08/10/10

Drei Tage Sachsen-Anhalt

NaumburgZu Beginn der Ferien hatten wir also Besuch aus Caracas, Paulinas Eltern Eunice und Hernan. Das war eine schöne und angenehme Überraschung und wir konnten uns drei Tage Zeit nehmen, Paulina und ihren Eltern touristische Höhepunkte außerhalb der Stadt Halle zu zeigen. Die drei Touren haben sich bewährt und geben einem ausländischen Besucher einen guten Eindruck von der Historie und der Geschichte unseres Bundeslandes. Nähere touristische und historische Informationen möchte ich hier nicht liefern, lediglich drei bewährte Routenvorschläge.

1. Tag: Der Süden, Naumburg und Freyburg

Bei ausgezeichnetem Sommerferienwetter im Juni machten wir am ersten Tag folgende Tour: Zuerst kam der Besuch des steinzeitlichen Sonnenobservatoriums in Goseck, womit wir ganz hinten in der Geschichte angelangt sind, nämlich im Neolithikum und damit noch in der jüngeren Steinzeit. Uns kulturell nächer war der Dom in Naumburg mit seinen Stifterfiguren aus dem Hochmittelalter war die nächste Station. Damit der Ausflug nicht ganz so trocken blieb, besuchten wir in Freyburg die dort gelegene und berühmte Sektkellerei und auf der Neuenburg staunten wir, wie gut sich das dortige Museum inzwischen entwickelt hat. Für Hochmittelalterinteressierte ein unbedingtes MUSS! Für ein gediegenes und entspanntes Abendessen nach den touristischen Tagesmühen empfehlen wir (wieder) die Zeddenbachmühle. Wir saßen über dem Mühlbach nahe an der Unstrut und ließen den Tag noch einmal Revue passieren.

Schlosskirche

2. Tag: Der Höhepunkt: Wittenberg und LutherSachsen-Anhalt hat eine Menge zu bieten: Romantische Städte, Schlösser, Dome, Parks und Ottonen, Steinzeit und Himmelswege, aber weltberühmt und von aller Welt registriert scheint doch einzig und allein die Reformation und der Don Martino Lutero zu sein, unser Reformator Martin Luther! Das es eine reine katholische Expedition zu ihm und seine Stätten war, tat der Sache sicher keinen Abbruch.

Und Wittenberg hat sich ja auch wahrlich herausgemacht: Schon rund um den Marktplatz und in der Fußgängerzone, in Stadtkirche, Lutherhaus und Schlosskirche (alle diese Orte besuchten wir) war es zu merken: Hier finden sich Touristen aus aller Herren Länder, hier gibt es Möglichkeiten, in mehreren Sprachen die Sache zu erfassen, man ist darauf eingerichtet. Besonders angetan waren wir vom Lutherhaus, dass zu einem ausgezeichneten Museum geworden ist, in dem man auch einen halben Tag ohne Probleme zubringen kann, dabei ist die Ausstellung zum Alltagsleben im Keller nicht zu vergessen. Für unsere Gäste aber war es bedeutend einmal an den Plätzen zu stehen, an denen auch Martin Luther gewesen war. Die „evangelische Heiligengalerie“ in der Schlosskirche fand ebenso hinreichend Beachtung. Und ich entdeckte die „protestantische Burka“ (siehe Foto).

Für den Wörlitzer Park war es daBurkann fast schon zu spät, aber wir schafften nach dem Essen dennoch einen ganz ordentlichen Spaziergang.  In seiner Einzigartigkeit, Verspieltheit und seinem romantischen Flair ist es für mich einer der schönsten Parks überhaupt. Die Kombination von Wasser und Ruinen, die verschiedenenartigen Brücken und Ruheplätze, es ist eine Ideal-Welt erschaffen worden, die leider nur während des Besuches anhält. Für eine Besichtung durch die Kanäle mit dem Kahn reichte die Zeit diesmal leider nicht. Das wird aber dringend empfohlen. Es lohnt sich.

