon an der Unterkante der Brücke: Brausendes und gurgelndes Wasser ! Jogger und Radfahrer erhielten von mir eine Hochwasserwarnung. Aber mit etwas Vorplanung und Übersicht (nicht leicht im Halbdunkel, wenn überall die Beleuchtung abgestellt ist) fand ich schon den Weg und blieb sogar trocken. Höher darf es allerdings heuer nicht mehr steigen.

Euer To.