06/19/14

König Juan Carlos und König Fußball danken ab!

Juni 2014 – Barcelona hat genug von der Monarchie!

Es geht um zwei Könige in Spanien, die am gestrigen Tag historisch gescheitert sind und abgedankt haben: Juan Carlos und der Fußball der span. Nationalmannschaft. Was für ein Zufall! Beide waren die letzte Klammer, die das Land noch zusammengehalten haben. Am 9. November wollen die Katalanen über die Unabhängigkeit abstimmen. Es steht zu befürchten, dass das Land auseinanderbricht.

Junger Mann mit Krone gesucht

Es war in den frühen Achziger Jahren, als ich das erste Mal ein Portrait des spanischen Königs Juan Carlos in der Herberge unserer Schülergruppe sah. Der junge Mann mit dem Krönchen über dem Haupt und die Monarchie an sich waren uns fremd. Genauso fremd übrigens wie den jungen Leuten, mit denen wir uns angefreundet hatten. Ich blieb Spanien seitdem verbunden, auch wenn ich das gar nicht vorgehabt habe. Así es la vida, so ist das Leben!

Dieser König hat gestern (18. Juni 2014) off. abgedankt, nachdem er das am 2. Juni bereits angekündigt hatte. Was hat dieser König für sein Land getan? Und diese Frage ist neben der historischen Leistung eines Staatsoberhauptes im 20./21. Jahrhundert von entscheidener Wichtigkeit.

Lebemann oder Staatsoberhaupt?

Ich habe Juan Carlos immer für einen Lebemann gehalten, der zu bequem war, die Rolle als monarchischer Diktator, die ihm von seinem Ziehvater Franco zugedacht war, anzunehmen. Großes Gesten, ja gerne, aber Verantwortung lieber nicht, das war sein Motto und verteilte die Last lieber auf die Schultern der Berufspolitiker. Er führte die Demokratie ein. Neben der Verhinderung des Tejero-Aufstandes (23-F) ist das die historische Leistung des Königs Juan Carlos. Was aber hat er nicht getan?

  • Nicht einen Moment hat er sich bemüht, die Franco-Diktatur in irgendeiner Weise aufzuarbeiten und damit dem Land eine demokratische Perspektive zu geben. Wenn jetzt Massen in Spanien die dritte Republik mit den Fahnen der zweiten Republik fordern, ist das ein deutliches Zeichen, dass wir politisch wieder in der Zeit vor dem Bürgerkrieg angelangt sind.
  • Er hat es nicht geschafft, allen Spaniern ein König zu sein. Vielleicht hätte ein modernes „Reisekönigtum“ dafür die Lösung sein können. Wann ist der König z.B. in seinem Anwesen in Barcelona? Antwort: Niemals. Niemals ist zu wenig. Ein König muss einigend und modern sein. Dieser König hat den Regionalismo einfach ignoriert.
  • Korruption und politischer Stillstand sind seit Jahrzehnten das Kennzeichen der spanischen Politikerkaste. Probleme wie Jugendarbeitslosigkeit oder fehlender sozialer Wohnungsbau (das span. Eigentumswohnungssystem) sind ignoriert worden. Der König war Teil des Systems, nie moralische Instanz. Dazu war er nicht fähig oder wollte es nicht.
  • Und Europa? Spanien war und ist massiver Nutznießer der europäischen Einigung. König Juan Carlos hatte damit nichts zu tun. Hat er es überhaupt mitbekommen?

Inzwischen hat sich vielfältig bestätigt, dass meine Auffassung vom „Lebemann Juan Carlos“ tatsächlich richtig war. Er war ein Übergangskönig, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Er hätte die Chance gehabt, ein moderner und großer König zu sein, aber das Gestalten lag ihm nicht am Herzen.  Am Ende unterzeichnete er seine Abdankung und Spanien schied aus der Fußball-WM aus. Beide Könige aus Mangel an neuem Gestaltungswillen.

Das Volk wird wieder nicht gefragt

Der neue König Felipe VI.  legt sofort einen Fehlstart hin. Zwar sind  49 % der Spanier laut der Zeitung El Pais für eine Beibehaltung der Monarchie mit Felipe, aber laut der Zeitung sind 65 % der Spanier dafür, dass es darüber ein Ref. geben sollte. Es soll nicht die Monarchie sich selbst einsetzen. Es sollen nicht Politiker darüber bestimmen. Das Volk möchte sich den Monarchen aussuchen. Darüber hat sich Felipe gestern und heute hinweg gesetzt. Das schafft kein neues Vertrauen, sondern wird besonders die Regionen in ihren Willen bestärken, dass es genug ist mit den Borbonen. Felipe stellt unmißverständlich klar, ihr seid mir piepegal. Die Katalanen zeigen ihm bald den Stinkefinger für diese Ignoranz .

Ab in die Kabine Felipe und tschüss!

Da es neuerdings modern ist, das Kanzlerinnen und gekrönte Häupter die Fußballer in der Kabine besuchen, sollte Felipe das beim letzten Spiel der Spanier gegen Australien tun (letzteren drücke ich die Daumen, der roten Bestie den Gnadenschuss zu verpassen!) . Und danach sollten alle zusammen abtreten. Borbonen und Bestien in die Wüste. Eure Zeit ist gestern zu einem Ende gekommen. Es ist Zeit für einen Neuanfang, dafür braucht es neue Politiker und Fußballer und keinen König. König sind def. etwas für die Geschichtsbücher. Zugeklappt und fertig!

