02/6/12

Zurück in die Geburtsstadt

Lübeck

Das Holstentor, wie es jeder kennt. Im Hintergrund rechts St. Petri, sowie alte Speichergebäude und Giebelhäuser

… Lübeck. Eine sehr bezaubernde Freundin fragte mich gerade via Mail: „Was macht ihr denn in Lübeck?“ Ich möchte es ihr kurz beantworten: Ich bin in der Hansestadt an der Ostsee geboren und aufgewachsen. Und befinde mich damit in guter Gesellschaft: August Hermann Francke, Friedrich Overbeck, die Brüder Mann und Erich Mühsam sind hier geboren und aufgewachsen. Nicht dass ich mich mit diesen berühmten Herren vergleichen möchte. Aber ich teile nun mal das Schicksal mit ihnen, die pitoreske Stadt verlassen zu haben, um irgendwo anders auf eigenen Füßen zu stehen.

Wir sind in diesen Winterferien also nicht nach Winderatt und Flensburg gefahren, sondern nach Lübeck. Mitten in der Altstadt, in einem „Rosenruine“ genannten Gängehaus in der Fleischhauerstraße haben wir uns für eine Woche einquartiert. Das Vorderhaus  ist ein Giebelhaus von 1285. Es ist eine Reise in die Vergangenheit. Wir werden trotz der Kälte durch die alte Hansestadt spazierengehen und  die Museen der Stadt Lübeck besichtigen. Einige davon jedenfalls!

Es ist eine Reise in die Vergangenheit. An keinem Ort der Welt wie am Geburtsort ist das Gefühl so stark, dass man alt geworden ist. Ich hätte nicht zurückkehren sollen, auch wenn mich die Kinder überredet haben.  Die schönen Mädchen der Vergangenheit, sind heute grauhaarige Frauen an der Supermarktkasse, mit der Zigarette an der Straßenecke und dickvermummt auf der Straße. Das Schlimmste: Der kleine Buchladen, in dem mir Frau Roggenkamp gute Literatur empfohlen hat, ist auch nicht mehr.

Für Heute, der To.

Lübeck

Blick von einer (modernen) Travebrücke auf St. Petri (rechts) und St. Marien