Archive for the ‘Gut Gimritz’ Category

Die andere Seite

Freitag, Januar 14th, 2011

Ja, es gibt sie! Temba, der mit dem Jeep herübergefahren ist, hat schon so etwas erwähnt. Es hatte ihn sehr irritiert, weil da auch noch andere Autos fuhren. So etwas sind wir hier gar nicht mehr gewöhnt.

Nun habe ich es auch versucht. Das Wasser ist so niedrig geworden. Ich konnte auf die andere Seite waten. Die Gummistiefel machten es möglich. Jeder Gimritzer sollte fortan Gummistiefel haben oder so etwas. Ich bin herüber gewatet und auf den Wall gestiegen. Ich war auf der anderen Seite. Da war eine große Stadt, die hieß Halle oder so. Temba hatte recht, es gab da viele Autos und Lichter, Straßenbeleuchtung. Das haben wir auf Gimritz auch. Nur die Straße zur anderen Seite ist unbeleuchtet. Ich habe jetzt auch die andere Seite gesehen. Das Leben wird fortan anders sein.

Euer To.

Paddeln im Gimritzer Park

Donnerstag, Januar 13th, 2011

Im Moment läßt der Stress etwas nach, der Pegelstand sinkt und wir können uns etwas Spaß erlauben, wie zum Beispiel im Gimritzer Park zu paddeln:

Das ist allerdings nicht zur Nachahmung empfohlen, besonders nicht mit Fahrzeugen, die dafür nicht geeignet sind. Wasserströmung, besonders bei Hochwasser sind außerordentlich tückisch. 

Aber der Feuerwehrhauptmann war heute früh kurz da und teilte uns mit, dass die Talsperren jetzt geöffnet werden, um die nächste Welle aus dem Thüringer Wald abfangen zu können: 2/3 noch des Schnees werden schmelzen und Starkregen wird dort herunterkommen. Die Flut könnte noch 20 cm höher werden als der Höchststand den wir jetzt hatten.

Heute hat die Volkssolidarität das Essen gespendet. Dafür ganz herzlichen Dank! Es wird ein ruhiger Abend.

 

Euer To.

Pegelstand sinkt

Donnerstag, Januar 13th, 2011

Hoffnung ist in Sicht. Um 10 cm ist das Wasser seit dem Abendbrot gesunken. Ein Hoffnungsschimmer. Aber ich wollte etwas anderes erzählen. Ein Geschichte, die von 12 Aufrechten handelt, die auf Gut Gimritz mitten in den Fluten ausharren, gemeinsam die Pumpen kontrollieren, die Pegelstände ablesen und sogar gemeinsam Abendbrot essen, Wein trinken und lachen, obwohl einige unten ihnen nicht unbedingt bis dahin Freunde waren. Ich finde auch das einen Hoffnungsschimmer. Ich glaube, etwas anders wird es schon sein nach dem Hochwasser. Vielleicht sogar etwas besser.

Im Auftrag des Deichgrafen, Euer To.

Hochwasserrundgang

Mittwoch, Januar 12th, 2011

Heute bin ich in den Mittagsstunden einmal um Gut Gimritz gegangen und habe Fotos von der Hochwasserlage (Stand 12.01.2011, etwa 13 Uhr) gemacht. Hier das Ergebnis:

Annette, Hannes und Marie sind seit gestern zusammen mit den meisten Bewohnern von Gut Gimritz evakuiert und leben und schlafen momentan in Annettes Praxis. Hier halten noch fast ein Dutzend Leute aus, kontrollieren den Hochwasserstand und die zwei Pumpen, die den Heizungskeller auspumpen. Heizung haben wir trotzdem nicht mehr. Strom soll bleiben, solange die Lage an der Eissporthalle stabil bleibt. Soweit die Lage momentan.

Alles Liebe Euer To.