Euer To.

03/24/14

Barcelona

Notizen aus einer unbekannten Stadt

  1. Den Terminkalender habe ich auf dem Schreibtisch vergessen. Ich konnte schon loslassen, bevor das Flugschiff auf die Küste zusegelte. Zuerst einen Überblick verschaffen: Ich habe den nächsten Berg bestiegen, die Tore der Festung standen weit offen. Die unbekannte Stadt dehnt sich bis zur nächsten Bergkette aus. Früher war das Tal ein einziger Garten und die Menschen waren eingesperrt innerhalb ihrer Stadtmauer. Heute sind die Kanonen eingerostet vom Frieden. Ich stehe vor einem Immobilienbüro, kaufe im Geiste eine Stadtwohnung und beantrage die Staatsangehörigkeit eines noch nicht gegründeten neuen Landes. Wenn im Hof die Springbrunnen plätschern und Orangen wachsen, komme ich wohl zur Ruhe. Doch dieses Land ist ein Land voller Obdachlose und Jachtbesitzer, ganz eng nebeneinander, arm und reich, letztere können erfolgreich bei der Eu betteln, die Ersterwähnten verzweifeln in den Fußgängerzonen. Ich bin zu faul oder zu ängstlich, eine Münze aus der Tasche zu kramen. Mit diesem Text werde ich ohnehin nicht Stadtschreiber der unbekannten Stadt. An der nächsten Ecke telefoniert der Minotaurus mit dem Museum des Malers. Er zwinkert mir zu. Nicht umsonst sind wir bereits jahrelang gute Freunde. Er fragt: „Gehen wir zu den Huren heute Nacht?“ Ich verneine, denn längst bin ich mit der Schlangenfrau verheiratet. Ich frage mich, ob ich tote Zwillingsbrüder besuchen soll. Immerhin wartet eine Frühlingsnacht auf mich.
  2. Ich kann nicht verstehen, noch akzeptieren, das alles in dieser Welt auf Blut und Hass gegründet sein soll. Ich mag es auch nicht in der Literatur erleiden. Besonders nicht, wenn es auf Lüge und konstruierten Klischees aufgebaut ist. So habe ich die „Kathedrale des Meeres“ bereits nach wenigen Seiten weggelegt. Auch und vielleicht deswegen, weil ich weiß, dass Literatur Lüge ist und dahinter Absichten stecken können. Wer kennt nicht die vielen Berichte von den Eroberungszügen der Römer, deren tapfere Gegner sich der drohenden Niederlage dadurch entzogen, dass sie mit Kind, Frau und Mann in den Selbstmord flüchteten?! Denn wie tapfer müssen die Römer sein, wenn sie solch tapferes und ungebändigtes Gezücht bezwingen konnten! Doch das ist schlechte Literatur, wenn die Absicht sogleich erkannt, die Lüge ins Gesicht springt wie der Teufel aus der Kiste, womöglich sogar nationalistischer Humbug, im milderen Falle einfach Kitsch ist.Die wirkliche Kathedrale des Meeres sind die Schiffshallen der unbekannten Stadt. In Venedig sagen sie Arsenal dazu. Auf den Schiffen, die diese Kathedrale verließen, wurde nicht gebetet, sondern gerudert! Um auf die Galeere zu kommen, bedurfte es nicht viel: Z.B. Zigeuner zu sein und keine Arbeit zu haben. Auch bei gotteslästerlichen Tun jeglicher Art war die Galeere eine angemessene Strafe. Da begann eine ganz eigene Reise für den Delinquenten, deren Endstation der Tod war. Die Madonna des Meeres, vielfältig vergöttert und bei besonderen Gelegenheiten über das Meer gefahren, hilft auch nicht weiter und rettet keinesfalls die Verzweifeltesten der Verzweifelten. Sie wurde von der Kirche mit Sternenmänteln und Goldheiligscheinen bestochen.

     Ich besteige heute mein eigenes Schiff, beziehe mein Bett. Wie wäre es mit einen Segeltörn über das Mare Nostrum? Piraten- und Türkenfrei nun, keine Galeere ist mehr notwendig, aber voll mit den Nußschalen der Ärmsten. Wie segelt es sich über ein Meer voller Leichen? Wer es überlebt hat, hat nun bester Aussichten auf eine Karriere als Obdachloser, Drogendealer oder Kleinkrimineller. Was schert mich das, denn wie schön schaukelt mein Schiff in der abendlichen Dünung des Hafens!

