07/5/14

Margaritensommer

100_8187Das ist ein Margaritensommer am Fluss.  Es gibt keinen Grund zum Unglücklichsein. Tropische Nächte und Regen wechseln sich dieses Jahr ab. Wir waren oft in einer unbekannten Stadt. Könige danken ab und wir kehren zurück in den Margaritensommer, um an den Blütenblättern abzuzählen, ob wir uns noch lieben … Der Poet und die Hex

100_8181Der Platz des Poeten

100_8184

Der Dill darf bei der Hex in den Himmel wachsen

 

06/19/14

König Juan Carlos und König Fußball danken ab!

Juni 2014 – Barcelona hat genug von der Monarchie!

Es geht um zwei Könige in Spanien, die am gestrigen Tag historisch gescheitert sind und abgedankt haben: Juan Carlos und der Fußball der span. Nationalmannschaft. Was für ein Zufall! Beide waren die letzte Klammer, die das Land noch zusammengehalten haben. Am 9. November wollen die Katalanen über die Unabhängigkeit abstimmen. Es steht zu befürchten, dass das Land auseinanderbricht.

Junger Mann mit Krone gesucht

Es war in den frühen Achziger Jahren, als ich das erste Mal ein Portrait des spanischen Königs Juan Carlos in der Herberge unserer Schülergruppe sah. Der junge Mann mit dem Krönchen über dem Haupt und die Monarchie an sich waren uns fremd. Genauso fremd übrigens wie den jungen Leuten, mit denen wir uns angefreundet hatten. Ich blieb Spanien seitdem verbunden, auch wenn ich das gar nicht vorgehabt habe. Así es la vida, so ist das Leben!

Dieser König hat gestern (18. Juni 2014) off. abgedankt, nachdem er das am 2. Juni bereits angekündigt hatte. Was hat dieser König für sein Land getan? Und diese Frage ist neben der historischen Leistung eines Staatsoberhauptes im 20./21. Jahrhundert von entscheidener Wichtigkeit.

Lebemann oder Staatsoberhaupt?

Ich habe Juan Carlos immer für einen Lebemann gehalten, der zu bequem war, die Rolle als monarchischer Diktator, die ihm von seinem Ziehvater Franco zugedacht war, anzunehmen. Großes Gesten, ja gerne, aber Verantwortung lieber nicht, das war sein Motto und verteilte die Last lieber auf die Schultern der Berufspolitiker. Er führte die Demokratie ein. Neben der Verhinderung des Tejero-Aufstandes (23-F) ist das die historische Leistung des Königs Juan Carlos. Was aber hat er nicht getan?

  • Nicht einen Moment hat er sich bemüht, die Franco-Diktatur in irgendeiner Weise aufzuarbeiten und damit dem Land eine demokratische Perspektive zu geben. Wenn jetzt Massen in Spanien die dritte Republik mit den Fahnen der zweiten Republik fordern, ist das ein deutliches Zeichen, dass wir politisch wieder in der Zeit vor dem Bürgerkrieg angelangt sind.
  • Er hat es nicht geschafft, allen Spaniern ein König zu sein. Vielleicht hätte ein modernes “Reisekönigtum” dafür die Lösung sein können. Wann ist der König z.B. in seinem Anwesen in Barcelona? Antwort: Niemals. Niemals ist zu wenig. Ein König muss einigend und modern sein. Dieser König hat den Regionalismo einfach ignoriert.
  • Korruption und politischer Stillstand sind seit Jahrzehnten das Kennzeichen der spanischen Politikerkaste. Probleme wie Jugendarbeitslosigkeit oder fehlender sozialer Wohnungsbau (das span. Eigentumswohnungssystem) sind ignoriert worden. Der König war Teil des Systems, nie moralische Instanz. Dazu war er nicht fähig oder wollte es nicht.
  • Und Europa? Spanien war und ist massiver Nutznießer der europäischen Einigung. König Juan Carlos hatte damit nichts zu tun. Hat er es überhaupt mitbekommen?