Hochwasseralarm

Dienstag, Januar 11th, 2011

Eigentlich wollte ich als ersten Beitrag im Familienblog im neuen Jahr etwas zu den Silvesterfeierlichkeiten und dem tollen Feuerwerk von Master Heinrich schreiben, aber die Ereignisse überschlagen sich gerade:

Es herrscht Hochwasseralarm auf Gut Gimritz und wir sind von der
Außenwelt abgeschnitten.
Keine Angst, es geht uns allen gut. Aber es kann sein, dass bei weiteren Wasseranstieg oder auch nur, weil Feuerwehr und/oder THW keine Lust mehr haben, einen Shuttleverkehr aufrecht zu erhalten (was zu verstehen ist, dafür sind sie nun wirklich nicht da), dass Gut Gimritz evakuiert ist. Das Fachwerkhaus, dass außerhalb des Gutshofes direkt am Wasser steht, ist bereits geräumt und auch das Taubenhaus ist im Keller voller Wasser. Bei uns sieht die Lage noch weniger dramatisch aus, es ist noch Platz bis zum Fuß des Hauses (etwas 50cm in der Höhe) und zumal bis zu unserem Keller. Das Wasser stagniert auf der Seite der Elisabethsaale, läuft aber weiter in Park, auf die Sportplätze und vor die Eissporthalle aus. Das THW befürchtet deshalb, auch mit ihren großen Autos nicht mehr durchzukommen. Die ganze Straße auf Höhe der Sportplätze ist überflutet und die Halle-Saale-Schleife ist eine Fluss geworden. Wir sitzen auf gepackten Sachen und warten ab, wie es weitergeht. Wenn der Flusspegel nicht weitersteigt, werde ich wahrscheinlich die Stellung hier halten. Ich habe auch eine Menge Fotos gemacht, die stelle ich im Anschluss hier mit ein.

Euer To.

Schneewinter schon wieder!

Dienstag, November 30th, 2010

Nicht schon wieder ! Es ist Ende Nov. 2010 und der nächste Schneewinter ist über uns hereingebrochen. Wir hatten doch eben erst 3 Monate lang Schneewinter. Das Gefühl beschleicht mich, es war noch gar nicht richtig Sommer und schon liegt wieder Schnee. Ich kämpfe mich am Morgen mühsam durch den Gimritzer Park, um dann mitzubekommen, dass in der Stadt Halle rings herum alles zusammenbricht. Halleforum berichtet darüber hier … Wir leben ja auch in Südandalusien und es gibt bei uns nie Winter, oder? Dabei geht es auch nicht nur um den Winterdienst, der war schon überall aktiv, sondern um die Unvernunft der Leute, die überhöhte Geschwindigkeit und auch das mangelnde Engagement der Privatleute vor Ihrem eigenen Haus mal was zu tun. Firmen eingeschlossen. Auf meinem Weg komme ich am ADAC-Laden vorbei. Immer um Fahrsicherheit bemüht, kann man nicht mal Schnee und Eis vor dem eigenen Laden wegräumen! Der Weg am Schaufenster gleicht einer optimalen Schlitterbahn. Dann bitte aber auch nicht über nicht geräumte Autobahnen schimpfen, liebe PS-Fetischisten vom ADAC.

Immerhin, das muss man positiv sehen, kommt dadurch wesentlich besser Advent- und Weihnachtsstimmung auf. Und das ist doch auch was Schönes, findet jedenfalls

Euer To.

Novemberhochwasser

Freitag, November 19th, 2010

So ähnlich sah es heute früh im Gimritzer Park aus (Foto: Archiv Gimritzer Bote). So hoch war es dieses Jahr noch nie. Auf dem Weg zur Arbeit musste ich um die überfluteten Stellen herum Slalom laufen, um zur Schafsbrücke zu gelangen. Auch dort stand das Wasser schon an der Unterkante der Brücke: Brausendes und gurgelndes Wasser ! Jogger und Radfahrer erhielten von mir eine Hochwasserwarnung. Aber mit etwas Vorplanung und Übersicht (nicht leicht im Halbdunkel, wenn überall die Beleuchtung abgestellt ist) fand ich schon den Weg und blieb sogar trocken. Höher darf es allerdings heuer nicht mehr steigen.

Euer To.