  3. Überall in dieser unbekannten stadt schieben sie ihre Einkaufswagen durch die Straßen und sammeln zusammen, was in Mülltonnen oder beim Sperrmüll finden können. Besonders Altmetall ist begehrt, aber auch Kleidungsstücke oder was man sonst zum täglichen Leben Brauchbares findet, landet im Korb des Wagens. Einer dieser Menschen hatte den Einkaufswagen voller Bücher, als sammele er die Lebenslügen der Stadt auf. Ich habe leider mein eigenes Büchlein nicht dabei gehabt, sonst hätte ich es dazu gelegt. So trinke ich Cidre von der Nordküste, während der Einkaufswagen vorbeirumpelt…
  4. Was bei uns Grieche oder Araber oder Portugiese ist, das ist hier eher regional: Die „vom Meer“ oder „die aus dem Gebirge“ oder „die von der Hochebene“. So als läge die unbekannte Stadt in einem anderen Land, fern von anderen Regionen dieses Staates. Beliebt sind kleine Häppchen zwischendurch, die bei den Leuten „aus dem Gebirge“ natürlich ganz anders heißen als bei denen „vom Meer“: Einmal Happen, dort Häppchen, und wiederum woanders Speisele, die Gerichte selbst sind sich dagegen ähnlich mit kleinen regionalen Variationen selbstverständlich. Was aber Mode geworden zu sein scheint, das können wir nach einem kleinen Reihenversuch feststellen, wobei aber immer noch im Sinne der Angeklagten eine kleine Zufallsmöglichkeit übrigbleibt, ist folgendes:Bestellst du 10 Häppchen für eine kleine Gruppe, bekommst du neun. Dieses Verfahren wird erleichtert, weil einige Häppchen warm, andere kalt serviert werden, also nicht zur gleichen Zeit auf den Tisch kommen. Es werden aber alle 10 berechnet! Beim ersten Mal reklamierten wir amüsierte und glaubten an Überarbeitung. Es war eine Menge los. Beim zweiten Mal runzelten wir die Stirn, reklamierten und nahmen ein Versehen an. Beim Reklamieren gibt es keine Probleme und kein langes Zetern. Beim dritten Mal verfiel ich in die Sprache meiner Jugend und rief den Kellner durch den ganzen Saal herbei und bekam nach vielen Entschuldigungen doch noch das 10 Häppchen, Wurst in Cidre gebraten. Ich gebe es zu, darauf hatte ich mich besonders gefreut.Eine Kennerin der Leute aus dem fernen Osten in unserer Gruppe hatte folgende Erklärung. Durch die Zunahme der Touristen aus jener Gegend, die in Massen die Straßen und Sehenswürdigkeiten bestaunen, kam durch Zufall oder Absicht das 10 Häppchen-Verfahren auf, denn jene so höflich, so die Kennerin, zu bezahlen, egal, was auf den Tisch kommt oder auch nicht. Eine mögliche Erklärung, wie gesagt.Wir dagegen werden langsam verstimmt und ich hoffe, ich muß nicht zu oft in die Sprache meiner Jugend zurückfallen, die, so hat man mir versichert, inzwischen als sehr fordernd und unhöflich aufgefaßt wird, um 10 Häppchen zu erhalten. Ach, die gute alte Zeit, denke ich. Das denkt wohl auch der alte Herr im Rollstuhl, den die Verwandten vor die Tür geschoben haben, damit er rauchen kann. Abgestellt. So ist das mit den Alten.Beim Häppchen-Vertilgen in der unbekannten Stadt, Isí

    P.S.: Gestern 10 Häppchen erhalten und 10 Häppchen bezahlt, ohne Reklamation, aber diese Häppchen waren von Leuten „von den Inseln“

  5. Zugegeben, ich war lange nicht mehr in einem Gottesdienst. Gotteshäuser besuche ich dagegen öfter. Und ich spreche auch mit Gott, Engeln und Elfen. Beten ist ein Gespräch, manchmal auch ein Streit.Heute gibt es nur Einigkeit, denn es ist der Gott des Fußballs dran. Denn der Verein der unbekannten Stadt ist der erfolgreichst Club der Welt, nicht nur im Fußball, auch im Handball, im Baskettball, und, und, und… Es gibt kein Jahr, in dem nicht ein Titel oder Pokal geholt wird. Sie sind die sportliche Opposition gegen Generäle oder Könige. Auch wenn das heißt, das ein Clubpräsident erschossen wird. Das Stadion wird irgendwann in einem rotgelben Meer schwimmen, und irgendwann, das heißt morgen!Das Stadion hier nennt sich „Neues Feld“ und das ist das absolute Heiligtum des Vereins. Vorher haben wir andächtig ein Museum durchquert, Vitrinen voller Pokale bestaunt. Wir erprobten an multimedialen Tischen alle Funktionen, sahen unsterbliche Tore, heutige Erfolgstrainer als knochenharte Verteidiger traten auf. Und immer wieder Bilder vom Mesias dieses Heiligtums, dem Gandalf des Fußballs, der Tore aus dem Nichts zaubert und gegelte königliche Balrogs ins Belanglose dribbelt.Wir stehen jetzt hier auf der Reportertribühne und sind andächtig. Ist das alles nun sakral oder ein goldenes Kalb, gefüttert mit Nationalismus, Lebensfreude und viel, viel Geld? Die Antwort wartet auf uns schon am Ausgang. Auf drei Etagen gibt es Andenken gegen Bares. Blau heißt auch hier blau.
  6. Alles hat in der unbekannten Stadt Tradition, sogar das Vergnügen. Ich greife zwei Beispiele heraus. Das Erstere führt uns in die Zeiten der Weltausstellung 1926. Ein Überbleibsel dieses Ereignisses ist ein Dorf mit Nachbauten alter Häuser aus allen Landesteilen. So haben diese mehr oder weniger gelungenen Rekonstruktionen bereits ein beachtliches Alter auf dem Rücken. Wir reisen von Nord nach Süd und wieder zurück. Überall besuchen wir die Kunsthandwerker in den Häusern, die sich angesichts der winterlichen Zeit noch über Besuche freuen können. Kaum zu glauben, aber es war sogar geschmackvolles und sehr viel Künstlerisches dabei. Höhepunkt war ein frühromanisches Kloster, zusammengepuzzelt aus 4 vorhandenen Klostern. Sicher, das alles ist ein „Disneyland“, aber immerhin ein sehr geschmackvolles. Nachdem wir die weißen Häuser des Südens durchquert hatten, gönnten wir uns in einer Seitengasse eine heiße Schokolade, so gehaltvoll, das sich fast das Abendbrot erübrigt hat.Ganz anders der einhundertjährige Vergnügungspark auf der höchsten Erhebung am Rande der unbekannten Stadt. Einst stand hier nur eine kleine Kapelle, zu der gepilgert wurde, daraus ergab sich wohl der Hang zum Zusammensein und Vergnügung. Heute wird der Berg von einer gewaltigen Neo-Wasweißich-Kirche gekrönt, in die die alte Kapelle am Rand eingebaut wurde. Der Rest ist Vergnügungspark. Hier gibt es alles, was in einem Vergnügungspark gehört: Karussells, Bahnen, Automaten… Darüber dreht ein Aussichtsflieger seine Runden und das bereits seit 1929! Es ist eine Mischung aus Neu und Nostalgie, überhöht von der kitschigen Kirche und dem Jesus darauf wie ein Zuckerhütchen. Selbst die Bahn hinauf atmet asthmatisch.
  7. Europa, und damit schließen meine Notizen für dieses Mal, das ist wie ein Abendessen in der unbekannten Stadt.Es saßen zusammen: Eine bekannte Performancekünstlerin aus der Stadt, ihr kleiner Sohn, ein bretonischer Musiker, normalerweise in Paris lebend, eine deutsche Studentin, ein deutscher Schüler, eine Ärztin und ein unbekannter Schriftsteller aus dem Nará-Tal. Es gab eine örtliche Abendbrotzeit, eine ortsübliche Speisenfolge bestehend aus Vorspeise, 2. Speise und Nachtisch, dazu Wein aus Frankreich und von den Feldern der Borgia. Die Vorspeise war französisch, das Hauptgericht und der Nachtisch deutsch. Gemischt wurden die Sprachen Englisch, Spanisch und Deutsch. Die Stadtsprache wurde nicht verwendet. Der Sohn der Tänzerin hatte einen deutschen Vater und verwendete alle Sprachen, wie es ihm gefiel. Das war noch nicht das Abschiedsessen in der unbekannten Stadt, die so viele Gesichter hat, die in Europa liegt und doch in einem unbekannten Land am Rande der Zeit…