Inzwischen hat sich vielfältig bestätigt, dass meine Auffassung vom “Lebemann Juan Carlos” tatsächlich richtig war. Er war ein Übergangskönig, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Er hätte die Chance gehabt, ein moderner und großer König zu sein, aber das Gestalten lag ihm nicht am Herzen.  Am Ende unterzeichnete er seine Abdankung und Spanien schied aus der Fußball-WM aus. Beide Könige aus Mangel an neuem Gestaltungswillen.

Das Volk wird wieder nicht gefragt

Der neue König Felipe VI.  legt sofort einen Fehlstart hin. Zwar sind  49 % der Spanier laut der Zeitung El Pais für eine Beibehaltung der Monarchie mit Felipe, aber laut der Zeitung sind 65 % der Spanier dafür, dass es darüber ein Ref. geben sollte. Es soll nicht die Monarchie sich selbst einsetzen. Es sollen nicht Politiker darüber bestimmen. Das Volk möchte sich den Monarchen aussuchen. Darüber hat sich Felipe gestern und heute hinweg gesetzt. Das schafft kein neues Vertrauen, sondern wird besonders die Regionen in ihren Willen bestärken, dass es genug ist mit den Borbonen. Felipe stellt unmißverständlich klar, ihr seid mir piepegal. Die Katalanen zeigen ihm bald den Stinkefinger für diese Ignoranz .

Ab in die Kabine Felipe und tschüss!

Da es neuerdings modern ist, das Kanzlerinnen und gekrönte Häupter die Fußballer in der Kabine besuchen, sollte Felipe das beim letzten Spiel der Spanier gegen Australien tun (letzteren drücke ich die Daumen, der roten Bestie den Gnadenschuss zu verpassen!) . Und danach sollten alle zusammen abtreten. Borbonen und Bestien in die Wüste. Eure Zeit ist gestern zu einem Ende gekommen. Es ist Zeit für einen Neuanfang, dafür braucht es neue Politiker und Fußballer und keinen König. König sind def. etwas für die Geschichtsbücher. Zugeklappt und fertig!

Euer To.

03/24/14

Barcelona

Notizen aus einer unbekannten Stadt

  1. Den Terminkalender habe ich auf dem Schreibtisch vergessen. Ich konnte schon loslassen, bevor das Flugschiff auf die Küste zusegelte. Zuerst einen Überblick verschaffen: Ich habe den nächsten Berg bestiegen, die Tore der Festung standen weit offen. Die unbekannte Stadt dehnt sich bis zur nächsten Bergkette aus. Früher war das Tal ein einziger Garten und die Menschen waren eingesperrt innerhalb ihrer Stadtmauer. Heute sind die Kanonen eingerostet vom Frieden. Ich stehe vor einem Immobilienbüro, kaufe im Geiste eine Stadtwohnung und beantrage die Staatsangehörigkeit eines noch nicht gegründeten neuen Landes. Wenn im Hof die Springbrunnen plätschern und Orangen wachsen, komme ich wohl zur Ruhe. Doch dieses Land ist ein Land voller Obdachlose und Jachtbesitzer, ganz eng nebeneinander, arm und reich, letztere können erfolgreich bei der Eu betteln, die Ersterwähnten verzweifeln in den Fußgängerzonen. Ich bin zu faul oder zu ängstlich, eine Münze aus der Tasche zu kramen. Mit diesem Text werde ich ohnehin nicht Stadtschreiber der unbekannten Stadt. An der nächsten Ecke telefoniert der Minotaurus mit dem Museum des Malers. Er zwinkert mir zu. Nicht umsonst sind wir bereits jahrelang gute Freunde. Er fragt: “Gehen wir zu den Huren heute Nacht?” Ich verneine, denn längst bin ich mit der Schlangenfrau verheiratet. Ich frage mich, ob ich tote Zwillingsbrüder besuchen soll. Immerhin wartet eine Frühlingsnacht auf mich.
  2. Ich kann nicht verstehen, noch akzeptieren, das alles in dieser Welt auf Blut und Hass gegründet sein soll. Ich mag es auch nicht in der Literatur erleiden. Besonders nicht, wenn es auf Lüge und konstruierten Klischees aufgebaut ist. So habe ich die “Kathedrale des Meeres” bereits nach wenigen Seiten weggelegt. Auch und vielleicht deswegen, weil ich weiß, dass Literatur Lüge ist und dahinter Absichten stecken können. Wer kennt nicht die vielen Berichte von den Eroberungszügen der Römer, deren tapfere Gegner sich der drohenden Niederlage dadurch entzogen, dass sie mit Kind, Frau und Mann in den Selbstmord flüchteten?! Denn wie tapfer müssen die Römer sein, wenn sie solch tapferes und ungebändigtes Gezücht bezwingen konnten! Doch das ist schlechte Literatur, wenn die Absicht sogleich erkannt, die Lüge ins Gesicht springt wie der Teufel aus der Kiste, womöglich sogar nationalistischer Humbug, im milderen Falle einfach Kitsch ist.Die wirkliche Kathedrale des Meeres sind die Schiffshallen der unbekannten Stadt. In Venedig sagen sie Arsenal dazu. Auf den Schiffen, die diese Kathedrale verließen, wurde nicht gebetet, sondern gerudert! Um auf die Galeere zu kommen, bedurfte es nicht viel: Z.B. Zigeuner zu sein und keine Arbeit zu haben. Auch bei gotteslästerlichen Tun jeglicher Art war die Galeere eine angemessene Strafe. Da begann eine ganz eigene Reise für den Delinquenten, deren Endstation der Tod war. Die Madonna des Meeres, vielfältig vergöttert und bei besonderen Gelegenheiten über das Meer gefahren, hilft auch nicht weiter und rettet keinesfalls die Verzweifeltesten der Verzweifelten. Sie wurde von der Kirche mit Sternenmänteln und Goldheiligscheinen bestochen.

