01/24/14

Das alte Gimritz

Ukranenland01

Wie das heutige Ukranenland (Quelle Wikipedia) könnte auch das alte Gimritz ausgesehen haben.

Ich habe es schon immer vermutet: Das Gimritz, das im Hersfelder Zehntverzeichnis als Guministi erwähnt wird, ist unser Gut Gimritz, bzw. der Standort einer slawischen Ansiedlung auf der Peißnitz-Insel. Dazu habe ich folgende Quelle gefunden:

Gimritz (vermutlich 880 – 899 im Hersfelder Zehntverzeichnis als Guministi erwähnt, 1135 Gumeneste): slaw. „Tenne“, slaw ON; liegt im s Ber. der Peißnitzinsel, Ort möglicherweise mit Burgwall, später Besitz von Liudineburg/Lettin, ab fr. 12. Jh. Besitz des Stiftes Neuwerk. Der Name der Saaleinsel „Peißnitz“ = ist wohl von slaw. „-pust“= öde/frei/leer abzuleiten.

Quelle: Verzeichnis der mittelalterlichen Siedlungen und Wüstungen im Untersuchungsraum in: Herrmann, Volker: Die Entwicklung von Halle (Saale) im frühen und hohen Mittelalter, Halle, 2001.

Die Fundlage, um hierfür einen Beweis zu erbringen ist allerdings dünn. Dazu schreibt Hermann (s.o.) weiter: Wüstung Gimritz auf der Peißnitzinsel … 1916 wurden von E. Neuß nach einem Frühjahrs-Hochwasser zahlreiche slaw. Keramikfunde beobachtet (nicht erh.) . Im mittleren Bereich der Insel waren, nach seiner Beobachtung, noch die Reste eines Rundwalls erkennbar. Auf dem Wallrest soll ein 0,9 m x 0,9 m x 0,8 m gr0ßer Steinquader gestanden haben. Er wird von E. Neuß als slaw. Opferstein gedeutet. E. Neuß spricht die Anlage als slaw. Burgwall des fr. MA an. Von P. Grimm wurde auf dem Areal ö des vermuteten Burgwalls von Neuß, am w und  ö Ufer des Saalearms, neben jüngeren hoch- und spätmittelalterl. Keramikfunden auch eine „spätslaw.“ Scherbe aufgelesen (HK-Nr. 38:269). Sie steht vermutlich mit der Siedlung Gimritz bzw. einem ö der Siedlung gelegenen Saaleübergang in Zusammenhang. 

Quelle: Katalog zu den Befunden und Fundgegenständen des Innenstadtgebietes von Halle, 127, S. 353. in: Herrmann, Volker: Die Entwicklung von Halle (Saale) im frühen und hohen Mittelalter, Halle, 2001.

Soweit die wenigen Nachrichten vom ganz alten Gimritz, Euer To.

06/11/13

Abgesoffen?

Sommerhochwasser, Teil 3

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Nachricht an alle, die sich um uns gesorgt haben. Der erste Tag draußen! Telefon, Netz und Wasser funktionieren nach wie vor nicht auf der Hallig Gut Gimritz. Anders als z.B. der Kölner Stadtanzeiger geschrieben haben, ist Gut Gimritz zwar umflutet worden, aber nicht abgesoffen. Alle Wohnungen in der “Wagenburg” blieben trocken (von Kellern und den Wohnungen der Außenhäuser rede ich mal nicht). Essen hatten wir genug, Wasser wurde knapp. Gekocht wurde auf offenen Feuer (Menü v. Fr. = Kouskous mit zarten Lammfleisch, danach Rehrücken, noch Fragen?), seit einem Verletzten habe ich auch vollständig selbst das Holzhacken übernommen. Die drei Boote der Gimritzer Flotte haben sich auch gut bewährt. Deichgraf Temba und seine 28 Mitstreiter sind guter Dinge. Momentan wird die Tiefgarage ausgepumpt, die wir leider nicht halten konnten (10 cm weniger und es hätte geklappt). Wir haben Schaden im Keller und vieles liegt draußen zum Trocknen. Heute Abend geht das Aufräumen weiter…

Euer To.

06/2/13

See zwischen Freyburg und Naumburg

Sommerhochwasser 2013, Teil 2:

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Regenfälle,  Regenfälle, zwischen Freyburg und Naumburg ist ein See entstanden

1. Juni: Wir versuchen zu unserem Wochenendhaus in Thüringen zu kommen. Die Zufahrtsstraßen waren bereits überschwemmt. Die Ilm, sonst ein kleiner Bach, ist übergelaufen und hat halb Bad Sulza überschwemmt. Unverrichteter Dinge kehrten wir wieder heim.