Euer To.

 

 

 

06/26/13

Von Lugo nach Barcelona

Nun ist es wieder vorbei! Marie hat Lugo verlassen und ist gut in Barcelona angekommen. Im Moment macht sie ihre Prüfung an der Escuela Superior de Diseño y Moda Felicidad Duce in Barcelona (ein kleiner Einblick oben im Video). Wir drücken die Daumen und wünschen ihr viel, viel Glück und Erfolg.

Euer To.

P.S.: Marie ist in Barcelona angenommen worden! Herzlichen Glückwunsch!

02/11/13

Weihnachten und Neujahr in Spanien

 Atlantikbrise 2013

Wir haben Weihnachten und Neujahr viele Leute vernachlässigt (auch die Weihnachtspost ist dieses Jahr nur unvollständig herausgegangen). Der Grund war unser Besuch bei Marie in Lugo/Spanien. Wir bitten alle um Entschuldigung und hoffen, ihr konntet es ein bißchen verstehen.

Wie ist nun Weihnachten in Spanien?  Empfunden sehr viel ruhiger als bei uns. Da Advent weitgehend unbekannt ist, beginnen z.B. die Weihnachtsmärkte erst am 23.12. und geWeihnachen Spanienhen meistens bis zum 06. Jan. (Heilige Drei Könige). An diesem Tag gibt es in Spanien die Geschenke, was sich von der Logik auch eher erschließt als das mysteriöse Erscheinen eines gutgelaunten dicken Herrn namens Weihnachtsmann (Könnte auch der Schneemann kommen!).

Unser persönliches Weihnachten lief so ab: Das Krippenspiel sahen wir uns in Maries Schule außerhalb von Lugo an. Am Heiligabend machten wir Gambas satt und beschenkten uns mit kleinen Dingen unter einem kleinen „Weihnachtsbaum“ (jedenfalls das, was wir noch in letzter Minute vor Ort bekamen).

Am 1. Weihnachtstag fuhren wir nach Santiago de Compostela (Bildergalerie): http://meinfigaro.de/inhalte/b7ff8925d25cadc7

Die restlichen Weihnachtstage blieben wir in Lugo: Melancholie der römischen Mauer in Lugo (Bildergalerie): http://meinfigaro.de/inhalte/969b9e05b4d47ff4

Allerdings machten wir einen kleinen Abstecher nach Portugal, um den „Hobbit“ in Originalsprache zu sehen. Da es uns in Lugo doch zu melancholisch wurde, machten wir eine eine kleine Winterreise an die Atlantikküste von Galicia: http://meinfigaro.de/inhalte/c4f699da58b7e641

und hier die kleine Ferienwohnunganlage, in der wir untergekommen sind: http://www.oplantio.com/
Anna, die das Haus betreut, kann aber nur spanisch (im Norden ist der Tourismus
überwiegend innerspanisch). Die Fotos sind nicht geschönt. Es ist wirklich sehr herrlich dort. Und wir waren im Winter da. Oder es war herrlich dort, weil wir im Winter da waren. Das kann natürlich auch sein.

Liebe Atlantikgrüße vom To.