     Ich besteige heute mein eigenes Schiff, beziehe mein Bett. Wie wäre es mit einen Segeltörn über das Mare Nostrum? Piraten- und Türkenfrei nun, keine Galeere ist mehr notwendig, aber voll mit den Nußschalen der Ärmsten. Wie segelt es sich über ein Meer voller Leichen? Wer es überlebt hat, hat nun bester Aussichten auf eine Karriere als Obdachloser, Drogendealer oder Kleinkrimineller. Was schert mich das, denn wie schön schaukelt mein Schiff in der abendlichen Dünung des Hafens!

  3. Überall in dieser unbekannten stadt schieben sie ihre Einkaufswagen durch die Straßen und sammeln zusammen, was in Mülltonnen oder beim Sperrmüll finden können. Besonders Altmetall ist begehrt, aber auch Kleidungsstücke oder was man sonst zum täglichen Leben Brauchbares findet, landet im Korb des Wagens. Einer dieser Menschen hatte den Einkaufswagen voller Bücher, als sammele er die Lebenslügen der Stadt auf. Ich habe leider mein eigenes Büchlein nicht dabei gehabt, sonst hätte ich es dazu gelegt. So trinke ich Cidre von der Nordküste, während der Einkaufswagen vorbeirumpelt…
  4. Was bei uns Grieche oder Araber oder Portugiese ist, das ist hier eher regional: Die “vom Meer” oder “die aus dem Gebirge” oder “die von der Hochebene”. So als läge die unbekannte Stadt in einem anderen Land, fern von anderen Regionen dieses Staates. Beliebt sind kleine Häppchen zwischendurch, die bei den Leuten “aus dem Gebirge” natürlich ganz anders heißen als bei denen “vom Meer”: Einmal Happen, dort Häppchen, und wiederum woanders Speisele, die Gerichte selbst sind sich dagegen ähnlich mit kleinen regionalen Variationen selbstverständlich. Was aber Mode geworden zu sein scheint, das können wir nach einem kleinen Reihenversuch feststellen, wobei aber immer noch im Sinne der Angeklagten eine kleine Zufallsmöglichkeit übrigbleibt, ist folgendes:Bestellst du 10 Häppchen für eine kleine Gruppe, bekommst du neun. Dieses Verfahren wird erleichtert, weil einige Häppchen warm, andere kalt serviert werden, also nicht zur gleichen Zeit auf den Tisch kommen. Es werden aber alle 10 berechnet! Beim ersten Mal reklamierten wir amüsierte und glaubten an Überarbeitung. Es war eine Menge los. Beim zweiten Mal runzelten wir die Stirn, reklamierten und nahmen ein Versehen an. Beim Reklamieren gibt es keine Probleme und kein langes Zetern. Beim dritten Mal verfiel ich in die Sprache meiner Jugend und rief den Kellner durch den ganzen Saal herbei und bekam nach vielen Entschuldigungen doch noch das 10 Häppchen, Wurst in Cidre gebraten. Ich gebe es zu, darauf hatte ich mich besonders gefreut.Eine Kennerin der Leute aus dem fernen Osten in unserer Gruppe hatte folgende Erklärung. Durch die Zunahme der Touristen aus jener Gegend, die in Massen die Straßen und Sehenswürdigkeiten bestaunen, kam durch Zufall oder Absicht das 10 Häppchen-Verfahren auf, denn jene so höflich, so die Kennerin, zu bezahlen, egal, was auf den Tisch kommt oder auch nicht. Eine mögliche Erklärung, wie gesagt.Wir dagegen werden langsam verstimmt und ich hoffe, ich muß nicht zu oft in die Sprache meiner Jugend zurückfallen, die, so hat man mir versichert, inzwischen als sehr fordernd und unhöflich aufgefaßt wird, um 10 Häppchen zu erhalten. Ach, die gute alte Zeit, denke ich. Das denkt wohl auch der alte Herr im Rollstuhl, den die Verwandten vor die Tür geschoben haben, damit er rauchen kann. Abgestellt. So ist das mit den Alten.Beim Häppchen-Vertilgen in der unbekannten Stadt, Isí

    P.S.: Gestern 10 Häppchen erhalten und 10 Häppchen bezahlt, ohne Reklamation, aber diese Häppchen waren von Leuten “von den Inseln”

