05/2/11

Zwei Ausstellungen

Ostern ist vorbei und wurde nach traditioneller Gimritzer Art gefeiert. Allerdings konnten wir am Ostermontag nicht ausschlafen, denn unser japanischer Besuch Yuki ist endlich angekommen und wollte in der Frühe am Feiertag vom Zug abgeholt werden. Yuki ist mit ihrem Studium in Tokio fertig und lebt nun ein Jahr bei uns, um Deutsch zu lernen. So etwas wie ein private Evakuierungsmassnahme aus einem Katastrophengebiet? Mitnichten. Wir hatten es schon vorher vereinbart. Durch die Katastrophe in Japan hatte sich allerdings der Abflug von Yuki in Tokio etwas verzögert. Wir freuen uns jedenfalls sehr, dass sie hier in Halle bei uns ist.

Auf großer Fahrt: Die Franckeschen Stiftungen. Fotoquelle: Halleforum

Zwei Ausstellungen haben wir am Sonntag besucht und dazu natürlich Yuki mitgenommen.  Dabei fällt mir auf, dass ich die Franckeschen Stiftungen, obwohl ich doch bereits seit 20 Jahren auf dem Gelände arbeite, hier nur einmal am Rande erwähnt habe. Die Jahresausstellung des Haupthauses, jetzt nicht mehr Waisenhaus, sondern quasi ein Museum des Waisenhauses von August Hermann Francke, hat sich auf große Fahrt gemacht: Die Entdeckung Amerikas, die Besiedelung Nordamerikas durch Deutsche und die Mission dort durch das Franckesche Waisenhaus bzw. die Beziehungen Franckes zu den pietistischen Missionaren dort.  Der Kurator Dr. Veltmann hat das wieder wunderbar zu einer schönen und interessanten Ausstellung zusammengefügt, an der mich nicht die kleinen Fehlerchen, die sich mal einschleichen, stören, sondern das an den Ausstellungsstücken auch die kleinsten Infos fehlen und man sich anhand von Nummern durch einen kleinen Ausstellungsführer arbeiten muss. Nicht ganz so mein Geschmack. Aber wem das zu mühsam ist, dem empfehle ich eine Führung, am Besten von Dr. Veltmann persönlich. Ausführlicher Bericht mit Fotos zur Ausstellung im Halleforum. .. 

Denn wir wollten noch an diesem Nachmittag zu einer zweiten Ausstellung, der Eröffnung von Doppelpässe – Wie die Deutschen die Mauer umspielten, einer von Michael, einem Freund unseres Gimritzer Präsidenten Dirk, konzipierten Ausstellung. Ehemalige Fußballer, der neue Innenminister Stahlknecht, die OB (auf die wir auch gerne verzichtet hätten) und natürlich die Freunde vom Verein „Fußball ohne Gewalt“ z.B. Bernd und Heinrich waren dort. Ich hoffe, es war auch für Yuki interessant. Marie ist jedenfalls sehr amüsiert herumgegangen. Ich war schwer beeindruckt und habe das auch Sabine, Heinrich und Bernd kundgetan. Weitere Infos hier oder bei

Euer to.

04/4/11

Der Frühlingsbeginn

… überrascht mich jedes Jahr immer wieder aufs Neue. Der Lenz in diesen Breiten springt einen ja förmlich an. Eben war es noch Winter, plötzlich hatten wir den Sommer am Fluss. Nicht nur den Sommer, sondern auch liebe Gäste. Herzlichen Dank Euch !
Zuhause an der Waterkant kam der Frühling langsam, klopfte höflich an die Tür, ob er eintreten darf, sacht man „Moin, Moin“. Und das dauert wohl mal 3 Wochen. Hier an der Saale tritt der Lenz dir gleich die Tür ein. Es ist schon klar, warum ich die romantische Dichtung erst jetzt so richtig begreife, befinde ich mich doch genau in der Gegend, in der sie zu Hause ist. Wenn die Blausternchen rings um den Gedenkstein von Luise aufblühen, denkt man unwillkürlich an die blaue Blume, obwohl sie in den Jahren der Romantik im Park wahrscheinlich nicht vorhanden waren. Jena ist nahe, Reichardts Garten ohnehin, Weißenfels ebenso.
Frühling

Auf dem Weg erblühten die ersten japanischen Kirschen. Am Sonntag haben wir Fotos vom Kirschblütenfest in Tokio gesehen. Das erlebte dort Marie im letzten Jahr. Da kehren gleich die Japansorgen zurück. 30 000 Menschen sind wohl gestorben. Das Reaktorunglück, das durch den Tsunami verursacht worden ist, bekommt man immer noch nicht in den Griff. Greenpeace fasst das auf dieser Seite gut zusammen …
Wir hoffen, dass Yuki bald kommt. Die Bilder, die sie schickt, sind besorgniserregend. Die Versorgungslage in Tokio scheint nicht gut zu sein. Da ist es vielleicht gut, wenn sie ein Jahr bei uns Asyl bzw. Aupair findet.