09/26/12

Sommer bis Spätsommer

Ich bin lange nicht mehr zum blogen gekommen. Manche fragen sich bestimmt, ob wir überhaupt noch am Fluss leben. Ja, wir leben noch! Aber der Sommer war so belebt, dass ich kaum zum Schreiben gekommen bin: Annette hatte viel in der Praxis zu tun, ich musste meine Bibliothek einpacken, danach sind wir gleich auf die Turmhügelburg Lütjenburg gefahren. Es folgte der achtzigste Geburtstag von Onkel Werner und unsere Reise in die Slowakei.

Slowakei

Dann kam auch die Goldene Hochzeit von Evamaria und Gerhard, die im „Stein“ in Wörlitz gefeiert wurde. Ein tolles Fest mit vielen Begegnungen und einem gewaltigen Kulturprogramm. Besonders schön waren die Gespräche mit Marcia und Matthias und die Führungen im Wörlitzer Gartenreich.

Aber die wichtigste Neuigkeit ist gleichzeitig die traurigste: Marie ist wieder unterwegs und hat ihr Zuhause wieder einmal für 10 Monate verlassen, um in Nordspanien in einem Waldkindergarten zu arbeiten. Sie führt wieder einen Blog, der hier zu finden ist:

Maries Blog

Spätsommer ist Schreibzeit. Ich komme nun bestimmt mehr zum blogen.

Euer Torsten

Noch ein Bild aus Maries Blog, das mir gut gefällt, Ausdruck des Spätsommers:

 

03/7/12

Der Gesang des Wasserfalls, Atlantikbrise 15

Oneta-Fälle1

21. Reisetag: (zu Besuch bei den Xanas)… ist eine so schöne Musik. Der erste Fall unterhalb des Dorfes Oneta ist ca. 20m tief. Wir sitzen direkt daneben. Der Tag hat schön mit Frühstück im Hotel, dem besten Frühstück in ganz Spanien, begonnen und geht jetzt mit der Musik des Wassers weiter. Unser Spaziergang setzte sich an alten Mühlen und auf der Suche nach dem zweiten und dritten Fall fort. Der dritte Fall ging noch ca 11m tief. Warum der Weg dorthin schwer begehbar sein soll, war schwer zu verstehen. Wir sind durch den trockenen Mühlgraben marschiert und dann den Hang hinab. Der dritte Fall bildete einen Xana-See, eine Badewanne für die asturischen Nymphen. An dessen Rand konnten wir uns auf die Steine setzen, an diesem magischen Ort innehalten. Ich baute an den Rand des Wassers ein Steinmännchen, den Xanas zu sagen, dass Verwandte da waren.
Es sind die kleinen Dinge, die ich von diesem Tag in Erinnerung behalten möchte: Die alte Frau, die Marie so freundlich oberhalb der Wasserfälle angehalten hat; der verträumte Friedhof oberhalb von Oneta, wie eine Böcklin-Leinwand; die traurigen Augen des Kellners, der uns an der Hauptstraße bediente. Dazwischen tropfte und sang immer noch der Wasserfall, die Cascaden der Xanas, eine Melancholie, die schwer aus den Herzen der Sterblichen zu vertreiben ist.

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Der erste Oneta Fall

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Unsere Reisegesellschaft an den Fällen

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Die kleinen „Fälle“ zwischendurch und …

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der Weg im trockenen Mühlkanal mit …

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Blick in ein Mühlenhäuschen.

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Die tiefsten Oneta-Fälle, die wir erreichen konnten, Elfenbad und …

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der Gesang des Wassers.

Wir versuchen es am Besten mit Fußball: „Unsere U-19-Mannschaft“ spielte am Abend gegen Tschechien im Weltmeisterschaftsendspiel und dazu kehrten wir ins Hotel zurück. 3 : 2 ging das Spiel für Spanien aus, „Somos Campiones de todos!“ (Wir sind überall Champion!) titelten die Zeitungen am nächsten Tag. Wir jubelten mit und feierten mit Schoko-Churos, belgischen Bier und frischgepreßten Orangensaft aus der Hotelbar auf der Terrasse am Rande der Ría von Navia.

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02/17/12

Riesencalamare, Atlantikbrise 14

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An Bord der Nautilus auf der Suche nach den Riesenkalamaren

20. Reisetag:
Luarca, durch das wir auf dem Weg nach Navia kamen, hatte sich am Ende als netter Ort entpuppt: Die kleine Stadt ist von beiden Seiten von Felsen eng umschlossen. Der Bebauung sind enge Grenzen gesetzt. Zudem zieht sich ein Bach durch den Ort bis zum Hafenbecken. Der Ort Luarca folgt gehorsam den Windungen. Über all dem erstrecken sich die Bögen des Viadukts der Eisenbahnstrecke Gijon nach El Ferrol. Gerade als wir ankamen, begann im Ort ein Kunsthandwerkermarkt und eine Banda von Dudelsackspielern zog mit der asturischen Fahne voran durch den Ort.
Wir waren nicht zur Besichtigung hier, sondern auf der Spur der Riesenkalamare, von denen wir im Leuchtturm auf dem Cabo Peña gehört hatten und die hier in der Tiefseeschlucht von Aviles leben. Lange ist die Existenz von solch meterlangen Kalamaren (die Weibchen mit Fangarmen von einer Länge bis 22 Meter lang) bezweifelt worden. Allerdings fanden sich in den Mägen von Pottwalen, deren bevorzugte Nahrung große Kalamare sind, die Überreste von gewaltigen Tintenfischen. Es wurden Tierteile oder ganze Teile angeschwemmt. Im Jahr 2001 begann in Spanien ein Forschungs-unternehmen, den Riesenkalamaren auf die Spur zu kommen, ihre Existenz wird seitdem nicht mehr bezweifelt. Zu viele Beweisstücke liegen seitdem vor. In der „Aula del Mar“ in Luarca sind teilweise die Forschungsergebnisse zu besichtigen. Natürlich sind hier keine lebendigen Tiere zu bestaunen, aber die meterlangen Präparate sind auch beeindruckend und ein Besuch ist deswegen dringend angeraten! Schautafeln sind allerdings rein auf Spanisch. Leider wird auf internationalen Besuch noch keine Rücksicht genommen. Das ist schade! Ja, und leider kann ich auch keine Beweisfotos vorlegen. Die riesigen Präparate ließen sich nicht aufs Foto bannen. Hier aber jemand, der es besser konnte… klick