  5. Zugegeben, ich war lange nicht mehr in einem Gottesdienst. Gotteshäuser besuche ich dagegen öfter. Und ich spreche auch mit Gott, Engeln und Elfen. Beten ist ein Gespräch, manchmal auch ein Streit.Heute gibt es nur Einigkeit, denn es ist der Gott des Fußballs dran. Denn der Verein der unbekannten Stadt ist der erfolgreichst Club der Welt, nicht nur im Fußball, auch im Handball, im Baskettball, und, und, und… Es gibt kein Jahr, in dem nicht ein Titel oder Pokal geholt wird. Sie sind die sportliche Opposition gegen Generäle oder Könige. Auch wenn das heißt, das ein Clubpräsident erschossen wird. Das Stadion wird irgendwann in einem rotgelben Meer schwimmen, und irgendwann, das heißt morgen!Das Stadion hier nennt sich “Neues Feld” und das ist das absolute Heiligtum des Vereins. Vorher haben wir andächtig ein Museum durchquert, Vitrinen voller Pokale bestaunt. Wir erprobten an multimedialen Tischen alle Funktionen, sahen unsterbliche Tore, heutige Erfolgstrainer als knochenharte Verteidiger traten auf. Und immer wieder Bilder vom Mesias dieses Heiligtums, dem Gandalf des Fußballs, der Tore aus dem Nichts zaubert und gegelte königliche Balrogs ins Belanglose dribbelt.Wir stehen jetzt hier auf der Reportertribühne und sind andächtig. Ist das alles nun sakral oder ein goldenes Kalb, gefüttert mit Nationalismus, Lebensfreude und viel, viel Geld? Die Antwort wartet auf uns schon am Ausgang. Auf drei Etagen gibt es Andenken gegen Bares. Blau heißt auch hier blau.
  6. Alles hat in der unbekannten Stadt Tradition, sogar das Vergnügen. Ich greife zwei Beispiele heraus. Das Erstere führt uns in die Zeiten der Weltausstellung 1926. Ein Überbleibsel dieses Ereignisses ist ein Dorf mit Nachbauten alter Häuser aus allen Landesteilen. So haben diese mehr oder weniger gelungenen Rekonstruktionen bereits ein beachtliches Alter auf dem Rücken. Wir reisen von Nord nach Süd und wieder zurück. Überall besuchen wir die Kunsthandwerker in den Häusern, die sich angesichts der winterlichen Zeit noch über Besuche freuen können. Kaum zu glauben, aber es war sogar geschmackvolles und sehr viel Künstlerisches dabei. Höhepunkt war ein frühromanisches Kloster, zusammengepuzzelt aus 4 vorhandenen Klostern. Sicher, das alles ist ein “Disneyland”, aber immerhin ein sehr geschmackvolles. Nachdem wir die weißen Häuser des Südens durchquert hatten, gönnten wir uns in einer Seitengasse eine heiße Schokolade, so gehaltvoll, das sich fast das Abendbrot erübrigt hat.Ganz anders der einhundertjährige Vergnügungspark