12/31/12

Reden wir über den Hobbit

Der kleine Hobbit

Zeichnung von T. Kreutzfeldt

In dieser „Zeit zwischen den Jahren“ sitze ich hier am Atlantik, trinke Kaffee und denke über den „Hobbit“ nach. Es ist eine Kinderbuch-Verfilmung, die den Spagat zum Erwachsenenbuch bzw. Erwachsenenfilm (hier Herr der Ringe im folgenden HDR genannt) versucht. Der jetzt im Dezember 2012 angelaufene Film ist der 1. Teil von 3. Gesehen haben wir ihn in der Originalsprache Englisch mit port. Untertiteln in der 3D-Fassung. Deswegen kann zur deutschen Synchronfassung hier nichts gesagt werden. Auch setze ich den Inhalt der Geschichte hier voraus. Nur kurz zur Erinnerung: Der Hobbit ist das Buch, in dem der Ring der Macht gefunden wird, in den drei Büchern des HDR wird der Ring vernichtet.

Der Film, dieser 1. Teil also, beginnt quasi als Anschluss an den bereits verfilmten HDR mit einer Art Rahmenhandlung, in der Bilbo seinem Lieblingsneffen Frodo sein Abenteuer mit den Zwergen und dem Drachen Smaug erzählt (Bilbos berühmtes Buch: „Die Reise hin und zurück“). Soweit ich beurteilen kann, hielten sich die Drehbuchautoren genau an die Romanvorlage. Es blieb manches von Tolkiens Sprachwitz in der Bilderflut der Verfilmung erhalten: Z.B. sehr köstlich war die „Guten-Morgen-Szene“ zwischen dem Zauberer Gandalf und Bilbo Beutlin. Zum Brüllen war auch die Abwaschszene mit den Zwergen. Selbst die Rätsel im Dunkeln, die sich Gollum und Bilbo gegenseitig stellten, blieb in befriedigender Form erhalten. Puristen könnten nun die Unterschiede zwischen der Ringauffindung in der Verfilmung des HDR und im Hobbit herausstreichen. Wollen wir aber nicht! Erweitert wurde die ursprüngliche Handlung durch Rückblenden: Eroberung des Einsamen Berges durch den Drachen Smaug, Kämpfe um Moria zwischen Zwergen und Orks, wie der Zwergenanführer Thorin zu seinem Beinamen „Eichenschild“ kam, sowie die Entdeckung von Dol Guldur durch den Zauberer Radegast, ein Höhepunkt im Film. Die Klippe, das es weitere Zauberer außer den drei namentlichen genannten aus Hobbit und HDR gibt, wurde elegant vom Drehbuch umschifft. Kompliment! Der leicht trottelige Gandalf hat uns gut gefallen. Der insgesamt sehr langsame Anfang ist eine Superinszenierung für alle Tolkienfreunde. Wie der HDR ist der Hobbit als großartige Buchillustration zu verstehen!

Die Elben sind Witzbolde!

Genug gelobt, aufgemerkt also, jetzt kommt Kritisches: Die Trollszene ist im Text um Längen besser und witziger. Bilbo erzählt dieses Erlebnis den Hobbitkindern während seiner Geburtstagsfeier (in der Langfassung), auch hier viel besser. Völlig unnötig war die Szene mit den Bergriesen. Diese hat genauso wenig mit der Gesamthandlung zu tun wie Tom Bombadil im HDR (deswegen wurde er auch weggelassen) und stiftet nur Verwirrung. Was Jackson und Co. hier wohl geritten hat? Der Konflikt Zwerge und Waldelben wurde erheblich verschärft, nicht so schlimm! Was aber völlig gegen Tolkiens Intention geht, ist die Darstellung der Elben als völlig hoheitsvolle Wesen à la Galadriel (Cate Blanchett). Bruchtal alias Imladris scheint laut Jackson und Co. ein langweiliger Ort zu sein. In den Büchern sitzen die Elben dagegen bei Bilbos Ankunft in den Bäumen und machen Scherze über ihn. Ständig ist in Elronds gastlichem Haus „Party“. Es wird gelacht, gesungen und getanzt. Und es werden nicht nur hohheitsvolle Elbenlieder gesungen. Bruchtal ist der schönste und angenehmste Ort in Mittelerde, für den Elrond tausende Jahre gekämpft hat. Das Elbenlachen sollte hier niemals untergehen. Im Film dagegen leere Hallen, Stille, Andacht und Langeweile. Jackson hat das Elbenlachen anscheinend nicht nur zum Teufel geschickt, sondern nach Mordor verdammt. In jetzt 4 Filmen hat er den Elbenhumor erledigt. Welche Gründe die Elben bei Tolkien haben Mittelerde zu verlassen, wollen wir mal außen vor lassen, bei Jackson fliehen sie auf jeden Fall vor Langeweile, so scheint es mir. Und das der Waldelbenkönig auf einem Elch reiten musste, ist wohl der Weihnachtszeit anzulasten, in der der Film in die Kinos kam. Eine andere Erklärung fiel uns nicht ein. So ist es auch nur konsequent, dass Zwerge und Hobbit sofort Bruchtal fliehen, während sie im Buch doch einige Zeit dort verbracht haben.

Von den Schauspielern möchte ich nur die herausragende Leistung von Martin Freemann würdigen. Er war für die Besetzung des Hobbit eine gute Wahl. Schon deswegen, weil er selbst durch und durch Hobbit (Engländer) ist. Die anderen Verdächtigen Andy Serkis usw. spielten wie gewohnt und routiniert. Bei den Zwergen stach noch keiner bemerkenswert heraus. Der Thorin-Darsteller muss uns selbstverständlich den Helden machen. So, und nun warten wir auf den zweiten Teil.

12/16/09

Die Weihnachtsgeschichte

Frohe Adventszeit: Charles Dickens „Weihnachtsgeschichte“ ist ein Klassiker, vielfach illustriert, verfilmt, vorgelesen. Derzeit läuft im Kino passend zur Jahreszeit und in 3D die Version mit Jim Carey als Mr. Scrooge (und in etlichen anderen Rollen). Nach dem Grinch ist das der nächste Anschlag von Jim Carey auf Weihnachten. Oder für Weihnachten! Wie man es nimmt. In diesem Fall für Weihnachten, das weiss schon jeder, der die Geschichte kennt. Da ich nicht mit dem Textbuch daneben stand, vermute ich mal, es ist auch sehr textgetreu verfilmt worden. Die vielen Spezialeffekte und Actionszenen sind natürlich dazu gefügt worden und sind in 3D auch sehr beeindruckend. Ich ertappte mich dabei, wie ich nach den Schneeflocken haschen wollte.  Erst am Ende konnten die Macher Jim Carey nicht mehr stoppen und es wurde etwas lebhafter. Weihnachtlich blieb es bis zum Schluss. Das war zu erwarten, schaut selbst:

http://www.disney.de/DisneyKinofilme/weihnachtsgeschichte/

Allen ein frohes Fest, Euer To.