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Fischerboote dieser Größe fingen Riesencalamare ein

Luarca

Ein Blick auf Hafen und Stadt Luarca

01/29/12

Spätsommer an der Ría von Navia, Atlantikbrise 13

Casona Naviega

Balkonblick von der Casona Naviega auf die Ría von Navia

18. bis 19. Reisetag:
Wein, leckere, in Knoblauch angebratene Chipirones, das war der Abschied von der Casa Rural. Der Leuchtturm leuchtete ein letztes Mal für uns. Wir verabschiedeten uns von dem herrlichen Atlantikblick, wir hatten ein letztes milchig-silbriges Morgenlicht. Es ging weiter.
Wir kamen jetzt in eine Gegend von Asturien gekommen, die mir vorher unbekannt war. Wir fuhren  auf der A8 an den Industrierevieren von Gijon und Aviles vorbei und danach nach Westen, immer nach Westen. Zuerst gab es noch einige kleine touristisch erschlossene Orte und kleine Strände, die wir ausmachen konnten, als wir die Wahnwitzkonstrukte der spanischen Viadukte überquerten, aber plötzlich gab es nur noch Wald, Berge und Atlantik. Die Stadt Luarca kam als nächstes, ein enger Ort, den wir bald verließen. Wir reisten noch ein Stück weiter nach Navia und bogen in die Berge ein, um uns ein letztes Quartier zu suchen. Hinter dem Castro von Coaña gab es nur noch die Bergstraße, uns wunderschön über das Tal von Navia erhebend. Beim nächsten Castro unter uns direkt an der Straße gelegen, machten wir eine Pause und kehrten nach Navia um. Direkt in der ruhigen Villengegend am Ortseingang fanden wir ein kleines Hotel, die „Casona Naviega“. Marie war überglücklich, das wir dort zwei Doppelzimmer bekamen.

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Die wilde Küste auf dem Weg nach Navia

 Castrokultur

Asturische Berglandschaft mit dem freigelegten Castro de Pendia

Die „Casona Naviega“

Die „Casona Naviega“, mit Blick auf die Ría, war einst eine Stadtvilla an der Ría gewesen. Zwei junge Leute, beide knapp über 30, hatten sie liebevoll und stilsicher zu einem Hotel ausgebaut. Alle Zimmer waren mit viel Liebe und voller Detailfreude eingerichtet. Was es da alles zu entdecken gab! Selbst Schuhputzzeug war im Schrank versteckt. Und alles mögliche mehr! Ob diese Liebe zum Detail und diese außergewöhnliche Anstrengung es allen schön zu machen auf die Dauer anhält? Wir wollen es hoffen und wünschen den beiden sehr viel Kraft.

Casona Naviega

In der Casona Naviega

Casona Naviega2

In der Casona Naviega

Der Ort Navia selbst schwankt zwischen Schönheit und Verfall, ein mondäner Badeort wie Ribedesella war es nie, eher eine Sommerfrische für die Arbeiter in den asturischen Kohlegruben. Navia mit seiner Umgebung versuchen sich im Moment mit dem Konzept des Parque Historico de Navia (Historischer Park von Navia) ein neues touristisches Vermarktungskonzept zu geben. Der Ort selbst liegt in einer schönen, sehr atlantisch geprägten Gegend, überschattet von dem gewaltigen Straßenviadukt und der Fabrik im Hinterland.
Navia ist ebenfalls eine Gründung von Alfonso dem Weisen, den wir bereits erwähnt haben. Der Charme der engen Gasse hat sich bis heute im Innenstadtbereich erhalten. Es machte Spaß, dort herumzuschlendern. Es war weniger touristisch, einfach eine normale Stadt mit Geschäften zum Einkaufen und für schöne Mitbringsel und skurrilen Trödelläden, vollgeramscht mit Büchern, Haushaltgegenständen, Orden, Büsten etc. z.T. eher Müll.
Unser kleines niedliches Hotel hatte kein Restaurant, so gingen ins große Nachbarhotel essen. Die Menü-Karte hing draußen vor der Tür. Der Comedor atmete den Neubau-Charme der siebziger Jahre, aber der Kellner war nett, ein kleiner Pechvogel, und das Essen war sehr gut und günstig. Wir gingen öfters dorthin und hinterher konnte man sich noch einen Moment an den Springbrunnen im parkähnlichen „Vorgarten“ setzen.