Herbstferien: Dornburg und Hochregalbau

Dienstag, November 2nd, 2010

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Die Herbstferien nutzten wir zu einem kleinen Ausflug mit meiner Mutter zu den Dornburger Schlössern. Schade, dass es so kalt und ungemütlich war. Wir machten deswegen einen relativ schnellen Spaziergang durch das Gelände, genossen den famosen Ausblick und kehrten dann ein.

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Nicht nur die Rosen waren schön. Ich stellte fest, dass Dornburg als ottonische Königspfalz gehandelt wird (937 urkundliche Erwähnung). Lt. der Dornburger Internetseite ist dazu noch folgendes zu sagen: “König Otto I. baute die bestehende Burg in Dornburg als Kaiserpfalz aus und hielt hier als deutscher Kaiser 965 einen Reichstag ab. Zwei weitere Reichstage 980 und 1004 folgten”. Dazu noch weiteres hier…

Erst 1083 kam Dornburg in Adelsbesitz und zwar als Lehen an Wiprecht von Groitzsch. Aus der alten Adelsburg wurden im Laufe der Zeit mehrere Schlösser. Zwei im Renaissancestil, eines im Stil des Rokoko. Im kleineren Reanissanceschloss verbrachte Goethe glückliche Wochen und verewigte sich deswegen auch an den Wänden.

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 Annette war ganz schön verfroren und genoss die Aussicht.

Den Rest der Woche verbrachte ich mit dem Errichten von dringend benötigten Stauraum in unserer eigentlich großen Wohnung. Auf zwei Etagen können jetzt unter der Flurdecke altes Spielzeug, nicht gebrauchte Kleidung und Mittelaltersachen verstaut werden. Auch unser großes Zelt kann dort Platz finden. Jetzt beginnt jedenfalls das Zusammenpacken.

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Wenn ich will, kann ich dort auch die kleine Marie verstecken, wie hier auf dem Bild zu sehen:

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Euer To.

Erntedank

Dienstag, Oktober 26th, 2010

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Nur eine kleine Impression von unserer kleinen Ernte dieses Jahr. Aber wir haben auch nur einen kleinen Garten. Die Trauben sind nicht sehr süß, aber dafür sind die Erdbeeren im Okt.  doch beachtlich. Der große Kürbis unten stammt von Holger und ist inzwischen wie alles andere bereits verarbeitet. Nur noch ein paar Trauben sind da, ich habe schon Saft daraus gemacht, aber sie werden nicht alle. Naja, die Vögel freuen sich auch über etwas Obst.

Der Winter kommt, da wird man sich über seinen Anblick wie oben noch lange freuen.

Euer To.

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7. Jahre Gut Gimritz

Dienstag, September 28th, 2010

Andere feiern ihre “Güte für Generationen”, aber wir feiern lieber im Stillen. So still, dass wir den 28. April, an dem wir 7. Jahre auf Gut Gimritz wohnten, sang- und klanglos vorbei ziehen ließen. Dieses schöne Heim haben nur uns selber zu verdanken, niemanden sonst. (Nein, Dir auch nicht, höchstens der lieben, guten, aber niemals Dir! Ohne uns wärst Du …! Schon klar, oder? Aber Undank …)

Das wahre Gut der Generationen wohnt ohnehin in unseren Herzen, nicht dort, wo gar keine Herzen sind, sondern nur Eurozeichen, die können sich vermehren, aber niemals mehr warm schlagen. Herzen machen bummbummbumm, aber nicht dembammdembamm …

Aber wie sagte schon der weise Lars Porsenna aus Clusium: “Wer in einem Turm lebt, sollte sich lieber um den Blitzableiter sorgen.”

Recht hat er der Porsenna,  denn sonst nützen die Euronoten nur noch den Ahnen etwas, die rechtzeitig auf die Heiligen Schweizer Berge gestiegen sind, um dort in der Erhabenheit der Stille über den Sinn des Lebens nachzudenken.

Dabei haben die Monty Pythons diese Frage doch schon abschließend beantwortet, findet jedenfalls der To.