auf der höchsten Erhebung am Rande der unbekannten Stadt. Einst stand hier nur eine kleine Kapelle, zu der gepilgert wurde, daraus ergab sich wohl der Hang zum Zusammensein und Vergnügung. Heute wird der Berg von einer gewaltigen Neo-Wasweißich-Kirche gekrönt, in die die alte Kapelle am Rand eingebaut wurde. Der Rest ist Vergnügungspark. Hier gibt es alles, was in einem Vergnügungspark gehört: Karussells, Bahnen, Automaten… Darüber dreht ein Aussichtsflieger seine Runden und das bereits seit 1929! Es ist eine Mischung aus Neu und Nostalgie, überhöht von der kitschigen Kirche und dem Jesus darauf wie ein Zuckerhütchen. Selbst die Bahn hinauf atmet asthmatisch.
  7. Europa, und damit schließen meine Notizen für dieses Mal, das ist wie ein Abendessen in der unbekannten Stadt.Es saßen zusammen: Eine bekannte Performancekünstlerin aus der Stadt, ihr kleiner Sohn, ein bretonischer Musiker, normalerweise in Paris lebend, eine deutsche Studentin, ein deutscher Schüler, eine Ärztin und ein unbekannter Schriftsteller aus dem Nará-Tal. Es gab eine örtliche Abendbrotzeit, eine ortsübliche Speisenfolge bestehend aus Vorspeise, 2. Speise und Nachtisch, dazu Wein aus Frankreich und von den Feldern der Borgia. Die Vorspeise war französisch, das Hauptgericht und der Nachtisch deutsch. Gemischt wurden die Sprachen Englisch, Spanisch und Deutsch. Die Stadtsprache wurde nicht verwendet. Der Sohn der Tänzerin hatte einen deutschen Vater und verwendete alle Sprachen, wie es ihm gefiel. Das war noch nicht das Abschiedsessen in der unbekannten Stadt, die so viele Gesichter hat, die in Europa liegt und doch in einem unbekannten Land am Rande der Zeit…

Euer To.

 

 

 

03/10/14

Von Lavendel Weißpfote

der 2006 als kleines Häschen zu uns kam und uns seitdem begleitet hat. Er ist am Freitag, 7. März 2014,  in den Hasenhimmel aufgestiegen.

100_0933

Lavendel Weißpfote, als er bei uns einzog …

Ich hätte es ihm gegönnt, dass er in diesem warmen Vorfrühling noch einmal auf dem Rasen grasen kann, aber es sollte nicht sein.  Es ging ihm schon länger nicht gut und wir haben damit gerechnet. Dennoch ist es traurig. Unser Kater Lasse liegt jetzt an der Stelle, an der der Hasenkäfig war, und trauert. Er hat gerne Lavendel geärgert, aber er hat ihn auch bewacht, wenn er draußen war. Uns allen wird er fehlen. Mache es gut, Lavendel Weißpfote ! Du wirst uns fehlen …

01/24/14

Das alte Gimritz

Ukranenland01

Wie das heutige Ukranenland (Quelle Wikipedia) könnte auch das alte Gimritz ausgesehen haben.