Ría de Navia

Ría de Navia

Navia

Abendstimmung in Navia

 

12/21/11

Meer und Zaubergarten, Atlantikbrise 12

 Toscaf

Der Werbeblock zwischendurch: To hat nun seinen eigenen Kaff!

Einen frühen Morgen später ist der Nieselregen fort. Ich genieße die Morgensonne, das Meer, das Licht darauf. Das Atlantiklicht ist mir so viel wert wie das Gesicht der Geliebten! Na, fast so viel wert!

Es sind wieder Boote ausgefahren. „Toscaf“ steht auf dem Geländer neben mir. Irgendwo weit über mir schreit eine Möwe. Es reicht mir, in diesen herrlich langen Ferien einfach nur auf das Meer zu schauen. Es ist nicht so, dass ich es verstehe, noch kann ich es ergründen. Aber ich fühle eine innige Verbundenheit. Vom Meer komme ich, zum Meer gehe ich. Hier in Asturien schauen sogar die Friedhöfe auf den Atlantik, als wollten sie anzeigen: Hier liegen zwar die Reste meines Körpers, aber meine Seele ist längst zum letzten Mal hinaus gefahren.

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ein typischer Friedhof über dem Meer in Asturien

Im Jurasic-Museum

Erstaunlich, was diese kleine Gegend am Atlantik bietet: Neben den zwei präromanischen Kirchen, die unbedingt besichtigt werden müssen (wenn man es nicht schon getan hat), gibt es z.B. auch kleine Ausflugsziele wie das Schulmuseum in Catabranes (leider geschlossen) und die kl. Kirche St. Juan aus dem 13. Jahrhundert am Stadtrand von Villaviciosa. Diese bot ein paar schöne Canecillos (Skulpturen unter dem Dach), eine alte Tür mit interessanten Beschlägen und ein schönes Portal. Das Vordach und der Arkadengang sind womöglich nicht Entstehungszeit. Ins Innere der kleinen Kirche konnten, dafür waren wir zu früh am Nachmittag da.

Canecillos

Canecillos romanicas an der Kirche St. Juan in Villaviciosa

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Detail vom Portal von St. Juan, Pilger oder die drei Könige ?

St. Juan

St. Juan von außen

Jurasic-Museum

im Jurasic-Museum

Trotz des Protestes von Marie fuhren wir danach ins Jurasic-Museum. An vielen Stellen an den Küsten von Asturien fanden sich Fußabdrücke von Dinosauriern und Funde aus der Jurazeit. Das Museum dazu wurde zwischen Ribadesella und Villaviciosa eingerichtet. Der Besuch hat sich schon wegen der Architektur gelohnt. Das Museum ist in Form eines Dinosaurier-Fußes gebaut und hat innen gewaltige Holzstrebengewölbe. Ansonsten waren  riesige Dinosaurier-Rekonstruktionen, Fossilien aus Asturien und viele Versteinerungen zu sehen. Am Mittwoch ist im Museum freier Eintritt. Deswegen war ganz schön was los! Auf der Rücktour kamen wir durch Lastres, ein faszinierend am Hang und an den Klippen hinaufgebauter Küstenort.
 17. Reisetag:

Der Strand von Rodiles

Da wir es am Vortag nicht geschafft haben, sind wir heute früh gleich zum Strand von Rodiles gefahren. Diese liegt genau gegenüber unserem Ferienhaus auf der anderen Seite der Ría. Wieder schien es erst 6 Uhr früh, so leer und verlassen wirkte alles, aber es war sicher schon 10 Uhr durch. Rodiles ist einer der längsten Strände Asturiens, befindet sich an der Mündung der Ría von Villaviciosa. Es geht sehr flach ins Wasser hinein und ist deswegen auch sehr Kinder geeignet. Doch im Moment waren wir fast alleine da und machten einen langen Strandspaziergang. Mit uns kamen auch andere Spaziergänger und erste Badegäste, eine Wellenreiterschule und erst als wir uns wieder zur Stadt aufmachten, kamen uns in einer langen Reihe von Autos die Tagesbesucher entgegen. Parkplätze sind übrigens ausreichend vorhanden!

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Der Strand von Rodiles

Wellenreiter

Wellenreitenlernen an der Playa de Rodiles

Annette bestand auf einen Halt in Villaciosa, um ein weiteres Mal den Kunsthand-werkermarkt dort zu besuchen und Azabache-Schmuck zu kaufen. Azabache ist ähnlich wie Bernstein ein Fossil, hier aus dem Jura, es ist Baumharz oder besteht aus Baumbestandteile, versteinert. Es ist jetzt ein sehr schöner schwarzer Stein, in Spanien auch schwarzer Bernstein genannt. Das Kaffeetrinken in der bereits erwähnten Confiteria Colón haben wir sehr genossen. Gestärkt können wir uns deswegen dem nächsten Ausflugsziel zuwenden:

Der „Zaubergarten“ in Gijon

Wir waren am Botanischen Garten in Gijon schon beim letzten Ausflug vorbei gekommen. Ein Besuch war als kurzer Abendausflug geplant: Von Villaviciosa aus kamen wir schnell über die A 8 nach Gijon. Wir nahmen die Ausfahrt Hospital, schon waren wir da, eigener Parkplatz ist vorhanden. Vorweg gesagt: Es hatte sich gelohnt. Es war ein wundervoller langer Spaziergang, denn die Anlage ist gewaltig! Wir brauchten den ganzen Abend (bis 21 Uhr ist geöffnet), um einmal durchzulaufen. Und der B. Garten wird noch erweitert: Ein großes Tropenhaus ist in Planung.

