04/6/11

Erleichterung

… macht sich breit, denn das Rennen auf der Halle-Saale-Schleife, das für das Wochenende am 1. Mai angekündigt war, scheint lt. Halleforum und Bildzeitung vom Veranstalter Hinck abgesagt zu sein. Es war auch letztes Jahr sehr grenzwärtig: Wir wurden verkehrstechnisch eingesperrt und Herr Hinck war, was die Anwohner betraf, auch sehr unfreundlich und wenig kooperativ. Und dann kam der satte Sound der Motoren … bruuuuuuuuuuuuuuuuuummmm, knatterknatterratter ! Von Motorenlärm muss man ein Fan sein, um diesen 2 Tage lang dauerhaft ertragen zu können. Die DDR hat die Rennen 1967 nicht aus Jux und Tollerei aufgegeben, nachdem mit der Neustadt ein neues Wohngebiet entstanden war.

Ansonsten sind Veranstaltungen auf der Peißnitz doch immer sehr schön: Man sitzt vor dem Haus und hört mitunter sehr schöne Musik. Ich genieße das sehr. Das ist alles gut zu ertragen, da wir auch ständig rein und raus können. Und nur selten gibt es Veranstaltungen,  die geschmacklich nicht zu ertragen sind.

Aber an uns lag es wirklich (noch) nicht, dass Hinck und Co. wohl aufgesteckt haben. Es gibt Auflagen für eine solche Veranstaltung und die müssen erfüllt werden. So ist das nun mal.  Manches kann man nicht mehr wiederbeleben oder nicht in dieser Form. Auch im Rennsport ist die Zeit weiter voran geschritten. Aber vielleicht ergibt sich mal die Möglichkeit für ein Museumsrennen, wer weiß.

Aus dem Rennen euer To.

02/1/11

Bis ins 2. Obergeschoss

soll das Wasser bei uns gestanden haben, stand auf einem Internetportal (nein, nicht im Halleforum, woanders). Wenn das der Fall gewesen wäre, hätte der Pegel wohl um die 10m anzeigen müssen und dann wären nicht nur wir abgesoffen, sondern ganz Halle-Neustadt und auch Teile der Altstadt. Davon mal abgesehen, dass die meisten Häuser im Gut gar kein zweites Obergeschoss haben.

Nach der Flut

So schaut es im Moment auf Gut Gimritz aus. Winterstimmung.

Es hat keine Wohnung auf Gut Gimritz bei diesem „Jahrhunderthochwasser“ Schaden genommen. Wer meinen blog bislang gelesen hat, wird gemerkt haben, dass der Keller im Taubenhaus, der Müllkeller ganz viel Wasser und das Untergeschoss des alten Herrenhauses etwas Wasser abbekommen haben. Unser Keller im Parterre am Fluss genauso wie Norlhas Zimmer blieben trocken und bis zur Wohnung wären es noch 1,60 m gewesen, locker ! Also Panik machen und falsche Meldungen verbreiten zählt nicht. Wir wissen es inzwischen besser. Wenn es Probleme auf Gut Gimritz gibt, haben die bestimmt nichts mit dem Hochwasser zu tun.  „Für einen geringen Unkostenbeitrag und eine Kiste Wein pro Tag kann hier jeder bei uns wohnen“ (frei zitiert nach Torfrock).

Ja, und hurra, hurra. Jetzt ist wirklich alles wieder normal. Ich komme durch den Park zur Arbeit und wieder zurück.  Die Welt kann so schön sein, oder ?

Der Flut entstiegen, Euer To.

01/20/11

Der Krisenstab löst sich auf …

Das wird wohl der letzte tägliche Eintrag dieser über eine Woche dauernde Hochwasserblogerei: Gestern Abend waren bereits 5 Stufen auf Jens Ufertreppe wieder frei. Seine Familie und er waren natürlich auch schon wieder zu Hause. Und überhaupt! Wie ich schon vermutete, jetzt kamen alle wieder zurück. Und einige grüßten noch nicht mal. Ich mein, wir wollen ja keinen Heldenorden oder so etwas haben (obwohl wir natürlich selbst an eine Gedenkplakette gedacht haben, hihi), aber so ins „normale Miteinanderleben“ zurückgestoßen, befremdete doch etwas. Wie gut, dass wir am Ende doch noch ein Auto bei einer Transferfahrt in der Flut auf der Halle-Saale-Schleife versenken konnten. Da konnte noch mal wie in alten Tagen hektisch aufgebrochen werden und jemand gerettet werden. Das tat richtig gut. Wein und kleine Leckereien gab es hinterher bei Dani und Frank, „Weicheier“ und „Helden“ saßen gemeinsam beisammen. Auch das tat gut.