100_6376viele Häuser im Flutungsgebiet sind überschwemmt oder zumindest gefährdet

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manche Schilder erhalten eine völlig neue Bedeutung

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Das Wasser reicht bis an die Weinberge heran

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Ein neuer See ist entstanden

Und wie sieht es zu Hause aus? Stand 2. Juni, 11. Uhr.  Der Park ist vollgelaufen und auch über die ganze Peißnitz ist das Wasser gelaufen:100_6420Der Trinkbrunnen, den wir eben finanziert bekommen haben, liegt nun mitten im Wasser

100_6418Das Wasser reicht fast bis an Gut Gimritz heran. Hochwassernixen beschwören den Rückzug

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Bank mit Flussblick oder doch lieber trocken im Boot sitzen?

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Der Park ist jedenfalls vollgelaufen und ein einziger dunkler See

100_6424Die Sportplätze zwischen Peißnitz und Gimritzer Damm laufen aktuell gerade voll

Euer To.

05/29/13

Sommerhochwasser 2013

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Die Saale strömt als braune Flut in den Lauf der wilden Saale, fast bis an die Schafbrücke reicht die Flut

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bis an den Weg reicht der Fluß heran, das Ufer ist bereits überflutet, Regenwaldgefühl

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Stege, die sonst 2m über der Saale ragen, sind nun überflutet.

Inzwischen ist der Hochwasserstand auf 4,70m gestiegen (6 Uhr, 29.05.2013). Wir erinnern an die Höchstmarke von Jan. 2011: 6,92m, siehe auch hier klick …  Vielleicht wird es schon wieder Zeit an Evakuierung, Aufstockung von Wein- und Biervorräten, Bestandsaufnahme der Tiefkühltruhen und an die Räumung des Müllkellers zu denken, wie an anderer Stelle schon lästerlich verlautbart wurde. Trockenen Fußes werde ich heute wohl noch kommen…

Euer To.

01/22/13

Erinnerung an das Saalehochwasser 2011

Saalehochwasser 2011

Nun ist es bereits zwei Jahre her, seit das Saalehochwasser 2011 über uns kam und wir über eine Woche lang wie auf einer Hallig wohnten. Darüber gibt es hier eine Menge Fotos und Berichte.
Vor Weihnachten habe ich eine Hochwassermarke getöpfert, die, sobald es das Wetter erlaubt, an der Rückseite des Hauses angebracht wird. Und zwar an die Stelle, die das Hochwasser 2011 erreichte. Die kleine Scheibe dient uns als Erinnerung daran und auch als Mahnung. Wir hoffen, dass das Wasser nicht wieder so hoch kommt, wie in den „Halligtagen“ im Januar 2011. Das Hochwasser hatte auch einige gute Effekte, aber das ist eine andere Geschichte.

Euer To.

06/4/12

Die Qual der Wahl

Nach der Ära einer Oberbürgermeisterin, zu der wir aus Scham, Ärger und Wut lieber nichts sagen, haben wir wieder einmal Wahlkampf. Es treten eine Menge Kandidaten an, die sich alle ausreichend präsentieren, so dass dazu nichts so schreiben brauchen. Wir möchten Bernd Wiegand vorstellen, den wir für kompetent, bürgerfreundlich und ehrlich halten. Aber lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

Bernd Wiegand ist, so denken wir, eine gute Wahl.

Euer To.

05/2/11

Zwei Ausstellungen

Ostern ist vorbei und wurde nach traditioneller Gimritzer Art gefeiert. Allerdings konnten wir am Ostermontag nicht ausschlafen, denn unser japanischer Besuch Yuki ist endlich angekommen und wollte in der Frühe am Feiertag vom Zug abgeholt werden. Yuki ist mit ihrem Studium in Tokio fertig und lebt nun ein Jahr bei uns, um Deutsch zu lernen. So etwas wie ein private Evakuierungsmassnahme aus einem Katastrophengebiet? Mitnichten. Wir hatten es schon vorher vereinbart. Durch die Katastrophe in Japan hatte sich allerdings der Abflug von Yuki in Tokio etwas verzögert. Wir freuen uns jedenfalls sehr, dass sie hier in Halle bei uns ist.