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Zaubergarten in Gijon

Die Anlage ist nicht nur Botanischer Garten, sondern auch Park, Museum, Nutzgarten usw. mit tausenden von professionellen Hinweistafeln ausgestattet, die wir uns gar nicht alle in der Zeit durchlesen konnten. Toiletten, sogar Wickelräume, Ausruhplätze, Cafeterías etc. sind ausreichend vorhanden. Ein Kritikpunkt betraf uns nicht mehr, aber wir haben noch stets den Blick drauf: Erstens ist der Kinderteil + Museumspädagogik ganz am hinteren Ende des Parks sehr versteckt und dann dieser gar nicht im Betrieb, denn auch hier wurde gerade gebaut. Aber es gab noch zahlreiche andere Angebote, mit denen große und kleine Kinder durchaus beschäftigt werden konnten.
Wenn je das Wort „Zaubergarten“ auf etwas zutraf, dann für den botanischen Garten in Gijon. Es hätte uns nicht verwundert, wenn wir keinen Weg mehr heraus gefunden hätten. Aber das durfte nicht sein. Die Realität holte uns durch die Anwesenheit von Wachfrauen und -männern ein, die durch ihr bloßes Auftauchen die Besucher daran erinnerten, dass der Aufenthalt in diesem Paradies zeitlich begrenzt ist.

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Museumsexponate im botanischen Garten

Marie wunderland

Marie im Wunderland des Zaubergartens

Kohl

Alte Nutzpflanzen (hier asturischer Kohl) und …

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Medizinpflanzen sind im Zaubergarten angepflanzt.

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Alles ist durchzogen von Wasserläufen

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und wundervolle Bäume stehen hier.

Fischbraten

Vom Zaubergarten wieder zurück zu den leiblichen Genüssen. Der Vorteil eines Ferienhauses ist, dass man dort auch kochen kann. Im Geschäft des Portu de Tazones, dort wo ein kleiner weiblicher Trasgu von etwa 1,5o Größe bedient, kauften wir 5 Pagellus bocavareos aus der Bucht von Tazones, dazu Rochenflügel. Fische und Flügel wurden lecker mit Zwiebeln gebraten. Es war etwa 1 kg Fisch und ergab eine feine Mahlzeit. Der El Gaitero-Cava schmeckte ausgezeichnet dazu.

11/23/11

Bodega „El Gaitero“, Atlantikbrise 11

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Das Fass „Barcelona“ in der Bodega „El Gaitero“

14. Reisetag: Wir besuchten erneut Villavivciosa, waren auf dem Kunsthandwerkermarkt und hatten das erste Mal Pech mit dem Essen (s.u. „Was wir empfehlen und was nicht“). Der zweite Teil des Tages war erfreulicher: Wir besuchten die Bodega „El Gaitero“ Es erwartete uns ein ähnliches Besuchsprogramm wie z.B. in den Freyburger Sektkellereien inkl. einer Degustación. Selbst ohne große Spanischkenntnisse ist die Führung interessant. In dieser Bodega wurde/wird mit der Champagnermethode der Sidra natural in einen spritzigen Apfelsekt verwandelt. Der Verarbeitungsprozess der Äpfel zu Sidra wird erklärt, eine Halle mit Fässern wartet und dahinter lauern wahre Riesenfässer mit den Namen der Länder,  in denen ausgewanderte Asturer und andere Spanier auf die Flaschen mit „El Gaitero“ warteten, die direkt von der Bodega über die Ría nach Übersee verschifft wurden. Im alten Bürogebäude der Firma, erbaut 1890, ist nun das von einer Stiftung betriebene Museum zu besuchen, das Exponate und Informationen zur Firmengeschichte bietet und auf jeden Fall besuchenswert ist. Wie sich die Firma durch die Zeit gerettet hat, demonstrieren Fotos mit dem Militärdiktator Primo de Rivera (regierte von 1923 – 30) und ein anderes Bild mit den Castros, den neuen Führern auf Cuba, die sich Sidra „El Gaitero“ zur Feier der Revolution schmecken ließen. Sidra El Gaitero, famosa en le mundo entero (wohlschmeckend auf der ganzen Welt)! Wir nahmen auf jeden Fall eine Kiste „El Gaitero“ mit.

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Im Museum der Bodega, alte Plakate und Fotos

15. und 16. Reisetag:

Einkaufen in Oviedo

Wir sind fast zwei Wochen in Asturien. Es herrscht ganz schlechtes Wetter, vor dem Haus ist es kalt und es nieselt ohne Unterlass. Annette und Marie sind früh aufgebrochen zu einem „Shoppingausflug“ nach Oviedo. Am Abend wird der „Salar der Estar“ voll mit Einkaufstüten sein, bedruckt mit den Namen der großen spanischen Modeketten. Es gab „rebajas“ oder auf asturisch „rebaxes“, auf Deutsch „Sommerschlussverkauf“.
Hannes und ich sind im Haus geblieben. Mein Wunsch, den ganzen Tag vor dem Haus zu sitzen und auf das Meer zu schauen, ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Ich sitze hier am schweren Holztisch und schaue durch das Fenster um den von Nebel- und Regenschwaden umzingelten Leuchtturm. Wir haben genug zu lesen mit, ein episches Computerspiel und ich schreibe auch eine Menge, z.B. diesen Bericht hier …

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Marie in Oviedo

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Einkaufsergebnisse