Ich habe es schon immer vermutet: Das Gimritz, das im Hersfelder Zehntverzeichnis als Guministi erwähnt wird, ist unser Gut Gimritz, bzw. der Standort einer slawischen Ansiedlung auf der Peißnitz-Insel. Dazu habe ich folgende Quelle gefunden:

Gimritz (vermutlich 880 – 899 im Hersfelder Zehntverzeichnis als Guministi erwähnt, 1135 Gumeneste): slaw. “Tenne”, slaw ON; liegt im s Ber. der Peißnitzinsel, Ort möglicherweise mit Burgwall, später Besitz von Liudineburg/Lettin, ab fr. 12. Jh. Besitz des Stiftes Neuwerk. Der Name der Saaleinsel “Peißnitz” = ist wohl von slaw. “-pust”= öde/frei/leer abzuleiten.

Quelle: Verzeichnis der mittelalterlichen Siedlungen und Wüstungen im Untersuchungsraum in: Herrmann, Volker: Die Entwicklung von Halle (Saale) im frühen und hohen Mittelalter, Halle, 2001.

Die Fundlage, um hierfür einen Beweis zu erbringen ist allerdings dünn. Dazu schreibt Hermann (s.o.) weiter: Wüstung Gimritz auf der Peißnitzinsel … 1916 wurden von E. Neuß nach einem Frühjahrs-Hochwasser zahlreiche slaw. Keramikfunde beobachtet (nicht erh.) . Im mittleren Bereich der Insel waren, nach seiner Beobachtung, noch die Reste eines Rundwalls erkennbar. Auf dem Wallrest soll ein 0,9 m x 0,9 m x 0,8 m gr0ßer Steinquader gestanden haben. Er wird von E. Neuß als slaw. Opferstein gedeutet. E. Neuß spricht die Anlage als slaw. Burgwall des fr. MA an. Von P. Grimm wurde auf dem Areal ö des vermuteten Burgwalls von Neuß, am w und  ö Ufer des Saalearms, neben jüngeren hoch- und spätmittelalterl. Keramikfunden auch eine “spätslaw.” Scherbe aufgelesen (HK-Nr. 38:269). Sie steht vermutlich mit der Siedlung Gimritz bzw. einem ö der Siedlung gelegenen Saaleübergang in Zusammenhang. 

Quelle: Katalog zu den Befunden und Fundgegenständen des Innenstadtgebietes von Halle, 127, S. 353. in: Herrmann, Volker: Die Entwicklung von Halle (Saale) im frühen und hohen Mittelalter, Halle, 2001.

Soweit die wenigen Nachrichten vom ganz alten Gimritz, Euer To.

01/22/14

Das ist das Schönste am neuen Jahr!

Der Grünkohl bei Ingrid und Carsten: Es hat schon Tradition und ist trotzdem nicht selbstverständlich! In den ersten Januartagen werden wir zusammen mit dem ganzen Familienkreis eingeladen.

100_7279

Es kommt der Grünkohl auf den Tisch.

100_7278

Dazu gibt es Pinkel, Würste, Speck und Kassler.

100_7277

und gebratene Kartoffel. Guten Appetit!

Soweit diese Widmung unseres leckeren Neujahrsessen. Ganz, ganz herzlichen Dank unseren Gastgebern. Ihr seid unser Grünkohlkönigspaar, ganz klar.

Euer To.

 

 

 

11/28/13

Mutti und der Papst

Wir haben eine neue Regierung. Vielleicht. Und einen neuen Papst. Was hat das miteinander zu tun? Irgendwie nichts und doch viel. Der eine macht ein bißchen Hoffnung, die andere macht müde …

stern1

Zauberlehrlinge überall, wer stoppt die Besen ?