3. Tag: Gernrode und Quedlinburg

Für den letzten Tag unserer Besichtigungstour hatten wir uns Gernrode und Quedlinburg ausgeschaut. Es ging damit zu den Ottonen und in den Harz, der eng mit dieser ersten „deutschen“ Dynastie verbunden ist. Auf jeden Fall und das ist sicher, gehören die Ottonen zu Sachsen-Anhalt dazu wie Kaiser Karl zu Aachen oder Kaiser Konstantin zu Trier. Wir haben dagegen unsere Cäsaren Otto. Zuerst besichtigten wir die Stiftskirche in Gernrode, die Ottonik pur hergibt, auch wenn einige Restauratoren da das ihrige dazu beigetragen haben. Wie man mit dem Auto gut an den Schlossberg in Quedlinburg herankommt, wußten wir bereits vom Kaiserfrühling 2006, als wir dort oben mit Freunden lagerten. So besichtigten wir auch die Quedlinburger Stiftskirche, die Krypta mit Heinrichs- und Mathildengrab, Domschatz nicht vergessen, und verschwiegen auch die unheilvolle Rolle nicht, zu der diese Kirche im Nationalsozialismus gezwungen war, nämlich eine Weihstätte des Schreckensregime zu sein. Denn auch das gehört zu unserer Geschichte.

Es lässt sich auch gut essen auf dem Schlossberg mit Blick auf die Stadt. „Und so viele Kirchen“, befanden Eunice und Hernan. Wir schlenderten den Rest des Nachmittags durch die romantischen Gassen, wähGernroderend um uns herum das Fussballinferno tobte. Jedes Tor war zu hören und am Ende stand es 4 : 1 für Deutschland. Auf der Rücktour gerieten wir deswegen in Ballenstedt in einen Autokorso mit Hupen und Schwarzrotgold. Das waren fröhliche Menschen. Ballenstedt macht für Deutschland einen guten Eindruck,

findet jedenfalls der To.

beindruckend!, Gernrode und Quedlinburg.

07/6/10

Abschied und Wiedersehen

Kpaulina.jpgurz: Paulina ist abgereist und Marie ist wieder da!

Endlich ist es Sommer geworden und die Temperaturen sind wundervoll. Nach diesem langen Winter sollte eigentlich keiner mehr über Hitze stöhnen, lange genug wurde gefroren…

Und plötzlich ging alles ganz schnell ! Unser Gastkind Paulina aus Venezuela wurde von den Gasteltern abgeholt. Noch sind sie zusammen auf einer Europareise, aber Ende des Monats geht es zurück in die Heimat. Das Abenteuer Schüleraustausch ist für Paulina zu Ende gegangen. Mitgenommen hat sie hoffentlich schöne Eindrücke bei uns und hervorrag

ende Kenntnisse der deutschen Sprache. Da sollte sie dabei bleiben.  Sie hat nicht nur uns als Freunde gewonnen, sondern auch auf Gut Gimritz und im Elisabeth-Gymnasium. Es war eine tolle Zeit mit ihr. Danke schön, auch an die Organisation Ayusa, die uns Paulina vermittelt hat. Wir werden sicher noch einmal ein Gastkind aufnehmen, auch Kathrin gefiel diese Idee sehr. Adios, Paulina, y quizas hasta luego!

marie-1.jpgMarie haben wir in diesen ersten Juli-Tagen in Leipzig vom Flughafen abgeholt. Sie kam nur mit Umhängetasche und ihren bunten Koffer. Viele ihrer Sachen hatte sie in Pakete gepackt, von denen einige auch schon angekommen sind. Da stand sie nun: Klein und zart, wie sie davongeflogen ist und weinte erst einmal. Sie war wieder zu Hause. Drückte uns und ihre Freundinnen, die mitgekommen sind.

Marie ist wieder da und es gab Weihnachtsessen im Juli. Es ist wieder alles so, wie es sein soll. Irgendwie merkwürdig,

findet To.

04/23/10

Das Leben von seiner Schokoladenseite

Gerade in der langen Winterzeit 2010 brauchten wir etwas Aufmunterung. Was bot sich da besser an als Schokolade? In der Fastenzeit mochte ich davon aus naheliegenden Gründen nicht erzählen. Nun, ab Ostern darf man wieder etwas Süßes zu sich nehmen und ich kann wieder an Schokolade denken.