Heute löste sich der Krisenstab der Stadt zum Hochwasser auf. Am Ende gab es für uns Gimritzer noch eine Mahnung: Der Krisenstab geht davon aus, dass das Gut Gimritz heute Nachmittag oder morgen wieder erreichbar sein wird. Als „magische“ Grenze gilt der Pegelstand von 6,10 Meter. Gegenwärtig ist die Zufahrt noch nicht wieder freigegeben. Wer die Überfahrt trotzdem wagt, handelt auf eigene Gefahr.

Haben wir gehört! Ob ich auch auf eigene Gefahr handele, wenn ich meine tägliche Pilgerei zur Arbeit und zurück jetzt in Gummistiefeln durch den Gimritzer Park mache, sobald es möglich ist, hat der Krisenstab nicht gesagt. Aber der ist ja jetzt auch aufgelöst. Nun ist bald Wahlkampf, aber dazu bloge ich nicht täglich, sonst bekomme ich die Krise.

Macht det jut ! Euer To.

01/19/11

Der Alltag hat uns wieder

Nach einem „Abschiedsessen“ wieder bei Heinrich mit vielen Leckereien u.a. Rehkeule gestern Abend, versuchte ich heute früh mit Gummistiefeln zum Gimritzer Damm zu waten. Es war noch zu hoch!!! Einzig Temba konnte uns mit dem Jeep bis dahin fahren, so dass viele nun wieder zur Arbeit kamen. Die Zeit des Inselcamps ist vorbei. Und das ist auch ganz gut so.  Die Aufräumarbeiten beginnen. Telefon und Heizung müssen repariert werden. Es muss kräftig aufgeräumt werden. Die ersten Heimkehrer haben sich auch bereits angesagt.

Der Alltag auf Gut Gimritz hat uns wieder. Aber vieles wird nun nicht mehr so wie früher sein. Das hat die Flut gemacht. Und? War das etwa schlecht?

Euer To.

01/18/11

Nichts Neues aus der Flut

Wir sind immer noch abgeschnitten. Nach wie vor keine Heitzung und kein Telefon. Das Wasser ist nur ganz wenig gesunken. Einige von den Damen, die dringenden Tätigkeiten nachgehen müssen, werden rausgepaddelt zur Haltestelle am Gimritzer Damm. Mit Gummistiefeln oder dem Geländewagen ist noch kein Durchkommen möglich. Ansonsten nichts Neues aus der Flut. Wir haben immer noch genug zu essen und zu trinken. Die abendliche Runde und die Gemeinsamkeit hat sich bis jetzt gehalten.

Gestern gab es hauptsächlich Nudeln, dass aber reichlich, dazu etliche Sossen aus Hackfleisch und Tomaten, aber auch aus Lachs und Spinat,  gefüllte Weinblätter und Würstchen kamen dazu.

Aus der geschlossenen Anstaltsinsel Euer To.

01/17/11

Kultur in der Flut

Von den gemeinsamen Abendessen habe ich ja bereits berichtet. Auch gestern gab es für die etwa 22 Gimritzer Eingeborenen wieder zahlreiche Leckereien aus verschiedenen Küchen: Cous-Cous und Lammkeule, Wild vom Haus am Fluß, Rosmarinkartoffeln und Gimritzer-scharfer Soße und vieles mehr. Als das leibliche Wohl aller gestillt war. Irgendwo hatte man auch noch Wein und Bier aufgetrieben, sorgte der mit einer neuen Prof. für Gimritzer Vor- und Frühgeschichte ausgestattete Junker Jörg vom Haus am Fluss für unser geistliches Wohl mit einem Vortrag über Gut Gimritz und die Insel Peißnitz in Geschichte und Gegenwart. Da sahen wir, wie schön die Gutbrücke war, die bis 1945 (bis zu ihrer Sprengung)  un unserem Zuhause führte. Wir erfuhren von den Dampfern, die einen Linienverkehr auf der Saale fuhren, bevor es eine Brücke von der Ziegelwiese zur Insel gab. Wir sahen romantische Bilder und Fotos. Saalepartie und Wiesenpartie sind hier die Stichwörte. Berühmte Persönlichkeiten wie der Dichter Eichendorff lernten im Bade Gimritz schwimmen. Die Romantikerin Luise Brachmann ertränkte sich hier in der Saale. Ihr ist der Stein im Gimritzer Park gwidmet. Alle diese Informationen sollen in ein Buch über Gut Gimritz und die Peißnitz münden. Temba hat schon Unterstützung angekündigt und wir Bewohner werden wohl jeder unser Scherflein dazu beitragen, dass etwas daraus wird. Werbung sei hier schon einmal dafür im Vorfeld gemacht.

Wir gingen früher schlafen und das mit bangen Gefühlen, wie sich die Flut weiter entwickelt. An eine Arbeitsaufnahme am Montag war angesichts der bis zum Gimritzer Damm überfluteten Straße noch nciht zu denken.

Euer To.