Deutschland wird weiterhin von einer Frau regiert und die katholische Kirche von einem Mann. Es bleibt alles, wie es ist und wie es war. Hoffentlich, sagen die einen, vielleicht, die anderen. Sicher ist momentan nur, dass die Kirche eine eindeutig männliche Domäne bleibt. Zwar darf man sich vielleicht darüber streiten, ob Gott Mann, Frau, Es oder ein viertes ist, aber seine Priester sollen laut Papst Männer bleiben: “Das den Männern vorbehaltene Priestertum als Zeichen Christi, des Bräutigams, der sich in der Eucharistie hingibt, ist eine Frage, die nicht zur Diskussion steht.” Immerhin darf eine Frau in Deutschland Bundeskanzlerin werden. Ansonsten scheint sich die alte Fregatte Kirche aber unter dem neuen Kapitän Franziskus zu bewegen, während der Luxusliner D. unter der Admiralsmutti in schwerer See zu bewegen scheint. Scheint.

Bleiben wir aber bei den römischen Altertümern. Papst Franziskus Hinwendung zu den Armen und seine Abkehr von überflüssigen Luxus ist inzwischen hinlänglich bekannt und wir zu Recht gelobt. Sein Papstname ist tatsächlich Programm. Endlich ein Papst, der mit dem Anspruch der Kirche ernst macht. In einem neuen Lehrschreiben “Evangelii Gaudium” (Freude des Evangeliums) möchte Franziskus, dass die Kirche mitmacht, und zwar nicht nur die Basis, sondern auch die Verhinderer, die Bremser, die Feudalfürsten in ihren kleinen (Bistums-)reichen. Er sagt selbst “Manche überhören, was ich sage.” Deswegen muss es noch mehrmals und öfter gesagt werden. Die Kirche ist für die Menschen da und nicht die Menschen für die Kirche. Deshalb sollen die Hauptamtlichen auch aufhören, sich nur mit sich selbst zu beschäftigen. Er erwartet ein Zugehen der Kirche auf die Menschen. Die Türen und Fenster sollen weiter geöffnet werden. Zulassung von Sündern (auch den bösen Geschiedenen) zum Abendmahl scheint möglich. Die Priester sollen ihre Macht im Beichtstuhl nicht mißbrauchen, sondern ihn zur Hilfe für die Menschen benutzen. Die Kirche sollte dezentraler agieren. Er fordert einen Dialog mit  dem Islam ein und geiselt unsere Gier nach immer mehr, fordert Hinwendung zu mehr Bescheidenheit und zu den Armen in der ganzen Welt. Besonders Jugendliche, die Hoffung der nächsten Generation, möchte er miteinbeziehen. In anderen Punkten bleibt er hart: Abtreibung ist für ihn Mord und über ein Frauenpriesterum gibt es keine Diskussion. Oder wenn nur ein ganz kleines bißchen …

Wer meint, ich habe es falsch oder verkürzt zusammengefaßt, mache sich bitte selbst ein Bild, hier zur Evangelii Gaudium (auf Deutsch)

Immerhin hat Papst Franziskus Visionen und ein Programm, ja, er ist sogar willens, dies durchzusetzen und steigt denen aufs Dach, die sich schwerhörig zeigen. Und unsere Mutti ? Die wird einfach weiterregieren, ohne Programm, denn den Koalitionsvertrag kann man allerhöchstens als Symbolpolitik abhaken, und ohne Visionen, pragmatisch wird das Schiff durch die Wellen gesteuert. Die Sozzen dürfen im Takt das Deck steuern. Die CSU sitzt am Kapitänstisch und gibt Bier und Weißwurst aus (ich meinte PKW-Maut und Mutti … äh, Mutter-Rente). Die Tageszeitungen sind natürlich entsetzt. Und giften dementsprechend. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, auch hier der Koalitionsvertrag.

