06/11/13

Abgesoffen?

Sommerhochwasser, Teil 3

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Nachricht an alle, die sich um uns gesorgt haben. Der erste Tag draußen! Telefon, Netz und Wasser funktionieren nach wie vor nicht auf der Hallig Gut Gimritz. Anders als z.B. der Kölner Stadtanzeiger geschrieben haben, ist Gut Gimritz zwar umflutet worden, aber nicht abgesoffen. Alle Wohnungen in der “Wagenburg” blieben trocken (von Kellern und den Wohnungen der Außenhäuser rede ich mal nicht). Essen hatten wir genug, Wasser wurde knapp. Gekocht wurde auf offenen Feuer (Menü v. Fr. = Kouskous mit zarten Lammfleisch, danach Rehrücken, noch Fragen?), seit einem Verletzten habe ich auch vollständig selbst das Holzhacken übernommen. Die drei Boote der Gimritzer Flotte haben sich auch gut bewährt. Deichgraf Temba und seine 28 Mitstreiter sind guter Dinge. Momentan wird die Tiefgarage ausgepumpt, die wir leider nicht halten konnten (10 cm weniger und es hätte geklappt). Wir haben Schaden im Keller und vieles liegt draußen zum Trocknen. Heute Abend geht das Aufräumen weiter…

Euer To.

06/2/13

See zwischen Freyburg und Naumburg

Sommerhochwasser 2013, Teil 2:

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Regenfälle,  Regenfälle, zwischen Freyburg und Naumburg ist ein See entstanden

1. Juni: Wir versuchen zu unserem Wochenendhaus in Thüringen zu kommen. Die Zufahrtsstraßen waren bereits überschwemmt. Die Ilm, sonst ein kleiner Bach, ist übergelaufen und hat halb Bad Sulza überschwemmt. Unverrichteter Dinge kehrten wir wieder heim.

100_6376viele Häuser im Flutungsgebiet sind überschwemmt oder zumindest gefährdet

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manche Schilder erhalten eine völlig neue Bedeutung

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Das Wasser reicht bis an die Weinberge heran

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Ein neuer See ist entstanden

Und wie sieht es zu Hause aus? Stand 2. Juni, 11. Uhr.  Der Park ist vollgelaufen und auch über die ganze Peißnitz ist das Wasser gelaufen:100_6420Der Trinkbrunnen, den wir eben finanziert bekommen haben, liegt nun mitten im Wasser

100_6418Das Wasser reicht fast bis an Gut Gimritz heran. Hochwassernixen beschwören den Rückzug

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Bank mit Flussblick oder doch lieber trocken im Boot sitzen?

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Der Park ist jedenfalls vollgelaufen und ein einziger dunkler See

100_6424Die Sportplätze zwischen Peißnitz und Gimritzer Damm laufen aktuell gerade voll

Euer To.

05/29/13

Sommerhochwasser 2013

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Die Saale strömt als braune Flut in den Lauf der wilden Saale, fast bis an die Schafbrücke reicht die Flut

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bis an den Weg reicht der Fluß heran, das Ufer ist bereits überflutet, Regenwaldgefühl

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Stege, die sonst 2m über der Saale ragen, sind nun überflutet.

Inzwischen ist der Hochwasserstand auf 4,70m gestiegen (6 Uhr, 29.05.2013). Wir erinnern an die Höchstmarke von Jan. 2011: 6,92m, siehe auch hier klick …  Vielleicht wird es schon wieder Zeit an Evakuierung, Aufstockung von Wein- und Biervorräten, Bestandsaufnahme der Tiefkühltruhen und an die Räumung des Müllkellers zu denken, wie an anderer Stelle schon lästerlich verlautbart wurde. Trockenen Fußes werde ich heute wohl noch kommen…

Euer To.

01/22/13

Erinnerung an das Saalehochwasser 2011

Saalehochwasser 2011

Nun ist es bereits zwei Jahre her, seit das Saalehochwasser 2011 über uns kam und wir über eine Woche lang wie auf einer Hallig wohnten. Darüber gibt es hier eine Menge Fotos und Berichte.
Vor Weihnachten habe ich eine Hochwassermarke getöpfert, die, sobald es das Wetter erlaubt, an der Rückseite des Hauses angebracht wird. Und zwar an die Stelle, die das Hochwasser 2011 erreichte. Die kleine Scheibe dient uns als Erinnerung daran und auch als Mahnung. Wir hoffen, dass das Wasser nicht wieder so hoch kommt, wie in den „Halligtagen“ im Januar 2011. Das Hochwasser hatte auch einige gute Effekte, aber das ist eine andere Geschichte.

Euer To.

