11/28/13

Mutti und der Papst

Wir haben eine neue Regierung. Vielleicht. Und einen neuen Papst. Was hat das miteinander zu tun? Irgendwie nichts und doch viel. Der eine macht ein bißchen Hoffnung, die andere macht müde …

stern1

Zauberlehrlinge überall, wer stoppt die Besen ?

Deutschland wird weiterhin von einer Frau regiert und die katholische Kirche von einem Mann. Es bleibt alles, wie es ist und wie es war. Hoffentlich, sagen die einen, vielleicht, die anderen. Sicher ist momentan nur, dass die Kirche eine eindeutig männliche Domäne bleibt. Zwar darf man sich vielleicht darüber streiten, ob Gott Mann, Frau, Es oder ein viertes ist, aber seine Priester sollen laut Papst Männer bleiben: „Das den Männern vorbehaltene Priestertum als Zeichen Christi, des Bräutigams, der sich in der Eucharistie hingibt, ist eine Frage, die nicht zur Diskussion steht.“ Immerhin darf eine Frau in Deutschland Bundeskanzlerin werden. Ansonsten scheint sich die alte Fregatte Kirche aber unter dem neuen Kapitän Franziskus zu bewegen, während der Luxusliner D. unter der Admiralsmutti in schwerer See zu bewegen scheint. Scheint.

Bleiben wir aber bei den römischen Altertümern. Papst Franziskus Hinwendung zu den Armen und seine Abkehr von überflüssigen Luxus ist inzwischen hinlänglich bekannt und wir zu Recht gelobt. Sein Papstname ist tatsächlich Programm. Endlich ein Papst, der mit dem Anspruch der Kirche ernst macht. In einem neuen Lehrschreiben „Evangelii Gaudium“ (Freude des Evangeliums) möchte Franziskus, dass die Kirche mitmacht, und zwar nicht nur die Basis, sondern auch die Verhinderer, die Bremser, die Feudalfürsten in ihren kleinen (Bistums-)reichen. Er sagt selbst „Manche überhören, was ich sage.“ Deswegen muss es noch mehrmals und öfter gesagt werden. Die Kirche ist für die Menschen da und nicht die Menschen für die Kirche. Deshalb sollen die Hauptamtlichen auch aufhören, sich nur mit sich selbst zu beschäftigen. Er erwartet ein Zugehen der Kirche auf die Menschen. Die Türen und Fenster sollen weiter geöffnet werden. Zulassung von Sündern (auch den bösen Geschiedenen) zum Abendmahl scheint möglich. Die Priester sollen ihre Macht im Beichtstuhl nicht mißbrauchen, sondern ihn zur Hilfe für die Menschen benutzen. Die Kirche sollte dezentraler agieren. Er fordert einen Dialog mit  dem Islam ein und geiselt unsere Gier nach immer mehr, fordert Hinwendung zu mehr Bescheidenheit und zu den Armen in der ganzen Welt. Besonders Jugendliche, die Hoffung der nächsten Generation, möchte er miteinbeziehen. In anderen Punkten bleibt er hart: Abtreibung ist für ihn Mord und über ein Frauenpriesterum gibt es keine Diskussion. Oder wenn nur ein ganz kleines bißchen …

Wer meint, ich habe es falsch oder verkürzt zusammengefaßt, mache sich bitte selbst ein Bild, hier zur Evangelii Gaudium (auf Deutsch)

Immerhin hat Papst Franziskus Visionen und ein Programm, ja, er ist sogar willens, dies durchzusetzen und steigt denen aufs Dach, die sich schwerhörig zeigen. Und unsere Mutti ? Die wird einfach weiterregieren, ohne Programm, denn den Koalitionsvertrag kann man allerhöchstens als Symbolpolitik abhaken, und ohne Visionen, pragmatisch wird das Schiff durch die Wellen gesteuert. Die Sozzen dürfen im Takt das Deck steuern. Die CSU sitzt am Kapitänstisch und gibt Bier und Weißwurst aus (ich meinte PKW-Maut und Mutti … äh, Mutter-Rente). Die Tageszeitungen sind natürlich entsetzt. Und giften dementsprechend. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, auch hier der Koalitionsvertrag.

Wie bei diesem Ding die Halbwertzeit ausfällt, keine Ahnung! Die Einzelheiten regelt ohnehin Mutti, und das ganz alternativlos, dazu eine wunderschön böser Blogeintrag bei Scilogs … Und ich hoffe, ich bekomme nicht gleich eine Klage, wenn hier den Schluss zitiere:

„Man kommt an Mutti nicht vorbei, genau! Und wir wissen es! Warum spotten wir dann? Warum wählen wir sie? Ist es ohnmächtige Liebe?
Wissen Sie was? Irgendwie wird es bald den Obama treffen. Er hat Mutti selbst sehr böse gemacht. Das traut sich nicht einmal Putin.“ Gunter Dueck in eben aufgeführter Quelle bei Scilogs

Und wenn ich mal nicht mal weiß, wie es mit Gut Gimritz, den Kindern oder mit uns am Fluss weitergehen soll, dann rufe ich einfach Mutti an, die wird schon weiterwissen…

Euer Muttersöhnchen To.