Wie bei diesem Ding die Halbwertzeit ausfällt, keine Ahnung! Die Einzelheiten regelt ohnehin Mutti, und das ganz alternativlos, dazu eine wunderschön böser Blogeintrag bei Scilogs … Und ich hoffe, ich bekomme nicht gleich eine Klage, wenn hier den Schluss zitiere:

“Man kommt an Mutti nicht vorbei, genau! Und wir wissen es! Warum spotten wir dann? Warum wählen wir sie? Ist es ohnmächtige Liebe?
Wissen Sie was? Irgendwie wird es bald den Obama treffen. Er hat Mutti selbst sehr böse gemacht. Das traut sich nicht einmal Putin.” Gunter Dueck in eben aufgeführter Quelle bei Scilogs

Und wenn ich mal nicht mal weiß, wie es mit Gut Gimritz, den Kindern oder mit uns am Fluss weitergehen soll, dann rufe ich einfach Mutti an, die wird schon weiterwissen…

Euer Muttersöhnchen To.

 

11/4/13

Frühstück in Barcelona

100_4209Dieses Frühstücksfoto hat uns Marie am Wochenende zugeschickt. So schaut also Frühstück in Barcelona aus. Guten Appetit! Die Besitzerin dieses Tisches hat an der Modeschule viel zu tun und dementsprechend viel zu tun. So sind wir froh über die moderne Kommunikation und das wir auf diese Weise fast täglich ein Lebenszeichen und etwas Schönes von ihr hören.

Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit nutzen und hier noch einige Fotos von unserem Geburtstag einstellen. Natürlich nur von uns, dafür bitte ich um Verständnis, denn wer bei uns zu Gast war, geht nur uns was an und die Persönlichkeitsrechte der Gäste bleiben selbstverständlich gewahrt. Dafür bitte ich um Verständnis.

14087 privat 131003 kreuzfeldt geburtstag

Gemeinsam 100 Jahre (2x 50)

14239 privat 131003 kreuzfeldt geburtstag

und mit dem Schiff in den Sonnenuntergang

14104 privat 131003 kreuzfeldt geburtstag

… es gab genug zu trinken

 

14020 privat 131003 kreuzfeldt geburtstag

eine gelungene Feier auf der Saale

bis auf der Frühstücksfotos alle Fotos von Janos Stekovics, ganz herzlichen Dank.

Euer To.

10/4/13

Nun sind wir 100!

Auf unserer Geburtstagsschifffahrt: Sonnenuntergang kurz vor den Brachwitzer Alpen

Annette hatte im August Geburtstag und ich im September.  Zusammen sind wir nun 100. (2x 50). Gefeiert haben wir aber erst jetzt:

Zuerst haben wir mit der Familie sehr gut und reichhaltig im Schloss Auerstedt gegessen und dort auch übernachtet. Herr Reinhardt hat uns wie schon so oft kulinarisch wunderbar verwöhnt und Frau Reinhardt hat alles Mögliche getan, um uns einen wundervollen Tag und Abend im Schloss Auerstedt zu bereiten. Alle waren satt und zufrieden und durch den großen Platz im Lamu-Haus konnten wir auch Werners Programmpunkt ermöglichen und schöne Fotos von uns mit dem Beamer anschauen. Allen ganz herzlichen Dank. Auch für die schöne Holzbank für Bad Sulza und das Wochenende, das wir bald in Wörlitz verbringen dürfen.

Mit unseren Freunden in Halle, jedenfalls so vielen, wie auf das Schiff passten, haben wir eine dreistündige Saalefahrt bis zu den Brachwitzer Alpen und wieder zurück, gemacht. Es gab dabei Essen und Trinken dabei und allen hat es gut gefallen. “Es war wirklich eine besondere Idee”, hat mir z.B. Sabine O.  schon geschrieben und ich kann das Lob gleich an die beste aller Ehefrauen weiterreichen, die mit mir 100 geworden ist. Es war wirklich eine wundervolle Idee und ich bin noch ganz erfüllt davon. Den schönen Abschluss der Fahrt bildet eine kleine Ehrenrunde an der beleuchteten Burg Giebichenstein vorbei bis zum Gut Gimritz und dann war es leider schon vorbei…

Ein Tisch voller Blumen und Geschenke, herz

Aber die Feierei ging in “Crossfield Hall” natürlich noch weiter. Da haben wir die vielen lieben Geschenke ausgepackt und angeschaut. Und die vielen schönen Blumen!!! Allen ganz, ganz lieben und herzlichen Dank!