Auf großer Fahrt: Die Franckeschen Stiftungen. Fotoquelle: Halleforum

Zwei Ausstellungen haben wir am Sonntag besucht und dazu natürlich Yuki mitgenommen.  Dabei fällt mir auf, dass ich die Franckeschen Stiftungen, obwohl ich doch bereits seit 20 Jahren auf dem Gelände arbeite, hier nur einmal am Rande erwähnt habe. Die Jahresausstellung des Haupthauses, jetzt nicht mehr Waisenhaus, sondern quasi ein Museum des Waisenhauses von August Hermann Francke, hat sich auf große Fahrt gemacht: Die Entdeckung Amerikas, die Besiedelung Nordamerikas durch Deutsche und die Mission dort durch das Franckesche Waisenhaus bzw. die Beziehungen Franckes zu den pietistischen Missionaren dort.  Der Kurator Dr. Veltmann hat das wieder wunderbar zu einer schönen und interessanten Ausstellung zusammengefügt, an der mich nicht die kleinen Fehlerchen, die sich mal einschleichen, stören, sondern das an den Ausstellungsstücken auch die kleinsten Infos fehlen und man sich anhand von Nummern durch einen kleinen Ausstellungsführer arbeiten muss. Nicht ganz so mein Geschmack. Aber wem das zu mühsam ist, dem empfehle ich eine Führung, am Besten von Dr. Veltmann persönlich. Ausführlicher Bericht mit Fotos zur Ausstellung im Halleforum. .. 

Denn wir wollten noch an diesem Nachmittag zu einer zweiten Ausstellung, der Eröffnung von Doppelpässe – Wie die Deutschen die Mauer umspielten, einer von Michael, einem Freund unseres Gimritzer Präsidenten Dirk, konzipierten Ausstellung. Ehemalige Fußballer, der neue Innenminister Stahlknecht, die OB (auf die wir auch gerne verzichtet hätten) und natürlich die Freunde vom Verein „Fußball ohne Gewalt“ z.B. Bernd und Heinrich waren dort. Ich hoffe, es war auch für Yuki interessant. Marie ist jedenfalls sehr amüsiert herumgegangen. Ich war schwer beeindruckt und habe das auch Sabine, Heinrich und Bernd kundgetan. Weitere Infos hier oder bei

Euer to.

04/6/11

Erleichterung

… macht sich breit, denn das Rennen auf der Halle-Saale-Schleife, das für das Wochenende am 1. Mai angekündigt war, scheint lt. Halleforum und Bildzeitung vom Veranstalter Hinck abgesagt zu sein. Es war auch letztes Jahr sehr grenzwärtig: Wir wurden verkehrstechnisch eingesperrt und Herr Hinck war, was die Anwohner betraf, auch sehr unfreundlich und wenig kooperativ. Und dann kam der satte Sound der Motoren … bruuuuuuuuuuuuuuuuuummmm, knatterknatterratter ! Von Motorenlärm muss man ein Fan sein, um diesen 2 Tage lang dauerhaft ertragen zu können. Die DDR hat die Rennen 1967 nicht aus Jux und Tollerei aufgegeben, nachdem mit der Neustadt ein neues Wohngebiet entstanden war.

Ansonsten sind Veranstaltungen auf der Peißnitz doch immer sehr schön: Man sitzt vor dem Haus und hört mitunter sehr schöne Musik. Ich genieße das sehr. Das ist alles gut zu ertragen, da wir auch ständig rein und raus können. Und nur selten gibt es Veranstaltungen,  die geschmacklich nicht zu ertragen sind.

Aber an uns lag es wirklich (noch) nicht, dass Hinck und Co. wohl aufgesteckt haben. Es gibt Auflagen für eine solche Veranstaltung und die müssen erfüllt werden. So ist das nun mal.  Manches kann man nicht mehr wiederbeleben oder nicht in dieser Form. Auch im Rennsport ist die Zeit weiter voran geschritten. Aber vielleicht ergibt sich mal die Möglichkeit für ein Museumsrennen, wer weiß.

Aus dem Rennen euer To.

03/7/11

Schmierentheater nächster Akt

… und der letzte Akt für das Thalia Theater. Das wird jetzt nämlich geschlossen. Die Kulturvernichtungs-und-Demokratieverhinderungs-AG der Stadt Halle hat zusammen mit der Gewerkschaft zugeschlagen.

Bericht im Halleforum

Herzliches Beileid. Aber die Kinderstadt wird weitergeführt.  Allerdings ohne Theater. Mit wem denn sonst, wenn man fragen darf? Und mit welchen Ansiedlungen in Queis unsere OB auch immer ihr Unvermögen hinwegwischen möchte.  Sie wird als Initiatorin der sogenannten „Kultur-AG“ stehenbleiben. Sie hat die Theater geschlossen (Denn bei einem wird es doch nicht bleiben, ganz sicher ! Der nächste Kandidat ist die Puppenbühne, wetten?!).

Halle will jetzt Wissenschaftsstadt werden. Das ist wichtiger. Alles andere verfällt oder läuft weiter, irgendwie. Wie man hierzulande so sagt: „Muss ja.“

„Kein Mensch muss müssen.“, sagte Lessing.

Und ich müsste? Nein, ich muss das nicht gut finden. Nicht heute und nicht morgen.  Vorhang für heute dicht im Schmierentheater Halle.

Euer To.