Unsere Freunde haben wir bereits oft mit Hallorenkugeln aus Halle verwöhnt. Unerwähnt blieb bisher, dass Halle auch ein Schokoladenmuseum hat. Das haben wir in der Winterzeit mit unserem Gastkind Paulina besucht und waren begeistert.

schoko.jpg

Im Schokoladenmuseum geht es nicht nur um die Geschichte der Schokoladenherstellung in Halle, das natürlich auch, sondern um die Geschichte der Schokolade, ihre Herstellung und Verbreitung. Die meisten Ausstellungsräume sind sehr kindgerecht gestaltet. Aber auch den Großen machte z.B. das Schnuppern an den verschiedenen Gewürzen und Duftstoffen Spaß. Besonders beeindruckend ist natürlich das Schokoladenzimmer. Fast fühlten wir uns wie bei Willy Wonka in der Schokoladenfabrik. Aber das stimmte doch! Wir waren in einer Fabrik und lernten das Leben von der süßesten Seite kennen. Ach ja, und im Gegensatz zu vielen Museen in Deutschland ist dieses hier sogar zweisprachig, was unserer Paulina trotz ihrer guten Deutschkenntnisse das Verständnis doch erleichterte. Hier noch mehr Informationen zum Schokoladenmuseum Halle.

Euer To.

10/30/09

Paulinas erste Schneeballschlacht

Es ist Herbst gewordOberbayern1en und Paulina, unsere Gastschülerin aus Caracas/Venezuela hat sich inzwischen sehr gut eingelebt.  Sie ist bislang eine sehr ruhige Zeitgenossin, aber mit Zunahme der Deutschkenntnisse taut sie mehr auf. Bisher haben wir den Entschluss, während der Abwesenheit von Marie ein Gastkind aufzunehmen, nicht bereut. Sehr dankbar sind wir auch den Klassenkameradinnen von Marie, die Paulina sofort in ihre Gemeinschaft aufgenommen haben. Sie nimmt eine Menge Aktivitäten in Anspruch wie Jonglieren, Turnen, Baskettball usw. Das ist sehr schön.

Unsere herbstliche Familienfahrt zum Ausspannen haben wir diesmal nicht in den Norden, sondern nach Bayern unternommen, nicht nur, um endlich die Uhls zu besuchen, sondern auch Paulina ein Stückchen Bayern, dieses „typische Deutschland“,  zu zeigen.  Die AmmerseeeFerienunterkunft (Wohnung) war groß, aber sehr einfach und mit etwas spärlicher Einrichtung. Dafür aber sehr kostengünstig. Wir besuchten in dieser Woche das Kloster Andechs, das uns aber nicht so gut gefiel und das Bier schmeckt in Weilheim genauso gut. Der schönste Platz war der Kräutergarten direkt am Parkplatz, der von einer kleinen Pharmafirma betreut wird.  Erwähnen möchten wir aber den unterhalb des Klosters gelegenen Ammersee, auf dem wir eine Schiffstour machten. Der Salon im Innern des Schiffs hätte auch Marie gut gefallen. Das war so ein Hauch von alter Zeit und hätte sich Phileas Fogg zu uns gesellt, wir hätten uns nicht sehr gewundert.  Er hätte natürlich mit seiner Taschenuhr darauf geachtet, dass das Schiff auch abfährt. Passepartout hätte uns allen Tee gebracht …

Sehr schön gefiel mir auch der Besuch in Wessobrun: Überreste der alten Petrikirchepw5.JPG, Quellheiligtum und Tassilo-Linde usw. Aber am Schönsten empfand ich das Quellenhaus, dass sich ein Luxus gewöhnter Abt einst bauen ließ, zusammen mit den Forellenteichen (Truchas).  Das machte Hunger! Auf dem Peißenberg rund um die Wallfahrtskirche erlebte Paulina ihre erste Schneeballschlacht, denn wir bekamen in Bayern einen richtigen Kälteeinbruch mit.  Das konnten wir aber gut ertragen, denn unsere Gastgeber verwöhnten uns fast jeden Abend mit leckeren Essen verwöhnten.

Am Wochenende ließ uns das Kupfermuseum in Stich, dafür konnten wir aber noch mit den Gastgebern eine schöne Tour machen: Polling (Kirche, Kloster), Altenstadt (romanische Basilika, sehr sehenswert, wenn auch etwas überrestauriert), Wieskirche (Rokoko, japanische Wallfahrtskirche) und schließlich eine Talbrücke als tolles technisches Denkmal. Am Abend Weißwürste und Brezel, die mir wirklich gut geschmeckt haben. Ein toller bayrischer Abend ! Herzlichen Dank !