Euer To.

03/14/11

Japansorgen

Wir haben seit Maries Aufenthalt in Tokio und Yukis Gegenbesuch bei uns eine besondere Beziehung zu Japan. Aber unsere Sorge lasse ich Marie lieber selbst in Ihren Blog erzählen (auf Englisch), hier weiterlesen …

Marie und Ihre Freundinnen

Unsere Sorgen sind aufgrund der Nachrichten sehr groß.

Euer To.

07/6/10

Abschied und Wiedersehen

Kpaulina.jpgurz: Paulina ist abgereist und Marie ist wieder da!

Endlich ist es Sommer geworden und die Temperaturen sind wundervoll. Nach diesem langen Winter sollte eigentlich keiner mehr über Hitze stöhnen, lange genug wurde gefroren…

Und plötzlich ging alles ganz schnell ! Unser Gastkind Paulina aus Venezuela wurde von den Gasteltern abgeholt. Noch sind sie zusammen auf einer Europareise, aber Ende des Monats geht es zurück in die Heimat. Das Abenteuer Schüleraustausch ist für Paulina zu Ende gegangen. Mitgenommen hat sie hoffentlich schöne Eindrücke bei uns und hervorrag

ende Kenntnisse der deutschen Sprache. Da sollte sie dabei bleiben.  Sie hat nicht nur uns als Freunde gewonnen, sondern auch auf Gut Gimritz und im Elisabeth-Gymnasium. Es war eine tolle Zeit mit ihr. Danke schön, auch an die Organisation Ayusa, die uns Paulina vermittelt hat. Wir werden sicher noch einmal ein Gastkind aufnehmen, auch Kathrin gefiel diese Idee sehr. Adios, Paulina, y quizas hasta luego!

marie-1.jpgMarie haben wir in diesen ersten Juli-Tagen in Leipzig vom Flughafen abgeholt. Sie kam nur mit Umhängetasche und ihren bunten Koffer. Viele ihrer Sachen hatte sie in Pakete gepackt, von denen einige auch schon angekommen sind. Da stand sie nun: Klein und zart, wie sie davongeflogen ist und weinte erst einmal. Sie war wieder zu Hause. Drückte uns und ihre Freundinnen, die mitgekommen sind.

Marie ist wieder da und es gab Weihnachtsessen im Juli. Es ist wieder alles so, wie es sein soll. Irgendwie merkwürdig,

findet To.

10/8/09

Schulfrei wegen Taifun !

Gar nicht lustig fanden wir, dass momentan ein Taifun über Japan und insbesondere Tokio, wo Marie zur Schule geht, hinweg gefegt ist. Es hat Tote und Verletzte gegeben. Marie schilderte, wie das Haus gewackelt hatte und alle Fenster klirrten. Die Schulkinder erhielten schulfrei wegen dem Taifun. Die Linie mit der Marie zur Schule fährt, wäre ohnehin nicht gefahren. Wir haben uns schon sehr große Sorgen gemacht … weiterlesen in Maries Blog.

marie.jpg

Positiv ist, wie gut sich Marie mit ihrer Gastfamilie versteht. Da hat sie sehr großes Glück gehabt.  Zusammen mit Eltern und Geschwistern macht sie tolle Ausflüge, z. B. in Disney-Land Tokio. Wir sind richtig stolz, wie gut sie sich eingelebt hat. 

Euer To.

09/9/09

Geburtstag von Torsten und …

die Neueröffnung von Annette Praxis im MZ Geiststrasse haben wir am 5. September gefeiert. Alle Mitstreiterinnen im MZ-Team, viele Nachbarn und Freunde kamen zum gratulieren. Das Geschenk, das ich mir gewünscht habe, war eine Tischtennisplatte für den Sportraum des Medizinischen Zentrums. Mit kleinen und großen Beträgen wurde das ermöglicht. Ganz, ganz herzlichen Dank. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Und natürlich darf die Platte auch Bedarf (und wenn der Raum frei ist) benutzt werden. Der Winter kommt ja bald.

Marie hat in ihrem Live-Journal auch wieder etwas von sich hören lassen. Der Japan-Aufenthalt wird immer spannender.

Euer To.

