01/20/11

Der Krisenstab löst sich auf …

Das wird wohl der letzte tägliche Eintrag dieser über eine Woche dauernde Hochwasserblogerei: Gestern Abend waren bereits 5 Stufen auf Jens Ufertreppe wieder frei. Seine Familie und er waren natürlich auch schon wieder zu Hause. Und überhaupt! Wie ich schon vermutete, jetzt kamen alle wieder zurück. Und einige grüßten noch nicht mal. Ich mein, wir wollen ja keinen Heldenorden oder so etwas haben (obwohl wir natürlich selbst an eine Gedenkplakette gedacht haben, hihi), aber so ins „normale Miteinanderleben“ zurückgestoßen, befremdete doch etwas. Wie gut, dass wir am Ende doch noch ein Auto bei einer Transferfahrt in der Flut auf der Halle-Saale-Schleife versenken konnten. Da konnte noch mal wie in alten Tagen hektisch aufgebrochen werden und jemand gerettet werden. Das tat richtig gut. Wein und kleine Leckereien gab es hinterher bei Dani und Frank, „Weicheier“ und „Helden“ saßen gemeinsam beisammen. Auch das tat gut.

Heute löste sich der Krisenstab der Stadt zum Hochwasser auf. Am Ende gab es für uns Gimritzer noch eine Mahnung: Der Krisenstab geht davon aus, dass das Gut Gimritz heute Nachmittag oder morgen wieder erreichbar sein wird. Als „magische“ Grenze gilt der Pegelstand von 6,10 Meter. Gegenwärtig ist die Zufahrt noch nicht wieder freigegeben. Wer die Überfahrt trotzdem wagt, handelt auf eigene Gefahr.

Haben wir gehört! Ob ich auch auf eigene Gefahr handele, wenn ich meine tägliche Pilgerei zur Arbeit und zurück jetzt in Gummistiefeln durch den Gimritzer Park mache, sobald es möglich ist, hat der Krisenstab nicht gesagt. Aber der ist ja jetzt auch aufgelöst. Nun ist bald Wahlkampf, aber dazu bloge ich nicht täglich, sonst bekomme ich die Krise.

Macht det jut ! Euer To.

01/17/11

Kultur in der Flut

Von den gemeinsamen Abendessen habe ich ja bereits berichtet. Auch gestern gab es für die etwa 22 Gimritzer Eingeborenen wieder zahlreiche Leckereien aus verschiedenen Küchen: Cous-Cous und Lammkeule, Wild vom Haus am Fluß, Rosmarinkartoffeln und Gimritzer-scharfer Soße und vieles mehr. Als das leibliche Wohl aller gestillt war. Irgendwo hatte man auch noch Wein und Bier aufgetrieben, sorgte der mit einer neuen Prof. für Gimritzer Vor- und Frühgeschichte ausgestattete Junker Jörg vom Haus am Fluss für unser geistliches Wohl mit einem Vortrag über Gut Gimritz und die Insel Peißnitz in Geschichte und Gegenwart. Da sahen wir, wie schön die Gutbrücke war, die bis 1945 (bis zu ihrer Sprengung)  un unserem Zuhause führte. Wir erfuhren von den Dampfern, die einen Linienverkehr auf der Saale fuhren, bevor es eine Brücke von der Ziegelwiese zur Insel gab. Wir sahen romantische Bilder und Fotos. Saalepartie und Wiesenpartie sind hier die Stichwörte. Berühmte Persönlichkeiten wie der Dichter Eichendorff lernten im Bade Gimritz schwimmen. Die Romantikerin Luise Brachmann ertränkte sich hier in der Saale. Ihr ist der Stein im Gimritzer Park gwidmet. Alle diese Informationen sollen in ein Buch über Gut Gimritz und die Peißnitz münden. Temba hat schon Unterstützung angekündigt und wir Bewohner werden wohl jeder unser Scherflein dazu beitragen, dass etwas daraus wird. Werbung sei hier schon einmal dafür im Vorfeld gemacht.

Wir gingen früher schlafen und das mit bangen Gefühlen, wie sich die Flut weiter entwickelt. An eine Arbeitsaufnahme am Montag war angesichts der bis zum Gimritzer Damm überfluteten Straße noch nciht zu denken.

Euer To.