Aber das war noch nicht alles! Am Morgen hieß es gut aufstehen. Der Uhl hatte schon Winterreifen aufgezogen. Über Garmisch und Insbruck erreichten wir den Brenner. Paulina war an einem Tag in Österreich und Italien ! Nun ging es über den Jauchen-Pass (2000 m und Schneeballschlacht). Ich sah schon Südtiroler Burgen. Wir waren kurz vor Bozen. Zwischendurch gab es schon was vom Zwiebelkuchen. Aber die Tour ging weiter über das Timmelsjoch (2500 m). Der Pass war verschneit, aber noch offen. -7, aber steifer Wind, gefühlte -20 ! Auf der Rücktour machten wir (siehe Foto) eine ausgedehnte Schneeballschlacht und bauten den ersten Schneemann dieses Jahres (im Oktober !).  Danke schön für diese Supertour!pw4.JPG

Leider hieß es nun Abschied nehmen! Am Ammersee vorbei ging es auf der Rücktour zur Autobahn.  Paulina hatte einen kalten, aber schönen Eindruck vom „Süden“ bekommen …

Eine Neuheit hier im Blog gibt es noch, die ich am Ende erzählen möchte. Von Zeit zur Zeit werde ich  hier Fluss-Gedichte einstellen. Keine große Lyrik, aber Impressionen von unserem Leben in poetischer Form. Hier das „erste Fluss-Gedicht“… 

Einen schönen Herbst noch, der To.

09/2/09

Schüleraustausch

Marie ist gut in Japan angekommen. Wir haben zwar bislang keinen Kontakt, aber Ayusa Japan konnte auf Nachfragen bestätigen, dass Marie ihre Gastfamilie erreicht und auch bereits ihre neue Schule besichtigt hat. Jetzt brauchen wir unsere keine Sorgen mehr zu machen. Wir hoffen, sie hat in Japan eine schöne und anregende Zeit. Alles Weitere von ihr selbst, Maries Livejournal

Paulina, unser Gastkind aus Venezuela, hat sich inzwischen auch gut eingelebt. Etwas mehr Deutsch kommt sicher mit der Zeit. Auf dem Elisabeth-Gym. gemeinsam mit Maries Freundinnen fühlt sie sich sichtlich wohl. Sie füllt ihr Leben hier bereits mit einigen Aktivitäten, z.B. Jonglieren.  Jetzt kommt der Herbst mit seinen gemütlichen Abende. Wir hoffen, dass es ihr auch dann noch bei uns gefällt.

Euer To.

06/5/09

Hurra, wir bekommen ein Kind !

Der Sommer hat begonnen und es gibt noch unheimlich viel zu tun, bis wir die Beine hängen lassen können. Immerhin um etwas brauchen wir uns dieses Jahr nicht zu kümmern: Das Kaiserlager in Tilleda. Das Kapitel ist abgeschlossen. Und dem wird auch keine Träne nachgeweint. Das Mittelalter, besonders die Ottonenzeit haben wir deswegen nicht aufgegeben, auch wenn wir nur noch zu dritt sind, denn Marie geht ihre eigenen Wege. Dem Verein haben sich die Lieben aus Gifhorn, Gabi aus Bayern und Jaegoor aus Celle angeschlossen. Für den Neubeginn habe ich die Ottonenzeit wieder aktiviert, Neuigkeiten zu unseren Mittelalteraktivitäten gibt es auf dem Neuigkeitenblog dort. Statt Tilleda wollen wir zusammen mit unseren Freunden vom Wolfsbanner ein ganz anderes Gelände kennenlernen, nämlich die Turmhügelburg Lütjenburg an der Ostsee. Das wird eine Woche Mittelalterurlaub dort zum Kennenlernen. Ich freue mich schon sehr darauf.

Für Marie wird es auch immer spannender.  Japan rückt näher. Ein ganzes Jahr wird sie dort sein, das wird sehr aufregend für alle Beteiligten, denke. Bisher fühlen wir uns von der Organisation, die Marie dies ermöglicht sehr gut betreut und haben uns auch bereit erklärt, auch ein Gastkind aufzunehmen. Paulina aus Venezuela kommt Anfang August und wird auch ein Jahr auf Gut Gimritz bleiben.Hurra, wir bekommen ein weiteres Kind !

Es wird also ein spannender Sommer und er hat eben erst begonnen. Nun muss nur noch die Sonne etwas herauskommen, Euer Torsten