02/1/11

Bis ins 2. Obergeschoss

soll das Wasser bei uns gestanden haben, stand auf einem Internetportal (nein, nicht im Halleforum, woanders). Wenn das der Fall gewesen wäre, hätte der Pegel wohl um die 10m anzeigen müssen und dann wären nicht nur wir abgesoffen, sondern ganz Halle-Neustadt und auch Teile der Altstadt. Davon mal abgesehen, dass die meisten Häuser im Gut gar kein zweites Obergeschoss haben.

Nach der Flut

So schaut es im Moment auf Gut Gimritz aus. Winterstimmung.

Es hat keine Wohnung auf Gut Gimritz bei diesem „Jahrhunderthochwasser“ Schaden genommen. Wer meinen blog bislang gelesen hat, wird gemerkt haben, dass der Keller im Taubenhaus, der Müllkeller ganz viel Wasser und das Untergeschoss des alten Herrenhauses etwas Wasser abbekommen haben. Unser Keller im Parterre am Fluss genauso wie Norlhas Zimmer blieben trocken und bis zur Wohnung wären es noch 1,60 m gewesen, locker ! Also Panik machen und falsche Meldungen verbreiten zählt nicht. Wir wissen es inzwischen besser. Wenn es Probleme auf Gut Gimritz gibt, haben die bestimmt nichts mit dem Hochwasser zu tun.  „Für einen geringen Unkostenbeitrag und eine Kiste Wein pro Tag kann hier jeder bei uns wohnen“ (frei zitiert nach Torfrock).

Ja, und hurra, hurra. Jetzt ist wirklich alles wieder normal. Ich komme durch den Park zur Arbeit und wieder zurück.  Die Welt kann so schön sein, oder ?

Der Flut entstiegen, Euer To.

01/20/11

Der Krisenstab löst sich auf …

Das wird wohl der letzte tägliche Eintrag dieser über eine Woche dauernde Hochwasserblogerei: Gestern Abend waren bereits 5 Stufen auf Jens Ufertreppe wieder frei. Seine Familie und er waren natürlich auch schon wieder zu Hause. Und überhaupt! Wie ich schon vermutete, jetzt kamen alle wieder zurück. Und einige grüßten noch nicht mal. Ich mein, wir wollen ja keinen Heldenorden oder so etwas haben (obwohl wir natürlich selbst an eine Gedenkplakette gedacht haben, hihi), aber so ins „normale Miteinanderleben“ zurückgestoßen, befremdete doch etwas. Wie gut, dass wir am Ende doch noch ein Auto bei einer Transferfahrt in der Flut auf der Halle-Saale-Schleife versenken konnten. Da konnte noch mal wie in alten Tagen hektisch aufgebrochen werden und jemand gerettet werden. Das tat richtig gut. Wein und kleine Leckereien gab es hinterher bei Dani und Frank, „Weicheier“ und „Helden“ saßen gemeinsam beisammen. Auch das tat gut.

Heute löste sich der Krisenstab der Stadt zum Hochwasser auf. Am Ende gab es für uns Gimritzer noch eine Mahnung: Der Krisenstab geht davon aus, dass das Gut Gimritz heute Nachmittag oder morgen wieder erreichbar sein wird. Als „magische“ Grenze gilt der Pegelstand von 6,10 Meter. Gegenwärtig ist die Zufahrt noch nicht wieder freigegeben. Wer die Überfahrt trotzdem wagt, handelt auf eigene Gefahr.

Haben wir gehört! Ob ich auch auf eigene Gefahr handele, wenn ich meine tägliche Pilgerei zur Arbeit und zurück jetzt in Gummistiefeln durch den Gimritzer Park mache, sobald es möglich ist, hat der Krisenstab nicht gesagt. Aber der ist ja jetzt auch aufgelöst. Nun ist bald Wahlkampf, aber dazu bloge ich nicht täglich, sonst bekomme ich die Krise.

Macht det jut ! Euer To.

01/19/11

Der Alltag hat uns wieder

Nach einem „Abschiedsessen“ wieder bei Heinrich mit vielen Leckereien u.a. Rehkeule gestern Abend, versuchte ich heute früh mit Gummistiefeln zum Gimritzer Damm zu waten. Es war noch zu hoch!!! Einzig Temba konnte uns mit dem Jeep bis dahin fahren, so dass viele nun wieder zur Arbeit kamen. Die Zeit des Inselcamps ist vorbei. Und das ist auch ganz gut so.  Die Aufräumarbeiten beginnen. Telefon und Heizung müssen repariert werden. Es muss kräftig aufgeräumt werden. Die ersten Heimkehrer haben sich auch bereits angesagt.

Der Alltag auf Gut Gimritz hat uns wieder. Aber vieles wird nun nicht mehr so wie früher sein. Das hat die Flut gemacht. Und? War das etwa schlecht?

Euer To.