09/2/09

Schüleraustausch

Marie ist gut in Japan angekommen. Wir haben zwar bislang keinen Kontakt, aber Ayusa Japan konnte auf Nachfragen bestätigen, dass Marie ihre Gastfamilie erreicht und auch bereits ihre neue Schule besichtigt hat. Jetzt brauchen wir unsere keine Sorgen mehr zu machen. Wir hoffen, sie hat in Japan eine schöne und anregende Zeit. Alles Weitere von ihr selbst, Maries Livejournal

Paulina, unser Gastkind aus Venezuela, hat sich inzwischen auch gut eingelebt. Etwas mehr Deutsch kommt sicher mit der Zeit. Auf dem Elisabeth-Gym. gemeinsam mit Maries Freundinnen fühlt sie sich sichtlich wohl. Sie füllt ihr Leben hier bereits mit einigen Aktivitäten, z.B. Jonglieren.  Jetzt kommt der Herbst mit seinen gemütlichen Abende. Wir hoffen, dass es ihr auch dann noch bei uns gefällt.

Euer To.

08/25/09

27. August: Und nun gehst Du schon … (nach Japan)

Und nun gehst du schon, keiner kann dich halten
Oma nicht, Opa nicht, ich schon gar nicht
mir scheint fast, du hast ein wenig zu lang
über den Rand des Nestes, durch den Spalt in der Tür, über den Tellerrand hinweg geschaut
und hast gesehen, was es bedeutet, wenn der Dunst über den Wiesen steht und die Sonne aufgeht
darum gehst du schon.

Nun gehst du schon, ich habe die Hoffnung,
dass du nur kurz entfliehst, den „Meckerlingen“ hinterher zu rennen,
es war doch eben erst, als du dir so viel Zeit gelassen,
um mit viel Mühen auf die Welt zu kommen,
gerade noch in der Wiege gelegen, gerade im Wagen durch die Stiftungen geschoben, gerade mit Frau Wittenbecher gesungen,
gerade erster Schultag vorbei, gerade von der Erstkommunion zurück, gerade erst mit der Bahn zum Gymnasium gefahren,
doch nun gehst du schon.

Nun gehst du schon, habe ich nicht auch geträumt,
vom Wegehen, vom Entfliehen hinterher
dem Tiger von Eschnapur,
eine Daimoyo-Frau war mir schon längst versprochen
am Ende habe ich mich in den cantabrischen Bergen verkrochen,
wie der Heilige Beatus in Liébana am Busen der Madonna der guten Milch, und die Maria vom Schnee in den Armen,
gerade erst losgefahren, gerade erst jung gewesen, gerade auf den Marktplatz von Salamanca getanzt, und aufgewacht:
denn nun gehst du schon.

Und nun gehst du schon,
ich habe graue Haare
nun gehst du schon
ich kann nur hinterher schauen.

Für Marie, die am 27. August für 10 Monate nach Japan geht.

06/5/09

Hurra, wir bekommen ein Kind !

Der Sommer hat begonnen und es gibt noch unheimlich viel zu tun, bis wir die Beine hängen lassen können. Immerhin um etwas brauchen wir uns dieses Jahr nicht zu kümmern: Das Kaiserlager in Tilleda. Das Kapitel ist abgeschlossen. Und dem wird auch keine Träne nachgeweint. Das Mittelalter, besonders die Ottonenzeit haben wir deswegen nicht aufgegeben, auch wenn wir nur noch zu dritt sind, denn Marie geht ihre eigenen Wege. Dem Verein haben sich die Lieben aus Gifhorn, Gabi aus Bayern und Jaegoor aus Celle angeschlossen. Für den Neubeginn habe ich die Ottonenzeit wieder aktiviert, Neuigkeiten zu unseren Mittelalteraktivitäten gibt es auf dem Neuigkeitenblog dort. Statt Tilleda wollen wir zusammen mit unseren Freunden vom Wolfsbanner ein ganz anderes Gelände kennenlernen, nämlich die Turmhügelburg Lütjenburg an der Ostsee. Das wird eine Woche Mittelalterurlaub dort zum Kennenlernen. Ich freue mich schon sehr darauf.

Für Marie wird es auch immer spannender.  Japan rückt näher. Ein ganzes Jahr wird sie dort sein, das wird sehr aufregend für alle Beteiligten, denke. Bisher fühlen wir uns von der Organisation, die Marie dies ermöglicht sehr gut betreut und haben uns auch bereit erklärt, auch ein Gastkind aufzunehmen. Paulina aus Venezuela kommt Anfang August und wird auch ein Jahr auf Gut Gimritz bleiben.Hurra, wir bekommen ein weiteres Kind !

Es wird also ein spannender Sommer und er hat eben erst begonnen. Nun muss nur noch die Sonne etwas herauskommen, Euer Torsten